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Die Piraten werden baden gehen - außer es passiert etwas

Als Whistleblower Edward Snowden im Juni aus dem Nähkästchen der NSA plauderte, dominierte das Thema der Piraten die Medien - nur die Piratenpartei nicht. Bei der Bundestagswahl im September wurde die noch junge Partei gehörig abgestraft. Die Schuld geben sie den Medien, die nicht ernstzunehmend über sie berichteten. Dabei sind es die Piraten selbst, die sich mit ihrer Strukturlosigkeit ins Aus gestellt haben.

Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille. Es sei dahin gestellt, ob die Medien ihren Aufklärungsauftrag im Fall der Piratenpartei ausreichend erfüllt haben. Allerdings muss man sich auch ernstzunehmend verhalten, wenn man ernsthaft wahrgenommen werden möchte. Das Außenbild der Partei ist - vorsichtig gesagt - negativ. Attribute wie "Sauhaufen", "Chaoten" oder "Amateure" segeln ihnen voraus.

Es hätte eine FDP-Konkurrenz werden können

Das ist durchaus schade, denn als humanistisch-liberale Partei hätte aus ihnen eine echte Konkurrenz zur neoliberalen FDP werden können. Ohne Struktur wird daraus aber nichts. Wenn weiterhin Themen wie "Wie transparent gestalten wir unsere Politik?" wichtiger sind als die Politik selbst, dann werden sie im großen Teich der politischen Landschaft baden gehen. Es sind nicht die "Themen, die nicht bei den Leuten ankommen", wie es immer so schön als Ausrede heißt. Es sind die Piraten selbst, die nicht bei den Bürgern ankommen.

Warum? Das kann zum einen ein demographisches Problem sein. In einer Gesellschaft, in der der Altersdurchschnitt steigt und es immer noch zahlreiche Menschen ohne Internetkenntnisse gibt, haben Themen wie Datenschutz, Internet und Vorratsdatenspeicherung von Haus aus einen schlechten Stand. Wenn dann noch ein unstrukturierter "wilder Haufen" von diesen Dingen spricht, dann werden die absolut enrstzunehmenden Themen schlichtweg nicht wahrgenommen.

Um politisch wahrgenommen zu werden, braucht es eine klare Linie, eine klare Struktur - keine Selbstblockade. Damit sie auf dem politischen Parkett überhaupt in Zukunft weiterbestehen können, müssen auch die Piraten sich ein Stück weit der Landschaft anpassen. Das bedeutet nicht die Transparanz einzuschränken oder Anzüge zu tragen. Es bedeutet, als Partei aufzutreten und sich wie eine zu verhalten. Diese Lektion müssen sie noch lernen.

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Kommentare (18)
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    18.10.2013 16:53 Uhr
    Piraten
    Joa kümmert euch halt weiter um eure Homo-Ehen und "Kein Mensch ist illegal"-Aktionen und fängt die 2-3 % ein, die sonst Grüne wählen würden. Ist ja auch nicht verkehrt...

    Die Grünen werdens auch noch merken daß die keiner mehr braucht. Gab ja noch ein paar Fehlgeleitete die die basisdemokratischste Partei aller Zeiten gewählt haben. Die Piraten sind ja auch basisdemokratisch. Parteien oder Personen die sich basisdemokratisch nennen glänzen komischerweise immer mit Ansichten, die nur von einem Bruchteil der Bevölkerung geteilt werden. Aber es gab ja auch schon die Deutsche 'Demokratische Republik', da wurden Leute ganz demokratisch erschossen wenn sie abhauen wollten...
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    18.10.2013 16:59 Uhr
    Echt...
    Das Volk hat die Schnauze voll von überhöhten Strompreisen, massiver Zuwanderung und damit einhergehender Kriminalität, der Euro-Krise und vielem mehr und dann sind endlich Wahlen, und was fordern die Piraten: BGE, Adoptionsrecht für Schwule und Religionen privatisieren - sehr weltbewegende Themen in einer Zeit, wo der Mittelstand schwindet und kein Mensch weiß wann die Wirtschaftsblase platzt. Und dann wundert man sich daß man nicht gewählt wird...

    Die Piraten könnten sich eigentlich aufspalten, die eine Hälfte geht zur Linken (die BGE und Mindestlohn-Futzis) und die andere Hälfte zu den Grünen (Schwulenversteher und Genderer).
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  •   dmalg
    (71 Beiträge)

    18.10.2013 16:13 Uhr
    Die Piraten haben es versäumt
    Die Piraten haben es versäumt, aus einer jungen Gruppierung eine richtige Partei zu machen. Dazu hätte auch eine Führung mit mehr Entscheidungskompetenz gehört. Stattdessen zerfleischen sie sich gegenseitig und gehen damit unter, wie schon viele Parteien vor ihnen. Ich bin gespannt, ob dieser kontinuierliche Zwist untereinander auch bei der AfD zu Tage tritt, die ersten Zeichen dafür sind jedenfalls sichtbar.
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  • unbekannt
    (67 Beiträge)

    18.10.2013 13:19 Uhr
    Demographischer Wandel plus für Piraten
    Der demographische Wandel sollte eigentlich im Gegenteil, den Piraten in die Karten spielen.Themen wie Datenschutz und Co. sind gerade älteren Generationen wichtig. Hier ist die Skepsis gegenüber Facebook, Google StreetView und Co. doch am größten. Jüngere sehen hier viel mehr die Möglichkeiten und Chancen. Die älteren Generationen sind aber auch die, denen Seriosität und Vertrauen in Personen wichtig sind. Und hier haben die Piraten noch nachholbedarf.
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  •   DerSpinner
    (2056 Beiträge)

    17.10.2013 23:31 Uhr
    @ka-news
    Weshalb dürfen Politiker hier eigentlich Werbung für ihre Partei machen?
    Zitat Kommentarregeln: "Werbung oder sonstige kommerzielle Inhalte haben in der Artikeldiskussion nichts zu suchen."
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  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    17.10.2013 22:38 Uhr
    Fast, aber nicht ganz.
    Es sind nicht die "Themen, die nicht bei den Leuten ankommen", wie es immer so schön als Ausrede heißt. Es sind die Piraten selbst, die nicht bei den Bürgern ankommen.

    Beides kommt in Zeiten der Eurokrise, Islamisierung und Zuwanderung in die Sozialsysteme nicht wirklich an.

    Mit ihren Kernthemen bedienen die Piraten nur eine ganz geringe Wählerschaft. Der Rest hört sich an als ob es vom linken Flügel der Grünen oder der MLPD stammen würde.

    Was die Sympathie- und Vertrauenswerte angeht, da sind einige der Kommentar-Piraten, nicht alle, zumindest für mich ein Paradebeispiel, wie man es nicht machen sollte.
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  •   CurlChaos
    (680 Beiträge)

    17.10.2013 20:43 Uhr
    die Piraten sind noch
    in einer Selbstfindungs-Phase. Findet erstmal raus, was Ihr überhaupt wollt. Mit nur Canabis und Raubkopieren legalisieren ist das einfach zu dünn um gewählt zu werden. In allen anderen Dingen fehlt eine klare Linie.

    Und vor allem fehlt eine inhaltliche Struktur. Basisdemokratie schön und gut, aber es müsste eine repräsentative Basisdemokratie sein, keine anarchistische. Sprich: die Basis bestimmt die Themen und die Ausrichtung, und holt sich ein Meinungsbild der Basis ein, aber die Feinausarbeitung und Umsetzung muss durch Repräsentanten geschehen, die dann diesen Wähler-Willlen umsetzen. Es kann nicht jeder Furz in der breiten Basis totdiskutiert werden, so bewegt man nur Kiesel, und keine Berge.
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  •   Herbert-119
    (1164 Beiträge)

    17.10.2013 18:55 Uhr
    Den Piraten fehlt ausser bei der Überwachung, jeglicher Bezug zur Realität.
    Der einzigste Programmpunkt womit sie absolut recht hatten und haben ist die Überwachung durch den Staat.
    Allerdings haben die Piraten ansonsten keine Programmpunkte worin sie sich von den etablierten Parteien unterscheiden.
    Besonders, das für Bankenrettung (Eurorettung) denn nichts anderes ist die Euro Rettung und das weitere aufbauschen des so genannten Sozial Staates ist für mich nicht gerade anziehend.
    Auch wird der Programmpunkt Bedingungsloses Grundgehalt nicht funktionieren geschweige denn zu mehr Sozialer Gerechtigkeit führen.

    Und den Programmpunkt Überwachung hat auch eine andere Junge Partei die PDV auf der Agenda diese Partei ist in allen Punkten für mich viel überzeugender als die Piraten.

    Und ich bin überzeugt das deren Programm zu mehr sozialer Gerechtigkeit ja sogar zu wohlstand für alle führen würde.
    Politik ist und bleibt die Kunst des machbaren und der funktionierenden Gesetze und ist kein Sandkasten für Computerspieler.
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  •   morgana
    (307 Beiträge)

    17.10.2013 19:29 Uhr
    Das BGE..
    .. ist im Moment noch nicht einmal eine Absichtserklärung, geschweige denn, ein fertiges Programm.

    Wenn das BGE realitätsfern ist, dann sind eine ganze Menge Leute realitätsfern, nicht nur die Piraten.

    Darunter auch sehr namhafte Institute (siehe Website von Attac)
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  •   morgana
    (307 Beiträge)

    17.10.2013 17:59 Uhr
    @Melanie Müller - In 1000 Zeichen
    1.) die Partei hat Zukunft, muss sich aber über ihr Verständnis von Demokratie klar werden. Jeder Bürger ist geeignet, seine Meinung einzubringen, nicht jeder ist geeignet, zu einer Parteiposition zu kommen.
    2.) da jeder von uns Recht haben will, gibt es interne Querelen. Hinzu kommt, dass wir Piraten allesamt versuchen, neben unseren Jobs her solide Politik anzubieten und Problemlösungen zu erarbeiten, die nicht einfach auf der Hand liegen. Populismus ist leicht zu verkaufen, aber das ist nicht Piratenstil. Das bringt bei Wahlen systemimmanent eine gewisse Problematik mit sich.
    3.) Die Medien greifen sich gerne die schrillen (oder hübschen) Figuren aus der Mitgliederschaft heraus und zeichnen von uns ein Zerrbild. Natürlich gibt ´s bei uns Idioten und "Unikümmer", aber die absolute Mehrzahl sind ganz normale Menschen, die noch den Enthusiasmus mitbringen, etwas bewegen zu wollen.
    4.) Kaum einer derer, die sich gern am Bashing beteiligen, hat je "live" einen PiratenStammtisch besucht
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