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Karlsruhe Bahnfahrt ans Mittelmeer: Neuer TGV-Halt in Karlsruhe

Einmal täglich verkehrt ab sofort der Hochgeschwindigkeitszug "TGV Euroduplex" zwischen Frankfurt am Main und Marseille. Den ersten Haltestopp in Karlsruhe heute um 14.46 Uhr nutzte Oberbürgermeister Heinz Fenrich für ein Grußwort. Das Mittelmeer ist nun in sechseinhalb Stunden Fahrzeit erreichbar.

Blasmusik auf Bahnsteig 4. Das Service-Personal verteilt Pressemappen und der Oberbürgermeister gibt letzte Interviews, kurz bevor der TGV aus Marseille pünktlich zum ersten Mal in Karlsruhe einfährt.

Hochgeschwindigkeitstechnologie

Viel Tamtam um eine Eisenbahn! Weiter hinten auf dem Bahnsteig stehen ein paar "normale" Fahrgäste, die gleich den neuen TGV nach Frankfurt nehmen werden. Ansonsten zieht der Pulk rund um Oberbürgermeister Heinz Fenrich die ganze Aufmerksamkeit auf sich. "Karlsuhe ist als Tor zu Frankreich heute noch europäischer geworden", sagt Fenrich. "Wir sind die einzige deutsche Stadt, in der TGV-Züge in alle vier Himmelsrichtungen fahren."

Dann fährt der 200 Meter lange TGV Euroduplex ein: Zwei Triebköpfe, acht Mittelwagen mit 509 Sitzplätzen auf zwei Etagen. Im Zug stecken sage und schreibe 12.600 PS. Der Chef der Deutschen Bahn Rüdiger Grube und Barbara Dalibard, Generaldirektorin der SNCF Voyages, steigen aus. Aufs Hände schütteln folgen Gruß- und Dankesworte. Grube betont die erfolgreiche Zusammenarbeit von DB und SNCF. Dalibard spricht von einem neuen Kapitel im deutsch-französischen Hochgeschwindigkeitsverkehr. Dann merkt Fenrich noch an, dass er sich freuen würde, wenn die neue Direktverbindung zwischen Frankfurt am Main und Marseille bald schon öfter als nur ein Mal am Tag gefahren würde. Alle steigen ein. Und weiter geht's.

Fahrzeit sieben Stunden

Für Karlsruhe rückt Dank der grenzübergreifenden Allianz beider Eisenbahnunternehmen das Mittelmeer näher. Zukünftig wird der TGV von Frankfurt/Main um 14.46 Uhr in Karlsruhe halten und in Marseille um 21.46 Uhr ankommen. Die entsprechende Rückfahrt startet um 8.14 Uhr in Marseille und erreicht Karlsruhe um 15.11 Uhr und Frankfurt um 15.58 Uhr. Die Haltepunkte sind Frankfurt am Main, Mannheim, Karlsruhe, Baden-Baden, Strasbourg, Mulhouse, Belfort et Montbéliard, Besançon, Mâcon, Lyon, Avignon, Aix-en-Provence, Marseille.

Das Zugbegleiterteam an Bord ist dreisprachig (deutsch, französisch, englisch). Der Normalpreis Karlsruhe-Marseille kostet 138 Euro (2. Klasse) beziehungsweise 193 Euro (1. Klasse). Es gibt aber auch Europa-Spezial-Angebote ab 39 Euro. Die haben allerdings eine Vorverkaufsfrist von drei Tagen und gelten nur so lange Vorrat reicht. Es gelten für diesen TGV auch die Vergünstigungen der BahnCard 25 und 50. Es bleibt also kompliziert.

Touristen oder Business-Reisende?

Noch nicht abzusehen ist, welche Fahrgäste am ehesten von der Direktverbindung profitieren. Die Franzosen haben in die im Dezember 2011 eröffnete neue TGV-Strecke Rhein-Rhône mit insgesamt 3,7 Milliarden Euro enorm investiert. Dazu zählen 140 Kilometer neue Hochgeschwindigkeitsstrecken, auf denen der TGV ab sofort Spitzengeschwindigkeiten von 320 Kilometer pro Stunde erreichen kann. Für das Schienennetz Frankreichs ist die Rhein-Rhône-Strecke eine Verbesserung mit spürbaren Fahrzeitverkürzungen. Erstmals sind Straßbourg und Lyon mit einer Hochgeschwindigkeitsachse verbunden, die nicht über die Hauptstadt Paris führt. Die SNCF rechnet mit jährlich elf Millionen Reisenden, die die neue Trasse nutzen. Im Vergleich zu früheren Bahnverbindungen spart die neue Direktverbindung bis Marseille etwa 90 Minuten Fahrzeit.

Ab Karlsruhe Richtung Westen

DB und SNCF werben für den Hochgeschwindigkeitszug als bequeme und umweltfreundliche Alternative zum Flugzeug. So seien die Fahrgastzahlen der im Juni 2007 eingerichteten Verbindung Stuttgart-Paris (über Karlsruhe) kontinuierlich gewachsen. Nach eigenen Angaben sei die Bahn hier mit 56 Prozent Marktführer gegenüber dem Flugzeug. Dessen Marktanteil betrage für die entsprechende Strecke Frankfurt am Main-Paris etwa 25 Prozent. Was die Vergleichszahlen betrifft, gilt auch hier: Es bleibt kompliziert.

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Kommentare (88)
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  • unbekannt
    (475 Beiträge)

    25.03.2012 22:18 Uhr
    Tolle Sache..
    und ab Herbst ist auf den Schienen auch noch mehr Platz wenn der Regionalverkehr wie von der Bahn angekündigt, ausgedünnt wird.
    Unsere ach so "grüne" Landesregierung hat auf einmal kein Geld mehr für den ÖPNV, naja, dumm gelaufen ^^
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    26.03.2012 00:05 Uhr
    Sowas
    Und dann noch eine Rekordmenge an Schulden anhäufen. Super Landesregierung haben wir da...
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  •   runsiter
    (11979 Beiträge)

    25.03.2012 21:51 Uhr
    Thema Streik.
    In 6,5 Stunden nur, wenn sie nicht gerade streiken. Oder noch besser, Streik wenn man gerade zurückfahren will.

    Also meine favorisierte Urlaubsanreise ist mit dem Flieger und am Zielort Mietwagen. Je nach dem wohin auch mit Chauffeur, weil das im Falle eines Unfalls sehr teuer werden kann für den Fahrer.

    Okay, Marseille lohnt sich fast nicht zum hinfliegen. Aber was will man da schon außer gleich wieder weg?
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  •   Motzmann
    (442 Beiträge)

    25.03.2012 18:58 Uhr
    ehhh super..
    ..bin dann schneller an der Cot als an einem Streiktag wenn ich von Durlach nach Mühlburg will.Einfach geil..
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  •   jeverlite
    (368 Beiträge)

    25.03.2012 11:29 Uhr
    Prima
    Freue mich auf die neue Verbindung gen Süden. Aber nicht bis Marseille. Entweder in Avignon oder Aix raus, Mietwagen nehmen und los gehts. Passt auch für ein langes Wochenende.
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    25.03.2012 01:43 Uhr
    Hummertopf,
    Messerblock, Küchenkiste, Klamotten, Golfbag - wie soll denn das in einen Zug oder einen Flieger passen? Wie soll es überhaupt zum Bahnhof oder zum Flugplatz kommen und wie wieder da weg?

    Das ist doch Quatsch. Die Karre wird vollgepackt bis unters Dach und dann gehts los. Und zwar wann ich will und nicht wann es mir ein Fahr- oder Flugplan vorschreibt.

    0200 Abfahrt Richtung Paris, 0600 auf dem Ring, 0700 durch, Le Mans, Rennes, Quimper, Audierne. 13 Uhr Ankunft, vorher Gerard anrufen, dass er in die Socken kommt, ausladen, einkaufen und die Füss hochlegen. 1800 Hummer auf de Grill.

    So geht Urlaub. Und net 100 Kilo Gepäck auf den Bahnhof schleppen, zwei Stunden auf den Zug warten (leider Verspätung), 20 Stunden fahren, am Zielort ein Auto mieten, umpacken, weiterfahren und völlig am Arsch ankommen. Und vor Ort? Braucht man ein Auto! Und wenns nur zum Boulanger ist, vom Golfplatz ganz zu schweigen.
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  • unbekannt
    (14337 Beiträge)

    25.03.2012 10:23 Uhr
    Also
    Urlaub machen heisst für mich auch Urlaub von der Küche machen.
    Ich schlepp doch keine Küchenmesser und Töpfe durch die Gegend!
    Urlaub machen heisst: mit dem Flughafentransfer zum Flughafen fahren lassen, in den Flieger und am Urlaubsort ist soweit alles organisiert. Erholung ist: Frühstück im Hotel, 3 Wochen an den Strand liegen (es sind immer nur die Männer, die meinen grössere Ausflüge machen zu müssen), zwischendurch was essen/trinken gehen und abends durch den Ort schlendern und in einem heimischen Restaurant essen gehen. Das ist Erholung grinsen
    Alles annere kannsch vergesse! Auto beladen (Messerblock und Topf mitnemme. Sonschd noch was?), stundenlang im Auto im Stau rumstehe (womögich noch mit Kindern)... abber im Leewa net!
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    25.03.2012 15:07 Uhr
    Hotel mag
    ich nicht, egal wie toll und an den Strand liegen ist mir zu langweilig. Dort rumlaufen ja, ein bisschen hinsitzen und rausgucken und gelegentlich kurz ins Wasser. Aber das Haus nach Möglichkeit in Reichweite eines Eisen 5. zwinkern
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  • unbekannt
    (4000 Beiträge)

    25.03.2012 18:44 Uhr
    Wie ist denn die Reichweite eines Eisen 5?
    zwinkern
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    25.03.2012 19:33 Uhr
    Meines
    kann so 160 Meter vom Boden und etwa 170 vom Tee gespielt. Für die meisten modernen Plätze reicht das.

    Hängt natürlich vom Spieler ab, ein Profi dürfte ganz locker deutlich über 200 Meter kommen.
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