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Karlsruhe CDU-Fraktion: Wird die Stadt fahrradfreundlicher, aber autofeindlich?

Mit Sorge betrachtet die CDU-Fraktion eine Entwicklung, die dem Fahrradverkehr grundsätzlich den Vorrang gegenüber dem Autoverkehr einräume. Es sei zu befürchten, dass Autofahrer nach den Straßenumgestaltungen der letzten Zeit dauerhaft benachteiligt würden. Am Beispiel der Herrenalber Straße in Rüppurr veranschaulicht Fraktionsvorsitzende Gabriele Luczak-Schwarz die Bedenken ihrer Fraktion.

Dort wurde der Autoverkehr in Richtung Süden auf eine Fahrspur begrenzt und daneben ein Radstreifen angelegt. Die CDU-Fraktion ist damit nicht einverstanden: "Im Ergebnis haben die Autofahrer weniger Platz, während viele Fahrradfahrer das Gebiet umfahren und den Radstreifen gar nicht nutzen", so die Fraktionsvorsitzende in einer Pressemitteilung.

Sie erklärt die Position der CDU zum Miteinander von Fahrrad und Autoverkehr: "Wir wollen, dass Karlsruhe fahrradfreundlicher wird – aber nicht autofeindlicher". Ein weiteres Beispiel für die Benachteiligung der Autofahrer sieht der Planungsfachmann der CDU-Fraktion, Stadtrat Tilman Pfannkuch, in der Sophienstraße: "Die Umwandlung in eine Fahrradstraße, in der Autofahrer bestenfalls geduldet werden, hat den Trend fortgeschrieben."

Die übrigen CDU-Mitglieder im Planungsausschuss teilen diese Einschätzung: Wenn sich der Trend fortsetze, werde der motorisierte Individualverkehr aus der Stadt gedrängt, so die Prognose der Stadträte Thorsten Ehlgötz, Albert Käuflein und Sven Maier. Dies hätte jedoch negative Folgen für die Wirtschaft: "Die Radstreifen können noch so breit sein, die Leute werden doch nicht mit dem Fahrrad durch die Stadt fahren, um ein Sofa oder einen Kühlschrank zu kaufen, sondern mit dem Auto die Stadt verlassen und woanders einkaufen.

"Für die CDU-Fraktion gehört zu einem stimmigen Gesamtkonzept zum Individualverkehr, die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer zu berücksichtigen und keine Gruppe zu benachteiligen, unterstreicht Luczak-Schwarz abschließend. 

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  •   Laetschebachschorsch
    (3230 Beiträge)

    06.07.2011 08:23 Uhr
    Radfahrer bevorzugen
    Die Stadt braucht doch nur die schon bestehenden Umweltzonen auch alle Kraftfahrzeuge ausdehnen. Dann bleiben die Fußgänger und Radfahrer die einzige Gefahr für die Pedaltreter. Und außerhalb der Umweltzonen wird von jedem Auto- oder LKW-Fahrer eine Straßenbenutzungsmaut von monatlich 200,-- € erhoben. Diese Einnahmen werden dann wieder zur Schaffung neuer Fahrradabstellplätze verwendet. In die Stadt fahren können dann nur die Herren Bürgermeister und die Wohlhabenden, die sich einen Fahrer leisten können.
    Gibt es eigentlich Erhebungen wie viele Radfahrer ihr heiliges Blechle irgendwo in der Stadt, Südstadt, Oststadt oder so, halt in Uni-Nähe, auf einem ergattertem freien Plätzchen, es kann auch im Halteverb0t sein, Wochen lang abstellen und sich dann nur mit dem Fahrrad in der Stadt bewegen? Die Kosten für Garagen werden gespart.
    Hoffentlich sind bald Wahlen. Auch das führt zu Politikverdrossenheit.
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  •   alfredhaase
    (382 Beiträge)

    06.11.2010 02:35 Uhr
    Sophienstraße
    Planungsfachmann der CDU-Fraktion, Stadtrat Tilman Pfannkuch zur Sophienstraße: "Die Umwandlung in eine Fahrradstraße, in der Autofahrer bestenfalls geduldet werden, hat den Trend fortgeschrieben."
    An der rechtlichen Situation in der Sophienstr. hat sich durch die Umwidmung zur Fahrradstraße rein gar nichts geändert: Tempo 30 galt vorher auch schon und Vorrang für Radler, sprich Überholverbot bestand faktisch auch schon immer: die verfügbare Fahrbahn ist dort so schmal, dass man bei Einhaltung der Sicherheitsabstände bei allen Beteiligten (Radler 1m zur Reihe der geparkten Autos nach rechts und Autofahrer 1,50m zum überholten Radler und ggf. einen weiteren Meter zur Reihe der geparkten Autos nach links innerhalb der gleichen Fahrspur) Radler hier noch nie legal überholen konnte. Dass sich diese Vollpfosten von der CDU (Planungsfachmann, hahahah!) sich jetzt so aufregen, zeigt doch nur, dass das genau die sind, die mich (und andere) dort trotzdem überholt haben ohne Sicherheitsabstand
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  •   Sput
    (1023 Beiträge)

    05.11.2010 13:53 Uhr
    !
    "Wenn sich der Trend fortsetze, werde der motorisierte Individualverkehr aus der Stadt gedrängt"
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  •   Sput
    (1023 Beiträge)

    05.11.2010 13:53 Uhr
    !
    Ja bitte!

    Genau das brauchen wir, zum Wohle unserer Gesundheit und der unserer Kinder!
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    04.11.2010 23:17 Uhr
    An dieser Stelle
    führen Verkehrsplanung und Stadtplanung zu unterschiedlichen Ergebnissen. So einfach ist das. Eine reine Stadtplanung ohne Berücksichtigung von Versorgungszwängen könnte tatsächlich zu solchen Engpässen führen.

    Aber eine Verkehrsplanung, die die weichen Faktoren der Lebensqualität einer Stadt außer Acht lässt, erzeugt eine Übernachtungsbatterie, in der man nichteinmal tot überm Zaun hängen möchte.

    Wer glaubt das sei übertrieben hat noch nie eine der amerikanischen Zersiedelungen von innen gesehen. Man fühlt sich dort ob des permanenten Umspültseins durch sechsspiurigen Straßenverkehr (in Wohngebieten) regelrecht eingesperrt und zwar fast mit einer Empfindung physischer Gewalt.

    Das kann umgekehrt nur bedeuten, dass man zwar die Notwendigkeiten der Versorgung bei der Stadtplanung für Hochverdichtungsstadtteile berücksichtigen muss, aber eben als notwendiges Übel, das man so weit wie möglich reduzieren muss.
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  •   Insider
    (780 Beiträge)

    04.11.2010 14:05 Uhr
    Lächerliche Argumentation!!!
    Die CDU hat es immer noch nicht begriffen, will natürlich damit ihr konservatives Möchtegern-Profil stärken. Lasst sie nur machen. dann gibt es eben bei der nächsten Kommunalwahl nocheinmal eine Wahlklatsche. Zu Erinnerung: Letzte Kommunalwahl in KA: MINUS 9 %
    Abgesehen davon ist über Jahrzehnte in KA der MIV massiv bevorteilt worden. Jetzt sind halt einmal die anderen dran. Daran wird auch die CDU in KA nichts ändern können. Zum Glück!
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  •   taina
    (315 Beiträge)

    04.11.2010 13:59 Uhr
    Wieso
    verbieten wir nicht gleich die Autos in ganz KA, da sowieso immer mehr Fahrradspuren auf Fahrstreifen gepinselt werden, zweispurige Fahrbahnen daher oft nur noch eine haben, wegen der schei** Radfahrer, verbieten wir Autos doch ganz?

    Nix gegen Radfahrer aber so langsam könnte man dem Fahrradspurwahn auf Straßen mal beenden.
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  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    04.11.2010 15:08 Uhr
    Liebe taina
    diese Spuren helfen nicht nur den Radfahrern, sondern auch Dir als Autofahrer.
    Wenn alle, die auf dem Rad in der Stadt unterwegs sind, sich auch ins Auto setzen und dich somit an der freien Fahrt behindern würden, kämst Du noch weniger zügig voran.
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    04.11.2010 20:47 Uhr
    hmm?
    Autos müssen ausschließlich wegen Radfahrern bremsen und stehen nur wegen Rädern im Stau. Durch andere Autos fahren sie einfach hindurch. Deswegen ist es schlimm, wenn jemand, der einmal Rad und andermal Auto fährt, wiedermal Rad fährt.

    Spaß beiseite. Diese penetrante Blindheit gegenüber dem Fakt, dass Autofahrern vor allem eins hilft schneller voranzukommen, nämlich wenn möglichst viele andere Autofahrer überzeugt werden sich irgendwie anders zu bewegen, ist für mich eine der verblüffendsten Beobachtungen zur Funktionsweise des menschlichen Geistes.
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  •   Rino
    (368 Beiträge)

    04.11.2010 13:33 Uhr
    Unnötig!!
    Ich wohne in Rüppurr. Die paar Leute, die da entlang fahren, kann man in der Woche an einer Hand abzählen. Wer sich freiwillig den Autoabgasen aussetzt, dem gehört es nicht anders.
    Schade um das Geld, das für diesen Schwachsinn ausgegeben wurde!
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