Karlsruhe Blocks Kampf gegen EnBW

Wenn sich Harry Block über die Energie Baden-Württemberg GmbH (EnBW) äußert, kann es sich eigentlich nur um deftige Kritik handeln. Nun hat es der Grünen-Stadtrat und Vorsitzender der "Kritischen Aktionäre bei der EnBW" auch auf den Aufsichtsrat abgesehen. In einer Presseerklärung forderte er unter anderem auch finanzielle Einschnitte im Vorstand und Aufsichtsrat. Darüber hinaus sollte die alte Führungsriege nicht mehr vom Unternehmen entlastet werden.

Den Grundstein hierzu legte Vorstandsvorsitzender Utz Claassen bereits, indem drei ehemalige Vorstandsmitglieder nicht mehr entlastet werden. "Das ist so, als ob ein Bundestagsmitglied keine Immunität mehr genießt", verglich Block diesen Zustand. Das bekannteste Mitglied des gerügten Trios ist bekanntermaßen der ehemalige EnBW-Vorstandsvorsitzende Gerhard Goll. Das hätte nun zur Folge, dass sich das Unternehmen zum Einen von den Verfehlungen des früheren Managements distanziert, zum Anderen aber auch, dass sich eventuelle Schadensersatzansprüche und Klagen wohl gegen die Personen und nicht gegen die EnBW richten werden. EnBW-Pressesprecher Dirk Ommeln läßt hingegen keinen Platz für Spekulationen. "Wir reagieren formal auf formale Fakten", erklärt Ommeln und bezieht sich auf die Klage der Ravensburger Grünen. Tiefere Zusammenhänge und jegliche Interpretationen seien hier nicht mehr geboten.

"Jeder, der am Schlamassel beteiligt ist, sollte die Konsequenzen dafür tragen. Aber viele Verantwortliche sitzen immer noch in der EnBW. Diesen Punkt werden wir von den Kritischen Aktionären auf jeden Fall noch ansprechen", kündigte Block an. "Der Aufsichtsrat muss in Gänze seine Posten zur Verfügung stellen", fügt er hinzu. Block kritisiert weiterhin, dass die EnBW über eine Milliarde Euro abgeschrieben hat. "Mit diesem Vorgehen sind jede Menge Geld und Investitionskosten Flöten gegangen." Aber durch den Verkauf beziehungsweise die Schließung der inprofitablen Unternehmen tauche dies nicht mehr in den Bilanzen auf, weshalb Block der EnBW auch Bilanzverschönerung vorwirft. Den Vorwurf der Bilanzverschönerung weist der EnBW-Pressesprecher zurück. "Dieser Begriff ist einfach fehl platziert. Wir haben ein Defizit erwirtschaftet. Für die Bilanzierungen und Abschreibungen gibt es feste Regeln und Vorschriften. Die haben wir befolgt und nicht mehr."

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