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Karlsruhe Chaos auf Herrenalber Straße

Umstritten: Die Herrenalber Straße
(Foto: Bürgergemeinschaft Rüppurr)
Für viel Gesprächsstoff sorgt immer wieder die Herrenalber Straße, deren Bauweise regelmäßig auf Kritik stößt (ka-news berichtete). Am gestrigen Donnerstag lud nun ein Aktionsbündnis aus betroffenen Bürgern sowie Vertretern von SPD, Grünen und der Karlsruher Liste (KAL) zu einer Pressekonferenz, um gegen die "Desinformationskampagne" der CDU vorzugehen, die sich einem Verkehrsversuch zur Erneuerung der Straßenführung widersetzt.

Die Stadt Karlsruhe will im Rahmen des Verkehrsversuchs die Herrenalber Straße zwischen Rüppurrer Schloss und Battstraße um eine Fahrspur Richtung Ettlingen verringern, nachdem ein unabhängiges Gutachten ergeben hatte, dass davon positive Auswirkungen zu erwarten sind. Dabei soll ein durchgängiger Radweg in Richtung Ettlingen auf der Westseite der Herrenalber Straße entstehen - eine alte Forderung aus den anliegenden Stadtteilen. Mit der dadurch gewonnenen Fläche wollen das Stadtplanungs- und das Tiefbauamt, unterstützt von Kommunalpolitikern aus SPD, Grünen und KAL, Gefahrenstellen entschärfen.

Politikstil der "Autolobbyisten"

So planen die Verkehrsexperten, die Straßenbahnhaltestelle am Ostendorfplatz zu verbreitern. Denn dort steigen jeden Morgen und Mittag unzählige Schüler aus, die wegen der geringen Fläche auf den Gleisen stehen müssen. Mit der Reduzierung um eine Fahrspur will die Verkehrsbehörde zudem die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 60 auf 50 Stundenkilometer herabsetzen. Davon sollen zum einen vor allem die Kinder und die vielen älteren Bürger aus dem Dammerstock, der Gartenstadt und Rüppurr profitieren, die derzeit an allen Querungen gefährdet sind. Zum anderen ist mit einer solchen Tempoverminderung eine überproportionale Lärmsenkung verbunden - "ein Segen für die Anwohner der Herrenalber Straße", meint Anne Segor, Stadträtin der Grünen und Mitglied im Aktionsbündnis "Pro Verkehrsversuch".

Lärm und Abgase auf der Herrenalber Straße sollen verringert werden (Foto: ka-news)

Dieses Aktionsbündnis, in dem Bürger aus Rüppurr sowie Vertreter von SPD, Grünen und KAL in Rüppurr mitarbeiten, ist entstanden, nachdem sich gegen den Verkehrsversuch Widerstand entwickelte. Der Widerstand wird vor allem von einigen Rüppurrer CDU-Mitgliedern getragen. Nach Ansicht des Aktionsbündnisses betreiben die Versuchsgegner eine absolute Desinformationskampagne: Kaum Fakten, aber viele Behauptungen - ein Politikstil der "Autolobbyisten", den das Aktionsbündnis strikt ablehnt. Viele Rüppurrer seien dadurch verunsichert.

Aktionsbündnis: Probleme sind nicht zu erwarten

"Vor den Fahrbahnreduzierungen in der Ebertstraße und der Durlacher Allee war das der gleiche Stil der CDU - und hinterher waren die Anwohner von der Maßnahme begeistert. Genau so wird es in Rüppurr sein", meint Gerhard Wiedl, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Rüppurr. Das Aktionsbündnis will die Bürger durch Plakate und Stände informieren, immer samstags beim Markt vor der katholischen Kirche, vor dem Penny-Markt in Rüppurr und auf dem Ostendorfplatz. Die Aktion soll bis zum 27. November dauern, dem Tag, an dem der Bürgerverein Rüppurr eine Bürgerversammlung zum Verkehrsversuch abhält.

Mehr Grünzeiten (Foto: ka-news)
"Ein Versuch ist ein Versuch und sonst nichts. Man muss das Ergebnis des Versuches erst einmal abwarten", sagt Stadtrat Eberhard Fischer von der KAL. Wer den Versuch ablehne, mache sich verdächtig, gar nicht an einer Entwicklung hin zu mehr Sicherheit, weniger Lärm und besseren Bedingungen für Radler interessiert zu sein. Das Aktionsbündnis ist überzeugt, dass sich in jedem Fall Lärm und Abgase verringern werden. Probleme seien nicht zu erwarten, wie man bei der Sperrung einer Spur bei Umbauarbeiten an den Kreuzungen mit der Diakonissenstraße und der Nürnberger Straße habe beobachten können.

Weitere geplante Maßnahmen sollen profitieren

Nach dem unabhängigen Gutachten lassen sich offene Fragen nur durch den Versuch klären. Die Gutachter und die Stadtverwaltung erwarten, dass sich der Verkehr auf der Herrenalber Straße weiter verringert. Davon sollen auch die weiteren, neben dem Verkehrsversuch geplanten Maßnahmen entlang der Herrenalber Straße beziehungsweise der Ettlinger Allee, profitieren. Diese bestehen aus einem ebenerdigen Übergang an der Battstraße sowie modernen Signalgebern an den Ampeln, die zu mehr Grünzeiten für die einbiegenden Anlieger führen. Außerdem will man mehr Sicherheit beim Abbiegen an der Nürnberger Straße schaffen.

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