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Karlsruhe Daniel Born in Durlach: "Wohnen ist ein Menschenrecht", das die SPD in Zukunft besser schützen will

Die SPD muss sich neu positionieren und dabei traditionelle Werte wieder in den Vordergrund rücken, das waren die Grundaussagen, die Referent Daniel Born, wohnungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, bei einer Veranstaltung in Durlach vorstellte. Über die Wohnungsnot im Land und wie man ihr am besten begegnen kann, sprach der Landtagsabgeordnete für den Kreis Schwetzingen auf Einladung der Durlacher SPD.

"Wohnen ist ein Menschenrecht" – so die Kernaussage des Vortrags. Während man andere Grund- und Menschenrechte durch die Verfassung und Gesetzgebung schützt, habe man dieses Grundrecht über Jahrzehnte der freien Marktwirtschaft ausgesetzt und die habe natürlich andere Interessen als das Gemeinwohl zu wahren. Und wo es um permanente Kapitalvermehrung gehe, trete das Interesse am Menschen naturgemäß zurück. Will man das ändern, müsse man als Gesetzgeber, als Bund, Land und Kommune auf den Immobilienmarkt einwirken, dafür wolle sich die SPD in Zukunft vehement einsetzen.

Wohnungsnot
Ein Schild, auf dem "Spekulanten vertreiben!" ist an einem Haus befestigt, das schon einige Zeit leer steht. | Bild: Sebastian Gollnow

Die "Europäische Stadt" neu denken und kreativ entwickeln

In einem Ideencampus wolle man als Partei mit Experten zusammenarbeiten und den Begriff der "Europäischen Stadt im 21. Jahrhundert" positiv entwickeln. Zum einen durch innovatives Bauen, zum anderen durch gelingende Nachbarschaftssysteme und durch Respekt vor dem Boden, der naturgemäß ein endliches Gut ist, mit dem sorgsam umgegangen werden müsse. Born erwies auf urbane Nachverdichtung, vernetzte, kommunikative Städte und innovatives Bauen als die Hardware für ein gelungenes Zusammenleben.

Daniel Born
Daniel Born | Bild: Heike Schwitalla

Maßgeschneiderten Wohnraum für jeden

Man müsse sich vom Gedanken "Einfamilienhaus für alle" verabschieden, zum einen, weil es dafür gar nicht den Raum gebe und zum anderen, weil sich die wenigsten Familien – gerade in Baden-Württemberg – das jemals leisten können. Man wolle als SPD für jeden da sein: Für die Alleinerziehende oder die geringverdienende Familie, die auf sozialen Wohnungsbau angewiesen ist, bis hin zur Familie, die den Traum vom Eigenheim träumt. "Wichtig ist doch", so Born, "dass der Wohnraum zur jeweiligen Lebenssituation passt und diese nicht dem verfügbaren Wohnraum unterworfen werden muss".

Eine Matratze mit Aufschrift
Ein Mann geht an einer Matratze vorbei, die mit den Worten «Wohnungsnot tötet täglich» bemalt ist, daneben liegt Sperrmüll. | Bild: Marijan Murat/Archiv

Er sprach von Paaren, die ihren Kinderwunsch in Ermangelung einer bezahlbaren angemessen großen Wohnung, aufgeben, von Senioren, die ihre Wohnung nur noch teilweise nutzen können, weil diese nicht barrierefrei ausgebaut ist und von Fachkräften, die sich vor einem Umzug nach Baden-Württemberg scheuen, sobald ein Arbeitgeber keinen passenden Wohnraum vorweisen könne. "So weit ist es schon gekommen", berichtet der Landtagsabgeordnete, "folglich muss jetzt die Wende einsetzen".

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Kommentare (10)
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  •   de.schwule.sascha
    (171 Beiträge)

    09.11.2018 21:14 Uhr
    Dann sollten
    die Experten mal beim Nachbarn Österreich rüberschauen, da klappt es mit den Wohnungen und den Renten.
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  •   Svetogor
    (240 Beiträge)

    09.11.2018 15:19 Uhr
    .
    Der sollte sich paar Haare wachseln lassen - dann kann er sie sich raufen, wenn er merkt, was für nen Mist er verzapft.

    Jeden Tag tauscht irgend so ein Experte auf. Aus welchem Loch kommen die denn immer hervorgekrochen?
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  •   betablocker
    (3527 Beiträge)

    08.11.2018 18:04 Uhr
    Träumer
    Man müsse sich vom Gedanken "Einfamilienhaus für alle" verabschieden, zum einen, weil es dafür gar nicht den Raum gebe und zum anderen, weil sich die wenigsten Familien – gerade in Baden-Württemberg – das jemals leisten können.

    Wenn nicht hier in Ba-Wü, wo denn dann? Hier und in Bayern sitzt doch das ganze Geld der Republik.
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  •   Beiertheimer
    (953 Beiträge)

    09.11.2018 10:38 Uhr
    Wenn nicht hier wo dann?
    Mir fällt da spontan die Uckermark ein.
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  •   betablocker
    (3527 Beiträge)

    09.11.2018 13:51 Uhr
    In den
    blühenden Landschaften? Geh fott...obwohl, da hats wenigstens keine Laubbläaserdeppen...
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  •   kommentar4711
    (1985 Beiträge)

    08.11.2018 19:18 Uhr
    Antwort auf "Träumer"
    Und genau daran, dass es sich viele nicht leisten können, sollte man ansetzen!
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  •   Freigeist1
    (663 Beiträge)

    08.11.2018 14:38 Uhr
    Mein Tipp: Politiker und Parteien an ihren Taten messen, nicht an
    schönen Reden; hier SPD + Wohnen: SPD-Finanzminister Schmid hat zahlreichen Karlsruher Mietern zu sehr deutlich höhern Mieten "verholfen", siehe:
    https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.lbbw-wohnungen-spd-landeschef-rechtfertigt-wohnungsverkauf.0053c749-9593-4ff3-8bb2-679fdf62f86a.html

    Wie und wann will die SPD die Leidtragenden entschädigen?
    Man sollte nicht A predigen und -wenn man an der Macht- ist B tun.
    Bsp. Tempolimit: hatte die SPD 1998 im Programm, die Grünen habens gefordert (Rot/Grün im Bund 1998-2005), die SPD lehnte dann aber ab, entgegen ihres eigenen Programms! Dieses Muster bemerken immer mehr Bürger.
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  •   kommentar4711
    (1985 Beiträge)

    08.11.2018 15:01 Uhr
    Antwort auf "Mein Tipp: Politiker und Parteien an ihren Taten messen, nicht an"
    Das ist nur ein Beispiel. Das nächste Beispiel ist bei uns in Karlsruhe, dass die Volkswohnung dazu verdonnert ist Gewinne zu erwirtschaften und an die Stadt ab zu führen. Wenn man es mit Sozialem Wohnungsbau ernst nehmen würde, dann müsste man der Volkswohnung Gelder zur Verfügung stellen um Sozialwohnungen zu bauen und günstig anbieten zu können. Auch das unter rot-grüner Mehrheit im Stadtrat.

    Nächstes Beispiel, die Mietpreisbremse. Ein Rotes Prestige-Projekt das seine Wirkung aber (mit Ansage) komplett verfehlt hat und nur dazu geführt hat, dass vor in Kraft treten noch mal an vielen Stellen kräftig die Mieten aufgeschlagen wurden.

    Die Landesbank B-W hat 2012 ganze 21.500 Wohnungen an einen Privatinvestor verkauft (welcher sie nach wenigen Jahren mit viel Gewinn weiterveräußert hat). Auch das unter Grün-Roter Regierung.

    Beispiele über Beispiele. Und jetzt stellt sich die SPD so hin. Und dann wundern sie sich, dass ihnen keiner mehr glaubt.
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  •   SagMalWas
    (286 Beiträge)

    09.11.2018 12:54 Uhr
    Taten statt Worte
    Habe bereits anch der Ueberschrift das gleiche gedacht.
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  •   Freigeist1
    (663 Beiträge)

    08.11.2018 16:49 Uhr
    Federführend bei dem Deal war
    SPD-Finanzminister Nils Schmid, Berater war der FDP-Exvorsitzende Döring.
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