Waldbronn Das Wunder von Busenbach?

Die AVG-Bahnbrücke in Busenbach steht seit langem einfach nur "so da"
(Foto: ka-news)
Die Bauarbeiten an der Stadtbahnbrücke beim Bahnhof Busenbach können wieder aufgenommen werden. Das Innenministerium des Lands bewilligte weitere 1,5 Millionen Euro an Fördermitteln für den Weiterbau an der Bahnüberführung im Waldbronner Ortsteil Busenbach.

Mitte vergangenen Jahres hatte die Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) die Bauarbeiten an der Bahnbrücke über die L564 einstellen müssen, da das damals zuständige Ministerium für Umwelt und Verkehr die Finanzierung nicht weitertragen konnte (ka-news berichtete).

Abschluss des Brückenbaus noch in diesem Jahr

Der 2003 begonnene Brückenbau stand seitdem als Rumpfbauwerk im Karlsruher Landkreis, das der Bund der Steuerzahler in seinem "Schwarzbuch" als Beleg für die Verschwendung von Steuergeldern angeführt hatte (ka-news berichtete). Jetzt sollen die Bauarbeiten an der "So-da-Brücke", die bislang einfach nur "so da" stand, im April wieder begonnen und noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Damit wäre eine weitere Etappe des Vorhabens genommen, das bereits 1988 mit dem zweigleisigen Ausbau der Strecke Ettlingen - Busenbach begann. Im Zuge des Streckenausbaus waren außerdem Umbaumaßnahmen im Bahnhof Busenbach und die Beseitigung von drei Bahnübergängen angestrengt worden.

Verbesserung des Nahverkehrsangebots?

"Mit der Finanzierung des Weiterbaus der Brücke lösen wir unsere Zusage aus dem Jahr 2005 ein, für 2006 weitere Mittel zur Verfügung zu stellen", sagte Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech am Mittwoch in Stuttgart. "Mit dem zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke von Ettlingen nach Busenbach wird den Bürgern bald ein noch besseres Nahverkehrsangebot zur Verfügung stehen", betonte der Minister.

Laut dem Pressesprecher des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV), Georg Nowak-Hertweck, ändert der Brückenbau jedoch nichts an der Kapazität des Bahnhofs Busenbach. "Es stehen jetzt auch nicht mehr Gleise als vorher zur Verfügung", stellt Nowak-Hertweck richtig. "Der zweigleisige Streckenausbau von Ettlingen nach Busenbach wurde bereits im November 1990 fertig gestellt."

Von der "So-da-Brücke" zum Wunder von Busenbach

Die Bedeutung des Baus der Eisenbahnbrücke für die Region liege vielmehr in der Entflechtung des Straßenverkehrsknotens am Bahnhof Busenbach, erklärte Nowak-Hertweck. Durch die AVG-Brücke könne die Gleistrasse der S11 Richtung Ittersbach für eine neue Einmündung der Pforzheimer Landstraße L562 in die Albtalstraße L564 genutzt werden. Die Brücke werde dadurch zur Entspannung der Verkehrssituation am bisherigen Bahnübergang auf die L622 Richtung Ittersbach beitragen.

Für den Bahnbetrieb lägen die Vorteile vor allem in der Erhöhung der Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, äußerte sich der Geschäftsführer der AVG, Dr. Walter Casazza, auf die Frage nach der Zweckmäßigkeit des Brückenbaus. Außerdem wies Casazza darauf hin, dass die Verlegung der Gleise auf die Brücke eine Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit der Züge ermögliche. "Der hierdurch erzielte Fahrzeitgewinn beträgt eine wertvolle Minute für die Fahrplangestaltung", so der Geschäftsführer.

Das Land beteiligt sich mit rund 19,8 Millionen Euro an den Umbaumaßnahmen, die 1988 mit dem zweigleisigen Ausbau der Strecke Ettlingen-Busenbach in Angriff genommen worden waren und dieses Jahr mit der Fertigstellung der AVG-Brücke zu einem Ende finden sollen. Damit könnte die "So-da-Brücke" doch noch als Wunder von Busenbach in die Geschichte von Waldbronn eingehen.

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