Karlsruhe Das Letzte seiner Art

Sie alle wollen "Das Fest", die Fraktionen im Gemeinderat auch
(Archivfoto: ka-news)
"So kann es nicht mehr weitergehen", erklärten die Organisatoren des "Fests" am vergangenen Dienstag (ka-news berichtete). Die Zukunft des größten "Umsonst-und-draußen"-Festivals Süddeutschlands steht auf Messers Schneide und wenn für das kommende Jahr keine praktikable und finanzierbare Organisationsform gefunden wird, ist "Das Fest" 2007 die letzte Ausgabe, die Karlsruhe erleben wird. Jetzt sind die Fraktionen im Gemeinderat und die Stadt gefragt, "Das Fest" zu retten.

Der Stadtjugendausschuss (StJA) selbst, seit 23 Jahren Veranstalter des Open-Airs, hat bereits Überlegungen ins Spiel gebracht, mit denen der Fortbestand gesichert werden könnte. Möglich wäre die oft zitierte "Gesundschrumpfung" der Veranstaltung, verbunden mit einer Pause zur Neukonzeptionierung. In einer anderen Variante könnten städtische Gesellschaften wie die Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH oder das Stadtmarketing die Ausrichtung übernehmen. Ebenso sieht der StJA die Möglichkeit, "Das Fest" privaten Veranstaltern zu überlassen. So richtig anfreunden wollen sich Rolf Fluhrer und Co aber nicht mit diesen Varianten.

CDU schlägt Rückkehr zu den Wurzeln vor

Die vom StJA favorisierte Lösung sieht die Gründung einer Gesellschaft vor, mit dem StJA als einzigem Gesellschafter. Die finanzielle Unterstützung müsste dabei von der Stadt kommen. Die Summe von 150.000 Euro steht im Raum, etwas mehr als die Summe, die heuer für die Hauptbühne eingeplant ist. Geld, das die Fraktionen gerne für die Rettung einer der image-trächtigsten Veranstaltungen der Fächerstadt in die Hand nehmen. Es herrscht große Einmütigkeit unter den Parteien im Gemeinderat.

Die Fraktionen sind sich einig: Auch 2008 soll die "Klotze" Heimat des "Fests" sein (Archivfoto: ka-news)

"Die CDU-Fraktion will 'Das Fest' unbedingt erhalten", so Fraktionschef Wolfram Jäger. In welcher Form dies geschehen soll, sei noch zu diskutieren. Mit der Gründung einer GmbH ließen sich nicht alle schon im Vorfeld diskutierten Probleme aus der Welt schaffen. Die Frage nach den Sicherheitsrisiken und der rechtlichen Verantwortung sei zu klären. Die Erhebung von Eintritt lehnt die Union ab. Nur so könne der Charakter des "Fests" erhalten werden. Sehr wohl werde man sich jedoch Gedanken über eine Rückkehr zu den Wurzeln machen müssen: Es könnte durchaus wieder kleiner und familiärer werden.

Stapf: "Wir werden eine Lösung finden"

Auch die SPD erteilt der Erhebung eines Eintrittspreises eine klare Absage. "Es darf zu keiner Kommerzialisierung kommen", so die Fraktion in einer Erklärung. Die Genossen halten die vom StJA favorisierte Lösung mittels einer Gesellschaft und einer städtischen Finanzspritze für die sinnvollste. "Mit dieser Lösung könnten wir sehr gut leben und 'das Fest" könnte dauerhaft überleben", stellt Fraktionsvorsitzende Doris Baitinger fest.

"Wir werden eine Lösung finden", ist sich auch der Fraktionssprecher der Grünen, Klaus Stapf, sicher. "Wir wollen 'Das Fest' auf dem derzeitigen Niveau halten, und zwar ohne Eintritt", so Stapf. Nach Ansicht der Grünen scheint die vom StJA angedachte Variante der Organisationsform zu funktionieren. Sicherlich müssten auch hier noch Details geklärt werden, aber am Geld dürfte es nach Ansicht von Stapf nicht scheitern.

StJA, Stadtmarketing oder KMK?

Fest-Organisator Rolf Fluhrer (l.) und StJA-Vorsitzender Christian Klinger: "So geht es nicht weiter." (Archivfoto: ka-news)
Dass es nicht am Geld hängen wird, glaubt auch Michael Obert von der FDP/Aufbruch-Fraktion. Und Eintrittspreise will auch seine Fraktion nicht. Doch Fragen hinsichtlich der Sicherheitsaspekte müsste man sich im Rahmen der Diskussion stellen. "Vielleicht sollte man auf die ganz großen Namen in Zukunft verzichten", so Obert. Die Sicherheit müsse gewährleistet sein. Schließlich sei es im Schadensfall auch eine Frage der Haftung.

Ähnlich sieht es auch die KAL-Fraktion. "Es könnten durchaus auch wieder mehr regionale Bands spielen, eben alles wieder ein bisschen kleiner", so Eberhard Fischer von der KAL. Ob nun der StJA oder eine städtische Gesellschaft wie das Stadtmarketing die Organisation übernimmt, müsse sich im Laufe der Diskussion zeigen. Wichtig ist auch für ihn: "Der Charakter muss erhalten bleiben, also auch mit Kinderbetreuung, Mitmach-Angeboten und ähnlichem." Dass von allen Seiten der Willen zur Rettung des Fests da ist, bezweifelt Fischer nicht: "Letztlich sind doch alle mit dem 'Fest' aufgewachsen."

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