Karlsruhe "Buch trifft Platz": Buchkunst im Mittelpunkt des Lidellplatzfests

Dass Bücher auch heute noch etwas sehr Wertvolles sein können und als Kulturgut allen Menschen zugänglich sein sollte, darauf bezieht sich das Lidellplatzfest, das am Samstag, 28. Mai, von 11 bis 21 Uhr rund um den Lidellplatz stattfindet. Im Mittelpunkt steht ein außergewöhnliches Bücherprojekt: Die Einweihung des öffentlich für jedermann zugänglichen Lidellplatz-Bücherschrankes, der von Cornelia Holsten gespendet wurde.

Eröffnet wird das Lidellplatz-Bücherschrank-Fest um 11 Uhr vom Karlsruher Geschichtenerzähler Manfred Bögle und dem Vorstand des Bürgervereins Altstadt, Ralf Cembrowicz. Musikalisch begleitet wird die Eröffnung vom Armin Heitz Trio und Sinti-Jazz.

Rundum mit dem Thema Buch befassen sich die Performance "Worte sind auch Zeichen" von Libuse Schmidt und Ulrike Tillmann um 13 Uhr, die "Stehkreisrede Toastmaster" des Karlsruher Redeclubs um 13.30 und 15.15 Uhr, sowie die Erzählveranstaltung "Wie Himmel und Hölle im Kleinen Ketterer zusammenkommen" von den beiden Geschichtenerzählern Manfred und Norbert Bögle um 14.30 Uhr. 

Weiter tragen die Säge-Performance "Buch aus Holz" der Künstler Pavel Miguel, Jorge Pinto und Francisco Naranjo um 15.30 Uhr dazu bei, der Lesung "Die Taschenspieler" von Meinrad Heck sowie die Lesung "Konstantins Boulevard" von Claudia Mummert kann um 16 Uhr und 17.30 Uhr im Kleinen Ketterer gelauscht werden.

Das Programm befasst sich aber nicht nur mit Gedrucktem, sondern auch mit kulinarischen, gestalterischen und musikalischen Kulturnuancen. Vom Fassanstich um 15 Uhr und der "Buchstabensuppe" im Kleinen Ketterer, bis zum Konzert der Jazz-Combo der Hochschule für Musik Karlsruhe um 16.30 Uhr, präsentiert sich Karlsruhes ältester Platz als kulturelles Herzstück der Stadt.

Lidellplatz war ursprünglich Mittelpunkt des Holzhandels

Das Lidellplatzfest endet mit Live-Musik der Latino-Gruppe "Desafinados" von 19 bis 21 Uhr bei der Cocktailbar "Carlos". Mit dem Bücherfest schlägt das Veranstaltungsteam einen kulturhistorischen Bogen zum Ursprung des Lidellplatzes wie auch dem des Buches: dem Naturmaterial Holz. Denn ein Blick in die Geschichte des inmitten der Stadt gelegenen Platzes zeigt, der Lidellpatz war ursprünglich der Holzhandelsplatz der jungen Stadt Carolsruhe.

Aber auch namhafte Literaten sind mit der Geschichte des Platzes eng verknüpft: Hier wurde 1826 der Dichter Joseph Victor von Scheffel geboren. Im heutigen Gasthaus "Zum kleinen Ketterer", das einst als "König von Preußen" Gäste beherbergte, logierte auch der russische Literat Fjodor Dostojewski. In seinem Roman "Die Dämonen" bezieht er sich in einer Passage auch auf Karlsruhe, voran auf den Landgraben, der während seines Karlsruhe-Aufenthaltes als ein in Europa einmaliges Bauprojekt kanalisiert wurde. Nicht zu vergessen: Ganz in der Nähe, mitten im "Quartier Lidell", schlummert im Stadtarchiv auf abertausenden Buchseiten gedruckt die Historie der Stadt Karlsruhe.

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