Doris Lott: Schriftstellerin

Doris Lott wurde am 4. April 1940 als viertes Kind ihrer Eltern in Karlsruhe geboren. Auch nach dem Deutsch- und Französisch-Studium an der Pädagogischen Hochschule blieb sie der Fächerstadt treu und wurde im Anschluss Lehrerin an der Drais-Realschule. Bis heute ist sie dort im Amt und hat sich außerdem als Buchautorin und Journalistin einen Namen gemacht. "Wenn andere ausgingen, las ich Zeitung und schrieb bereits mit 21 Jahren Artikel und schulpolitische Glossen für die Badischen Neuesten Nachrichten", erzählt Doris Lott heute stolz. Frankreich bezeichnet die Schriftstellerin als ihre "erste große Liebe", dicht gefolgt von Ehemann und Mundartautor Bernhard Heinrich Lott, ihren beiden Kindern Daniel und Sibylle - und nicht zuletzt der Fächerstadt.

Doris Lott, Mitorganisatorin und langjähriges Vorstandsmitglied der Deutsch-Französischen Gesellschaft, lebte und unterrichtete zwischen '68 und '75 einige Jahre in Frankreich, genauer gesagt in Nancy und Chartres. Die Erlebnisse im Nachbarland hat sie in ihrem selbsterklärten Lieblingsbuch "Mein blau-weiß-rotes Herz" niedergeschrieben. Vor zwei Jahren wurde sie vom damaligen Oberbürgermeister Gerhard Seiler für ihre "Verdienste um die deutsch-französische Zusammenarbeit" ausgezeichnet.

Dennoch steht die Fächerstadt bei Doris Lott weiterhin hoch im Kurs: "Ich liebe mein Karlsruhe", schwärmt die Autorin. Da ist es wenig erstaunlich, dass sie mittlerweile auch vier Werke zu ihrer Heimatstadt veröffentlicht hat. Neben dem zweibändigen "Vom Glück in Karlsruhe zu leben" sind dies "Mein liebes Karlsruhe" sowie "Mein Karlsruhe - Geschichten aus der Fächerstadt". Ihr Kinderbuchbestseller "Anton der Eisbär", eine wahre Geschichte über einen kleinen Eisbären, der im Karlsruher Zoo geboren wurde und heute in der Stuttgarter Wilhelma lebt, ging bereits mehr als 15.000 Mal über die Ladentheken der Buchhandlungen.

Beschreiben Sie sich mit drei Worten:
Karlsruhe- und Nancy-Fan.

Was ist Ihre größte Stärke?
Gute Augenblicke bewusst genießen.

Was ist Ihre größte Schwäche?
Probleme im Umgang mit Technik.

Was war als Kind oder Jugendlicher Ihr Traumberuf? Haben Sie damals jemals daran gedacht, das zu werden, was Sie heute sind?
Schlagersängerin oder Lehrerin, weil ich für meine Lehrerin in der Grundschule schwärmte.

Was würden Sie im Leben gerne noch erreichen?
Viele Enkelkinder und noch ein paar Bücher.

Was nervt Ihre/n Partner/in am meisten an Ihnen?
Meine Ungeduld. Alles was ich mir heute wünsche, soll möglichst schon gestern in Erfüllung gehen.

Auf welchen Gegenstand möchten Sie im Leben nicht verzichten?
Meine Brille, weil ich sonst blind durchs Leben gehe.

Wen würden Sie gerne auf den Mond schießen?
Die Karlsruher Städteplaner, die den Bahnhofsplatz, den Platz hinter der Postgalerie und das Hotel am Festplatz mitgestaltet oder abgesegnet haben.

Welcher Mensch beeindruckt Sie?
Sie werden es nicht glauben, mein Chef, Realschulrektor Peter Baumbusch, weil er Zivilcourage und Witz hat und kein Interesse am Geld.

Welche Musik (Interpret und Titel) und welcher Film haben Sie am meisten beeindruckt?
Mozart in allen Lebenslagen und der Film "Babettes Fest" - ein Hochgenuss.

Welches Buch haben Sie als letztes gelesen?
"Verse für Zeitgenossen" von Mascha Kaleko.

Sie werden als Tier geboren. Als welches?
Wenn ich ein Vöglein wär'...

Sie tauschen einen Tag mit einer Person des anderen Geschlechts - wer wäre das?
Einmal Goethe sein, um zu wissen wie das nun wirklich mit der Frau von Stein war. Platonisch oder doch ganz irdisch.

Was finden Sie an Karlsruhe reizvoll?
Dass hier ein Haus in der Klosestraße steht, in dem meine Mutter 50 Jahre lang gewohnt hat, und dass dort heute im Hausflur ein Kinderwagen steht, der meinem Enkelkind gehört. Ich lebe gerne hier, weil die Stadt überschaubar und menschlich geblieben ist. Die herrlichsten Kulturangebote bieten sich mir in Hülle und Fülle, ich brauche nur zuzugreifen. In der Schauburg fühle ich mich fast daheim, das Theater liegt vor meiner Haustür. Und was für ein Glück, dass es im Vierordt-Bad eine komfortable Sauna im Jugendstil gibt oder dass ich im Rheinhafenbad zu fast jeder Jahreszeit im Freien schwimmen kann. Wer Museen liebt, findet im Schloss hochkarätige Ausstellungen, sogar ein Kindermuseum, das erste in Deutschland überhaupt.

Was würden Sie an Karlsruhe ändern, wenn Sie Oberbürgermeister/in wären?
Ich würde mich bemühen, leerstehende Flächen zu begrünen oder menschenfreundlich zu bebauen, zum Beispiel das Opelgelände in der Ritterstraße oder die Oberpostdirektion am Ettlinger Tor.

Welches sind die markantesten Karlsruher / deutschen Köpfe?
Ex-OB Gerhard Seiler und Roman Herzog.

Sie leben in einem anderen Land. Welcher Grund könnte Sie dazu bewegen beziehungsweise davon abhalten, nach Deutschland einzuwandern?
Die Humorlosigkeit und der Fremdenhass.

Es geht um das Glück der Republik. Welche Person, Gruppierung oder Idee sollte mehr Einfluss gewinnen?
Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit.

Wie und wo möchten Sie sterben?
Bei mir zuhause, umgeben von meiner Familie.

Kommen Sie in den Himmel oder in die Hölle?
Was für eine Frage. Alles, was man sich wünscht kommt einem auf halbem Wege entgegen.

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