Karlsruhe "Bewegung macht Schule"

Spielend lernen mit seinem Körper umzugehen (Foto: ka-news)
Das die Deutschen immer dicker werden, ist längst kein Geheimnis mehr. Zu viel Fast-Food und zu wenig Bewegung sind die Hauptursachen und Wegbereiter für schwere Erkrankungen an Herz und Wirbelsäule. Auch ein erhöhter Cholesterinspiegel ist oft auf Fettleibigkeit zurückzuführen. Alarmierend ist aber die Tatsache, dass die Volkskrankheit Nummer Eins auch vor unseren Kindern nicht halt macht. Etwa ein Viertel aller Heranwachsenden ist zu dick und die Tendenz ist stetig steigend.

Deshalb hat es sich die Mobile Spielaktion (Mobis) des Stadtjugendauschusses jetzt zur Aufgabe gemacht, diesem Negativtrend entgegenzuwirken und hat sich für die Zweit- bis Viertklässler der Karlsruher Grundschulen eine ganz besondere und auch neue Aktion einfallen lassen, die unter dem Motto "Bewegung macht Schule" steht. Dies ist eine Aktion, die zeigt, dass es keinerlei abenteuerlicher Aufbauten oder großer finanzieller Mittel bedarf, um das Lernen anders zu gestalten. Auf Leitern steigen, Bäume klettern, von kleinen Erhöhungen springen, mit dem Ball oder Stock spielen, Wasserbecher balancieren und einfach nur rennen oder toben, sind Begriffe, die bei dieser Maßnahme im Mittelpunkt stehen und sofort die Neugierde und das Interesse des Kindes wecken.

Für viele ein Erlebnis: Ein wagemutiger Sprung in die Tiefe (Foto: ka-news)
In die Erwachsenensprache übersetzt heißt das, die verschiedenen Positionen des Körpers auszuprobieren, die Sinne zu schärfen und lernen, sich auf den eigenen Leib zu konzentrieren. Soll bedeuten, mit den eigenen Fähigkeiten umgehen zu wissen und sie zu erweitern. In den ersten elf Lebensjahren sind körperliche Aktivitäten so wichtig wie nie wieder im Leben. Denn in diesem Zeitraum werden die grundlegenden Bewegungen in vielfacher Weise angewendet und in variablen Anforderungen gefestigt. Durch die kindlichen Bewegungsspiele lernen die Kleinen optimal mit ihrem Körper umzugehen. Die Leiterin der Mobis, Monika Holl, hofft, dass sich möglichst viele Kinder nicht nur im Rahmen der "Mobis-Tage" in der Günther-Klotz-Anlage sportlich betätigen werden, sondern davon auch etwas in ihre Freizeit hinüberzuretten und in Zukunft vielleicht ein wenig Abstand gewinnen vom Fernsehen und Computerspielen.

In der, vom 4. bis 7. Mai dauernden, Aktion durchlaufen 1.000 Heranwachsende die verschiedenen und gleichzeitig spannenden Stationen des Abenteuerparcours. Dazu Holl: "Wir hatten so viele Anfragen, dass wir einigen Schulen sogar noch absagen mussten." Insgesamt sorgen zehn Betreuer des Mobis-Teams dafür, dass alles in geregelten Bahnen verläuft und den Kindern bei ihren Unternehmungen nichts passiert. Auch für die Lehrkräfte ist das Ganze eine tolle Sache. So manch ein Erzieher fühlt sich beim Anblick seiner ausgelassen tobenden Zöglinge um Jahre zurück versetzt und vergisst bei einem Sprung aus etwa zwei Meter Höhe, auf eine dick gepolsterte Matratze, schon einmal, dass er kein Teenager mehr ist.

Ebenfalls eine ganz wichtige Erfahrung: Seine übrigen Sinne zu schärfen, wenn ein anderer ausgefallen ist (Foto: ka-news)
Begeistert zeigten sich auch die beiden Lehrerinnen Magda Jauregui und Ruth Lanser von der Hans-Thoma-Schule: "Für unsere Kinder ist das eine hervorragende Abwechslung zum Schulalltag. Wir hoffen, dass unsere Schüler sich durch diese Aktion angespornt fühlen, sich auch in Zukunft mehr körperlich zu betätigen. Denn schließlich ist Sport die Grundvoraussetzung geistig beweglich zu bleiben." Wer sich das Ganze selbst einmal anschauen und mit seinem Kind auf einen "Sprung" vorbeischauen möchte, der sollte sich noch bis Freitag in der "Klotze" hinter dem Anna-Walch-Haus einfinden. In der Zeit von 14.30 bis 17.30 Uhr gibt es dort nämlich die "Offenen Nachmittage" für Kinder, die nicht in Schulklassen organisiert sind.

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