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Karlsruhe Demo zeigt Wirkung: KVV wieder verhandlungsbereit

Nachdem gestern knapp tausend Karlsruher Studierende gegen die Preispolitik des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) demonstrierten, signalisiert dieser jetzt erneute Verhandlungsbereitschaft.

Die Juso-Hochschulgruppe Karlsruhe spricht von einem vollen Erfolg der Demonstration. Vorangegangen war eine Ablehnung  der zwei vom KVV vorgelegten Angebote zu einer Preisneuverhandlung durch die Vollversammlung der Studierendenschaft. Zu Unmut hatte zudem eine Äußerung des Geschäftsführers des KVV, Walter Casazza, geführt, der in einer Pressemitteilung behauptet hatte, das Studierendenticket des KVV sei "das günstigste in ganz Baden-Württemberg". Dies sei jedoch falsch. "Entweder Dr. Casazza hat schlechte Informanten oder er versucht die Öffentlichkeit über die Preispolitik des KVV zu täuschen. Das ist schlicht unseriös", so Michael Fischer, Redner für die Juso-Hochschulgruppe auf der Demonstration. Im Weiteren forderte er als einzig mögliche Lösung ein neues Studierendenticket. Nach derzeitigem Stand soll der Preis für das Ticket zum 1. September 2009 von 107,50 Euro auf 112,50 Euro erhöht werden. Zusätzlich kommen auf die zukünftigen Studenten dann jedoch auch die seit Sommer 2007 eingeführte Studiengebühr von 500 Euro zu, plus eine Verwaltungsgebühr von 100 Euro. Damit kostet den Karlsruher Studenten, der auch "das Studiticket nutzen möchte, das Studium dann jedes Semester 712,50 Euro.

KVV bestreitet Prozentbetrachtung

Der Unabhängige Studierendenausschuss (UStA) weist zusätzlich darauf hin, dass die Preisentwicklung des Tickets im Rahmen der von der Stadtverwaltung ausgerufenen Kampagne "Karlsruhe 2015" als besonders "pikant" angesehen werden müsse. Im Zuge dieser Kampagne, die mehr Studenten für einen Erstwohnsitz in Karlsruhe gewinnen will, verspricht die Stadt unter anderem eine hervorragende Infrastruktur. Andreas Kosmider, der stellvertretende Vorsitzende der Studierendenschaft der Uni Karlsruhe, bemerkt  dazu, dass die neu gewonnenen Wähler die für sie wichtigen Themen in den Vordergrund stellen würden: "Für die Studierenden sind dies bezahlbarer Wohnraum und kostengünstiger Transport." Der UStA fordert die Studenten auf, die Entwicklung auf diesen Politikfeldern bei ihrer Wahlentscheidung im nächsten Jahr zu bedenken. Insgesamt ist der UStA mit der Demonstration sehr zufrieden. Kosmider kündigte an, dass weitere Protestaktionen nicht auszuschließen sind, sollte sich der KVV nicht bewegen. Kern der Forderungen sind weiterhin ein Ticket für unter hundert Euro im Semester und ein vertraglicher Ausschluss von übermäßigen Preissteigerungen.

Der KVV bestreitet die Prozentbetrachtungen der Studierenden, da die Studikarte auf einem preislich niedrigen Niveau kalkuliert sei und ihre Tarifanpasssung je Monat um denselben Eurobetrag wie bei der ScoolCard erfolge. Da die Studierenden die bisherigen verbesserten Angebote abgelehnt hätten, gelten nun weiter die vereinbarten Regelungen, so KVV-Geschäftsführer Casazza. Dennoch sei man angesichts der Proteste der Studierenden weiterhin verhandlungsbereit.

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Kommentare (9)
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  • unbekannt
    (2 Beiträge)

    26.11.2008 19:19 Uhr
    112,50 € florian am 21.11.2008
    Es stimmt schon, dass es im Vergleich zum normalen Preis deutlich günstiger ist. Darum geht es hier aber garnicht! Es geht darum, dass der KVV den Preis in den letzten paar Jahren sehr stark angehoben hat!!!!!!! Und das geht so nun einmal nicht! Es mag natürlich nicht viel sein, wenn man das auf einen Monat runterrechnet, aber dennoch sind 112,50 zuzüglich die Studiengebühren und diese 100 EUR Semester-beitrag eine ordentliche Summe für einen Studenten. Das sind dann >700 EUR pro Semester, ohne Miete oder Verpflegung, da macht dann so etwas doch einiges aus.

    Wenn die weiterhin so tapfer erhöhen, bei welchem Betrag sind dann die künftigen Absolventen, welche erst im nächsten Jahr oder jetzt angefangen haben??!!!
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  • unbekannt
    (51 Beiträge)

    21.11.2008 08:18 Uhr
    112,50 €
    112,50 € für ein halbes Jahr fahrt durch das gesamte Netz der KVV ... also sorry, aber das ist extrem günstig. Das sind 18,75 € im Monat ... Für diesen Preis kann ich mir gerade mal 3 Einzelfahrkarten mit euren 7 Waben leisten ... habt Ihr das schonmal in betracht gezogen???
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  •   lenkdreiachser
    (362 Beiträge)

    20.11.2008 08:53 Uhr
    Generelles zur Preisstrategie
    Ich verstehe allerdings auch die generelle Preisstrategie des KVV nicht. Offensichtlich hat man zur Einführung der Studikarte einen nicht auskömmlichen Tarif kalkuliert bzw. zu wenig Vorsorge für die weitere Kostenentwicklung getroffen. Das rächt sich nun und soll durch überproportionale Preissteigerungen aufgefangen werden.
    Leider hat man aber nichts draus gelernt und bringt mit der KombiCard nun wieder ein extrem preiswertes Angebot auf den Markt. Statt Neukunden zu gewinnen zieht man damit ganz überwiegend bestehende Kunden aus ertragreichen Tarifen ab. Und das in einer Zeit, in der die ÖPNV-Finanzierung wackeliger denn je ist. Das Geld wird bald in der Kasse fehlen, und das Spiel geht, diesmal mit anderen Statisten wieder von vorne los.
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  •   lenkdreiachser
    (362 Beiträge)

    20.11.2008 08:53 Uhr
    Generelles zur Preisstrategie
    Ich verstehe allerdings auch die generelle Preisstrategie des KVV nicht. Offensichtlich hat man zur Einführung der Studikarte einen nicht auskömmlichen Tarif kalkuliert bzw. zu wenig Vorsorge für die weitere Kostenentwicklung getroffen. Das rächt sich nun und soll durch überproportionale Preissteigerungen aufgefangen werden.
    Leider hat man aber nichts draus gelernt und bringt mit der KombiCard nun wieder ein extrem preiswertes Angebot auf den Markt. Statt Neukunden zu gewinnen zieht man damit ganz überwiegend bestehende Kunden aus ertragreichen Tarifen ab. Und das in einer Zeit, in der die ÖPNV-Finanzierung wackeliger denn je ist. Das Geld wird bald in der Kasse fehlen, und das Spiel geht, diesmal mit anderen Statisten wieder von vorne los.
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  • unbekannt
    (57 Beiträge)

    20.11.2008 00:23 Uhr
    VERHANDLUNGSBEREIT
    Nächste Woche beginnen wahrscheinlich die VErhandlungen! Oder zumindest Gespräche... mal sehen, was die Demo bewirkt hat!
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  • unbekannt
    (1 Beiträge)

    19.11.2008 16:31 Uhr
    KVV- Erhöhung des Studitickets ist 3mal so hoch wie bundesweite Erhöhung!
    Um hier mal das Vorurteil der einseitigen Berichterstattung zu zerschlagen: Ich habe ein wenig für einen Artikel in unserer Fachschaftszeitung "Steinpilz" recherchiert und den Anstieg der Lebenshaltungskosten von 1998 bis 2008 dokumentiert. Jedenfalls in Ansätzen.
    Fakt ist, dass das Studiticket in dem Zeitraum um 92% erhöht wurde. Das Schülerticket um 45%. Die durchschnittliche Preissteigerung im Verkehrsbereich beträg im gesamten Bundesgebiet etwa 35 %. Die Differenz zwischen 35 und 92% ist doch eminent. Da kann mir niemand sagen, das läge an den Rohstoffpreisen, oder fördert der KVV seine Treibstoffe selbst?!?

    Hier als Quelle: Die Daten des statistischen Bundesamtes für den Zeitraum. Interessant zu diesem Thema: Spalte 5 "Verkehr"
    http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Zeitreihen/WirtschaftAktuell/Basisdaten/Content100/vpi102a.psml
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  • unbekannt
    (5 Beiträge)

    19.11.2008 14:51 Uhr
    KVV Abzockerbetrieb
    Ich hab vor 3 Jahren angefangen zu studieren, da kostete die Karte knapp 87 Euro, als ich vor kurzem fertig war war sie bei 107 euro angekommen. Allein das war schon eine Steigerung von 23 % So schnell steigen keine Kosten....pure Abzockerei...Kampf dem KVV richtig so!
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  • unbekannt
    (8 Beiträge)

    19.11.2008 12:29 Uhr
    Berechtigtes Anliegen
    Die Proteste der Studis sind ja wohl mehr als berechtigt! Bei einer nicht zu leugnenden Preissteigerung von 110% bis zum WS 2008/09 war das fast überfällig... Auch toll, dass so viele Studis und Gruppen da waren. Weiter so!
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  • unbekannt
    (1 Beiträge)

    19.11.2008 12:15 Uhr
    Einseitige Berichterstattung?
    Die 110% Preissteigerung ist ein Fakt, der nicht diskutabel ist. Darüberhinaus, kann man keine Jahresbeträge (Schoolcard) mit Halbjahresbeträgen (Studiticket) vergleichen. Im übrigen war die Demonstration eine Aktion des UStA, in Auftrag gegeben auf einer Vollversammlung der Studierenden.
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