66  

Karlsruhe Bündnis protestiert in Karlsruhe gegen Sammelheime für Asylbewerber

Die Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge in Karlsruhe ist überfüllt. Weil das Regierungspräsidium deshalb Unterkünfte in vielen Stadtteilen der Fächerstadt angemietet hat, sind nicht nur Anwohner verärgert - auch Politik und Hilfsorganisationen beklagen die "unhaltbaren Zustände" in den Unterbringungen. Zum "Tag des Flüchtlings" hat nun ein Bündnis dem RP eine Liste mit Forderungen überreicht: Abschiebungen vom Baden-Airpark sollen gestoppt und die Situation der Flüchtlinge in Karlsruhe verbessert werden. Unter anderem sollen die Sammelunterkünfte aufgelöst werden.

Neben der Abschaffung der Sammelheime möchte das "Bündnis gegen Abschiebungen" die Abschiebung von Asylbewerbern stoppen, fordert die Aufhebung der Residenzpflicht und Bargeld für die Asylbewerber anstatt Essenspakete und Gutscheine.

Kommission für bessere Situation in Heimen

"Die Forderungen kommen von den Asylbewerbern selbst", stellt Walter Schlecht von der Aktion Bleiberecht klar. Zudem soll es nach Wunsch des Bündnisses eine gemeinsame Kommission geben, die Vorschläge für eine bessere Situation in den Flüchtlingsheimen erarbeiten soll. Die Kommission soll aus Mitarbeitern des Regierungspräsidiums (RP), der Initiativen und aus Asylbewerbern selbst bestehen.

Unter dem Motto "Flucht ist kein Verbrechen" hat eine 15-köpfige Delegation die mit den Asylbewerbern zusammen erarbeiteten Punkte nun dem Regierungspräsidium vorgeschlagen. "Das Regierungspräsidium Karlsruhe spielt seit über 20 Jahren eine zentrale Rolle bei den Abschiebungen. Deswegen haben wir uns an diese Stelle gewandt."

Auch wenn die "wichtige verwaltungspolitische Instanz" schnell deutlich gemacht habe, dass sie in dieser Sache der falsche Ansprechpartner sei und nur einen gewissen Ermessensspielraum habe, sollen die Forderungen an die Landesregierung weitergegeben werden. "Es wurde schnell klar, dass das Regierungspräsidium nichts ändern kann. Dennoch war es uns wichtig, unsere Forderungen vorzutragen", so Schlecht weiter.

Protestaktionen auch am Flughafen Karlsruhe-Baden/Baden

"Menschliche Bedingungen müssen gewährleistet werden, im Sinne der Flüchtlinge", erklärt Wolfram Treiber von Grenzenlos. "Die Asylbewerber sollen gleiche Rechte wie alle haben. Zugang zu Bildung, Integration und sozialer Kontakt sollten selbstverständlich sein", betont er. Damit könnten solche Problemlagen wie in Karlsruhe verhindert oder verbessert werden. "Die aktuelle Lage in Karlsruhe resultiert aus der Politik der 1980er Jahre. Zur Abschreckung der Bewerber wurden die Hilfsmittel schlechter, Einzelunterbringung wurde abgeschafft." Überfüllte Unterkünfte mit mehreren hundert Flüchtlingen führten nun zu Problemen.

Am Samstag und Sonntag, 29. und 30. September, protestiert das Bündnis am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden gegen die Abschiebeflüge. Von dort finden nach Informationen des Bündnisses gegen Abschiebung seit Jahren Abschiebeflüge statt. Neben Informationen werde es eine Ausstellung, eine Kundgebung und Workshops geben, so die Veranstalter.

Siehe auch:

Asylbewerber in Karlsruhe: OB Fenrich beklagt mangelnde Abstimmung mit der Stadt

Karlsruher klagen über Lärm: Flüchtlinge werden zum Stein des Anstoßes

Karlsruher CDU: "Unterbringung der Asylbewerber ist menschenunwürdig"

Viele Asylbewerber: Flüchtlingsaufnahmestelle in Karlsruhe überfüllt

Integrationsministerin in Karlsruhe: "Migration ist keine Einbahnstraße"

Migrationsberatung in Karlsruhe: "Gehe ich zurück in meine Heimat, sterbe ich"

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (66)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  • unbekannt
    (622 Beiträge)

    29.09.2012 21:43 Uhr
    Ja, war irgendwie klar,
    dicke Backen machen, aber keinen Arsch in der Hose ...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    29.09.2012 14:04 Uhr
    Gehirn?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Antichrist
    (1593 Beiträge)

    29.09.2012 11:36 Uhr
    Geh´innen Wald
    und pflanz ´nen Baum!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   joka
    (9833 Beiträge)

    29.09.2012 12:09 Uhr
    um wen...
    aufzuhängen?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (5089 Beiträge)

    29.09.2012 12:29 Uhr
    Den
    Gaskocher...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (3304 Beiträge)

    29.09.2012 11:20 Uhr
    .
    KTZ Guttenberg anyone?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   joka
    (9833 Beiträge)

    29.09.2012 11:12 Uhr
    moin gutmenschlicher Wutbürger
    „Mit dem Ausdruck "Rassistenpack" wird insbesondere in Internet-Foren das konservative Ideal des "gemeinen Bürgers" in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente als naiv und äußert rechts abzuqualifizieren. Ähnlich wie der meist ebenfalls in diffamierender Absicht gebrauchte Ausdruck "Nazi-Spacken" widerspricht der abwertend verwendete Ausdruck "ruhig Brauner" Grundprinzipien der Demokratie, zu denen die notwendige Orientierung politischen Handelns an ethischen Prinzipien und das Ideal der Aushandlung gemeinsamer gesellschaftlicher Wertorientierungen in rationaler Diskussion gehören. Der Ausdruck wird zwar schon seit 20 Jahren in der hier gerügten Weise benutzt. Im Jahr 2011 ist er aber in unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Kontexten einflussreich geworden und hat somit sein Diffamierungspotential als Kampfbegriff gegen Andersdenkende verstärkt entfaltet.“
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (3304 Beiträge)

    29.09.2012 11:08 Uhr
    .
    Nett kopiert, aber dennoch falsch.
    Die als Gutmenschen bezeichneten sind gerade nicht die anders denkenden. Vielmehr bezeichnet das das angepasste Vorstadtspießerpack, das eher stürbe als über irgendetwas wirklich nachzudenken. Eben die Leute, die alles gut meinen, aber nichts gut machen, weil sie die Inhalte nie tiefer als oberflächlich verstehen.
    Wer nach Deutschland kommt, um Asyl zu bekommen, muss jemand sein, der in seiner Heimat politisch oder sozial engagiert ist, und dadurch der Gefahr staatlicher Repression ausgesetzt ist. Von solchen Leuten erwarte ich zum Beispiel, dass sie auch in Deutschland ihr Engagement zum Verbesserung ihrer Heimat fortführen. Für alle anderen sehe ich nicht die geringste Notwendigkeit für ein Bleiberecht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (3577 Beiträge)

    29.09.2012 11:04 Uhr
    gutmenschlicher Rassismus
    Es ist gutmenschlicher Rassismus,
    wenn sich insbeondere Leute aus dem links-grünen Milieu als Vormünder anderer Leute aufspielen.
    "Gutmenschen" sind meiner Erfahrung nach sehr oft sehr schlechte Menschen, die es nicht mit Flüchtlingen gut meinen, sondern vor allem mit dem eigenen Gewissen.
    Besonders eklig ist es, wenn sog. "Gutmenschen" Migranten als eine Art "edle Wilde" diffamieren, an die man niedrigere Maßstäbe bei der Integration legen müsse.

    Leute, Leute, ich kann euch versichern, dass die grün-linke Bemutterung bei den Betroffenen sehr schlecht ankommt. Niemand läßt sich gern als kleines Kind behandeln.

    Wer sich bis Karlsruhe durchschlägt, zeigt an hohes Maß an Engagement und Selbständigkeit und kommt sicher besser in Deutschland zurecht, als Utopisten und linke "Aktivisten".

    Die Leute in der Dritten Welt wollen weder den klassischen westlichen Kolonialismus noch seine gutmenschliche Fortsetzung durch Aktivisten, denen es nur um Balsam fürs eigene Gewissen geht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (3304 Beiträge)

    29.09.2012 09:55 Uhr
    .
    Hier gehts um Asylanten und nicht um normale Zuwanderer. Wer Asyl gewährt haben möchte, muss ein politisch Verfolgter sein, und nicht einer dems hier nur besser gefällt als daheim.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 6 7 (7 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.