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Karlsruhe Das Urteil ist gefällt: "Cannabis-Oma" kommt mit Geldstrafe davon

Eine 72-Jährige musste sich am Dienstagnachmittag vor dem Amtsgericht Durlach verantworten. Sie hatte in ihrer Wohnung in zwei Aufzuchtanlagen Marihuana angebaut.

Die Frau, die in der Szene den Spitznamen "Oma" trug, war nicht zu Hause, als zwei Männer unerlaubt in ihre Wohnung eindrangen, um einige ihrer Cannabispflanzen zu stehlen. Beamte der Zentralen Ermittlungsgruppe "Rauschgift", die das Gebäude beobachteten, konnten die Übeltäter jedoch festnehmen. Die Polizisten fanden eine professionelle "Marihuana-Indoor-Anlage" vor und nachdem die "Oma" während der Dursuchung zurück gekommen war führte sie ihre "Gäste" auch noch stolz zu ihrem Schrebergarten, wo sie weitere Cannabissetzlinge züchtete.

Die Durlacherin, die behauptet, sie brauche die Drogen für ihren Marihuana-Tee gegen ihre ständigen Schmerzen, musste sich deshalb nun wegen unerlaubtem Anbaus von Betäubungsmitteln vor dem Amtsgericht verantworten. Sie habe vor dieser Sache "bis auf Strafzettel" nichts mit der Polizei zu tun gehabt, erklärte die resolut auftretende 72-Jährige. Auf die sichergestellten Gegenstände von Pflanzen bis Gerätschaften verzichtete sie gerne. "Die brauch' ich nimmer," winkte sie ab.

2.000 Euro Geldstrafe

Das Urteil wurde schnell gefällt - nach nicht mal einer halben Stunde konnte die "Oma" das Gerichtsgebäude schon wieder verlassen. Die Staatswanwaltschaft plädierte auf eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 20 Euro, also insgesamt 2.000 Euro, außerdem sollte die Marihuana-Züchterin die Kosten des Verfahrens tragen. Ursprünglich waren Tagessätze à 25 Euro geplant. Diese Pläne aber  wurden verworfen, zum einen wegen der finanziellen Lage der Rentnerin, zum anderen weil sie wegen gesundheitlicher Probleme einen "besonderen medizinischen Aufwand" betreiben muss, wie der Richter erklärte.

Die Verteidiger schloss sich dem Strafmaß an, forderte allerdings wegen der Lage seiner Mandantin eine ratenweise Zahlung des Betrages. Der Richter gab der Forderung statt und verdonnerte die "Cannabis-Oma" zu monatlichen Ratenzahlungen von 100 Euro. Ob sie das Urteil annehme, wollte er von ihr wissen. "Ha ja!", entgegnete die ältere Dame mit dem grünen Daumen in ihrer gewohnt resoluten Art. Dann verließ sie das Gebäude und entschwand im nasskalten Durlacher Wetter. Ein Handel mit den Drogen konnte ihr nicht nachgewiesen werden.
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Kommentare (2)
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  • unbekannt
    (69 Beiträge)

    10.12.2008 10:10 Uhr
    Ich finds auch in Ordnung
    Sie wollte ja nur in Ruhe ihren Entspannungstee trinken.
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  •   patrickkk
    (1150 Beiträge)

    10.12.2008 07:16 Uhr
    Find ich in Ordnung
    Also Strafe muss ja sein, aber denke, dass ist so für alle akzeptabel. Ne oma noch hinter Gitter zu bringen, hätte niemanden etwas gebracht.
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