Karlsruhe Bürgerzentrum Mühlburg: Förderung läuft aus - Stadt will einspringen

Seit drei Jahren gibt es den Verein "Bürgerzentrum Mühlburg" im Karlsruher Westen. Auf dem Gelände der ehemaligen Seldeneck'schen Brauerei betreibt dieser nunmehr seit zwei Jahren sein Bürgerzentrum, das verschiedenen sozialen Projekten und Privatpersonen zur Verfügung steht. Im Mai läuft die Förderung durch Bund und Land für das Projekt aus - die Stadt Karlsruhe will nun in die Bresche springen und Mittel im kommenden Doppelhaushalt bereitstellen. Am Samstag, 2. Februar, lädt der Verein zudem zum dritten Tag der offenen Tür ein, bei dem sich die Vereine und Initiativen präsentieren.

Die Volkshochschule bietet im Bürgerzentrum Mühlburg (BZM) Sprachintegrationskurse, für ältere Menschen gibt es ein Erzählcafé mit Tanzkurs, ein türkischer Saz-Verein probt in der Seldeneck'schen Brauerei und die Baha'i-Gemeinde hilft bei der "Persönlichkeitsförderung" bei Grundschulkindern.

Bürgerzentrum soll künftig nur noch von der Stadt gefördert werden

Das Angebot des BZM ist vielfältig, und seit Bestehen des sozialen Projekts wurde es im Rahmen des städtebaulichen Sanierungsprogramms "Soziale Stadt" für Mühlburg von Bund und Land sowie von der Stadt Karlsruhe mit rund 30.000 Euro jährlich gefördert.

Nun, Ende Mai diesen Jahres, läuft diese Förderung durch Bund und Land nach drei Jahren aus, erzählte Erhard Caspari, erster Vorsitzender des 45 Mitglieder zählenden Vereins, bei einem Pressegespräch im BZM. Insgesamt 90.000 Euro erhielten die ehrenamtlichen Mitarbeiter seither für die Unterhaltungskosten des Zentrums. "60 Prozent davon übernahmen im Rahmen der Förderung der Bund und das Land", so Caspari. 40 Prozent wurden bisher von der Stadt beigesteuert.

Mehrkosten für die Stadt Karlsruhe

Dass es für den Verein um den neunköpfigen Vorstand an der "Interimslösung" in der alten Brauerei weitergeht, dessen sind sich Caspari und sein Stellvertreter Peter Bogner inzwischen fast sicher: "Das Fortbestehen der momentanen "Ist-Lösung" ist vorläufig gesichert. Im kommenden Doppelhaushalt der Stadt soll ein Betrag von der Stadt eingeplant sein", so Caspari weiter.

Damit könnten dann weiter die laufenden Kosten und die Miete beglichen werden. "Wir haben dann genug Mittel für einen uneingeschränkten Betrieb", freute sich der Vorsitzende, auch wenn dadurch Mehrkosten auf die Stadt Karlsruhe zukommen würden. Mit 2.500 bis 3.000 Euro Einnahmen pro Jahr von privaten Veranstaltungen im BMZ könne sich der Verein aber nunmal nicht selbst tragen.

Auf längere Sicht erhofft sich der Verein dann einen neuen Standort mit einem neuen und größeren Bürgerzentrum. "Da gibt es auch schon einen etwas konkreteren Plan", verriet Caspari während des Pressegesprächs. "Die Stadtteilbibliothek soll zusammen mit dem Bürgerzentrum eine Einheit bilden - vielleicht auch mit einem Stadtteilcafé zusammen." Dafür habe die Volkswohnung einen Standort am Entenfang vorgeschlagen, wo eine Tiefgarage erneuert werden soll. Auf dem dazugehörigen Platz könnte dann das BZM erstrahlen, erhoffen sich Caspari und Bogner. Aber bis dahin sei es noch ein langer Weg, zumindest seien diese Pläne nun aber in den Ausschüssen der Stadt gelandet.

Bürgerzentrum: Dritter Tag der offenen Tür am 2. Februar

Während soziale Projekte für ihre regelmäßigen Veranstaltungen in Mühlburg keine Miete zahlen, kommen auf private Nutzer des Zentrums Kosten zu. Diese seien aber gering, so die Vorsitzenden. Insgesamt 45 solcher Einzelveranstaltungen wie Konzerte, Vorträge über die Mühlburger Geschichte und Versammlungen fanden 2012 mit 1.300 Besuchern im BZM statt. An den elf regelmäßigen Veranstaltungen nahmen insgesamt 200 Menschen teil. Im vergangenen Jahr hat der Verein sein Ziel verwirklicht und Veranstaltungen wie ein Quali-Café, den Nachhilfeunterricht oder das Erzählcafé in die eigene Obhut genommen.

Beim dritten Tag der offenen Tür stellen sich diese Vereine und Organisationen am Samstag, 2. Februar, auf dem Gelände der alten Brauerein in der Karlsruher Hardtstraße vor. Von 13 bis 18 Uhr warten dann verschiedene internationale Essensangebote, Kaffee und Kuchen und weitere Angebote auf die Besucher. Die Vereine präsentieren währendessen ihre musikalischen Einlagen. "Wir wollen das BZM in der Bevölkerung bekannter machen und Leute anregen, hier etwas zu machen", wünscht sich Caspari. "Denn wir sind ein Marktplatz, wo sich Nachfrage und Angebot treffen."

Weitere Informationen finden Interessierte auf den Internetseiten des Bürgerzentrums Mühlburg.

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