Karlsruhe Den Fluten entstiegen

Auf dem Areal südlich der Europahalle wird das neue Freizeitbad gebaut
(Foto: pr)
Die Fächerstadt wird ihr neues Erlebnisbad bekommen. Auf der gestrigen Sitzung des Gemeinderats wurde gegen die Stimmen von PDS, KAL und Grünen der Beschluss gefasst, auf dem Gelände südlich der Europahalle das viel diskutierte Freizeitbad zu errichten. Die Baukosten für das Projekt sollen 25 Millionen Euro nicht überschreiten, heißt es im Beschluss. Finanziert wird der Bau von der Karlsruher Bädergesellschaft (KBG). Im Gegenzug, um die Finanzierung des Projekts zu sichern, werden das Tullabad und das Hallenbad in Wettersbach geschlossen. Das Freibad in Wolfartsweier erhält künftig keine Zuschüsse mehr.

Die Stadtverwaltung begrüßt die Entscheidung des Gemeinderats. Ihrer Rechnung nach würden die drei, nun von der Schließung betroffenen Bäder, jährlich 1,32 Millionen Euro an Zuschüssen schlucken. Das neue Freizeitbad würde inklusive der Stillegungskosten der anderen Bäder mit ungefähr 1,27 Millionen Euro zu Buche schlagen. Damit spare der neue Badetempel der Stadt etwa 50.000 Euro im Jahr. Zudem würde die Bäderlandschaft in Karlsruhe deutlich an Attraktivität zulegen. Sobald das neue Bad in Betrieb genommen wird, werden auch alle anderen städtischen Bäder in die KBG integriert werden.

"Das ganze ist ein Abenteuerbad für die Finanzen"

Grundsätzlich begrüßten alle Parteien im Gemeinderat die Idee eines derartigen Bades in Karlsruhe. Uneinigkeit herrschte bei den Details. Die SPD brachte einen Antrag in das Beschlussverfahren mit ein, nachdem das Hallenbad in Wettersbach in ein "Gruppenbad" umgewandelt, werden soll. Das bedeutet, dass das Bad, um der Schließung zu entgehen, vornehmlich Vereinen und Schulen zur Nutzung freigestellt werden würde. Vor allem in diesem Bereich wäre es bisher mehr als ausgelastet gewesen. Oberbürgermeister Heinz Fenrich hielt dagegen: Das Bad sei bei weitem nicht ausgelastet und wenn, wie vorgesehen, das Grötzinger Hallenbad in ein Gruppenbad umgewandelt werden würde, werde der Bedarf in Wettersbach weiter sinken.

Auch ein Antrag von Gisela Splett und Klaus Stapf, Stadträte der Grünen, wurde von der Mehrheit des Gemeinderats abgelehnt. Die Grünen forderten, eine Besserung der Haushaltslage bis zu einer endgültigen Beschlussfassung abzuwarten. "In der vergangenen Zeit wurden viele Projekte begonnen und zum Abschluss gebracht. Eine Konsolidierungsphase des Haushalts wäre nun angebracht", so Stapf. Ähnlich argumentierte Lüppo Cramer von der Karlsruher Liste. Das ganze sei "ein Abenteuerbad. Ein Abenteuerbad für die Finanzen". Die Kosten wären "schöngerechnet" worden. Folgekosten durch nachfolgende Bauarbeiten, wie den Abriss des Tullabads oder die Errichtung eines Parkdecks für Badbesucher, wären gar nicht mit in die Finanzplanung einbezogen worden.

Mehr als 1.700 Quadratmeter Wasserfläche

Einigkeit unter den Parteivertretern herrschte dabei, dass auch in Zukunft das Fächerbad in der Waldstadt eine wichtige Rolle in der Bäderlandschaft Karlsruhes spielen müsste. "Ich bin froh, dass der Oberbürgermeister das Fächerbad auch in Zukunft als Schwerpunktbad im Karlsruher Nordosten sieht", so Cramer. Ganz ohne Veränderungen würde es aber nicht gehen, so Barbara Kofler von der FDP/Aufbruch für Karlsruhe-Fraktion. "Bestimmte Zielgruppen werden dem Fächerbad den Rücken zukehren. Dafür werden neue Kunden gewonnen werden", so Kofler. Niko Fostiropoulos befürchtet, dass dem Fächerbad weit mehr Menschen den Rücken zukehren werden, als es neue Zielgruppen gewinnen kann. Dies führe, nach Ansicht des PDS-Politikers, dazu, dass die Zuschüsse für das Bad erhöht werden müssten.

Das neue Erlebnisbad, das nach einem Entwurf der Stuttgarter Bäderarchitekten Geier und Geier gebaut wird, soll zum neuen Aushängeschild der Karlsruher Bäderkulisse werden. Mit einer Gesamtwasserfläche von 1.712 Quadratmetern wird es zu den großen Bädern Deutschlands zählen. Das Bad wird in drei Ebenen unterteilt sein. Auf der Eingangsebene wird es einen Gastronomiebereich, einen Kinderbereich und einen Teil der Saunabereiche geben. Filetstücke der Badeebene werden der 755 Quadratmeter große Kinderbereich und der 550 Quadratmeter große Erlebnisbereich sein.

Integriert in den Erlebnisbereich werden ein 100 Meter langer Wildwasserkanal und zwei geplante Rutschen sein. Das Sportbecken in der Badeebene wird über sechs Bahnen mit einer Länge von 25 Metern verfügen. Im Außenbereich stehen noch einmal 150 Quadratmeter Wasserfläche zum Schwimmen bereit. Die dritte Ebene wird die Saunaebene sein. Insgesamt 1.500 Quadratmeter sind auf vier Saunen verteilt. Dazu kommen noch die drei Saunen auf der Eingangsebene. Wenn das Bad fertig ist, rechnet die Stadt jährlich mit ungefähr einer halben Million Gästen.

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