Köln Black&White: Karlsruher schafft schwarz-weiße Spielekunst

Besucherrekord, neue Konsolengeneration und jede Menge volle Messehallen: Die Gamescom 2013 war im August für eine Woche Zentrum der Spielebranche. Stundenlanges Anstehen für das neue Lieblingsspiel war Programm. Weit abseits des Trubels präsentierte der Karlsruher Jonathan Giroux seine Spiele-Kunst-Installation Black&White auf der Ausstellung "Platine".

Die Platine, die das vierte Jahr in Folge parallel zur Gamescom in Köln stattfand, ist eine wahre Ruheoase zum Messestress. In sechs Ausstellungsorten, beispielsweise undergroundigen Bars und einem alternativen Theater, präsentieren Künstler ihre Werke. Alle haben etwas mit Spielen zu tun, sind aber auch gleichzeitig eine Installation - hier vereinen sich Gameskultur und Medienkunst. Unter ihnen ist auch der 24-jährige Franzose Jonathan Giroux, der in Karlsruhe wohnt und arbeitet. Er präsentierte sein Spiel "Black & White" im Club Bahnhof Ehrenfeld. Zwei Spieler begegnen sich dabei und steuern jeweils eine schwarze und weiße Farbspur, die sich gegenseitig auslöschen.

No More Mona Lisa: Kommunikation statt Rezeption

Nach einiger Zeit des sturen Programmierens, hatte sich der Informatiker nach mehr gesehnt und so begann er, Kunst in Form von Videospielen zu erschaffen: "Sie können Gefühle wachrufen, oder politisch engagiert sein. Letztendlich können sie Nachrichten kommunizieren und das ist ein großer Teil meiner Definition von Kunst. Ich finde es super, dass die Zuschauer endlich mit den Autoren kommunizieren können, und nicht nur vor der Mona Lisa stehen und warten, dass etwas passiert", erklärt Giroux.



Und so entstand auch "Black & White", welches Giroux eigens für die Kölner Spielekunstausstellung entwarf. Mit Joypads steuern zwei Spieler eine schwarze und eine weiße Kugel über den Bildschirm, erzeugen dabei einen audiotechnischen Mix aus Windesrauschen und dem Knistern elektrischer Ladung, die über vier Lautsprecher wiedergegeben wird. Treffen die Kugeln aufeinander, ertönt ein Donnerschlag.

Der Kampf der Farben

An Konsens fehlte es dem jungen Künstler jedoch, wenn Akteure sein Kunstwerk bewegten: Anstatt Formen entstehen zu lassen und ein "monochromes Bild zu malen", wie er es sich gewünscht hätte, entstand stets ein Wettkampf zwischen Schwarz und Weiß, um eine Farbe dominanter werden zu lassen. Trotzdem ist es Teil der Installation, dass die Spieler sich selbst ein Ziel stecken und erreichen, denn Giroux gibt keines vor. So ist es nicht verwunderlich, dass der natürliche Wettkampftrieb der Besucher mit diesen durchging - was mitunter zu einem spaßigem Gerangel aufschwang.

Momentan arbeitet der Digital-Künstler an neuen Projekten an der Karlsruher Hochschule für Gestaltung, wo er im nächsten Semester auch als Dozent tätig sein wird. Auf seiner Website stellt er einige seiner aktuellen Arbeiten vor und bietet diese auch kostenlos zum Download an.

http://www.platine-cologne.de/13/
http://bloutiouf.com/

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (0)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
Sie sind der Erste, der einen Kommentar schreibt – vielen Dank!
Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben