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Stuttgart/ Karlsruhe BUND: Karlsuher Atomsuppe entschärft - Problem aber nicht gelöst

Zum Ende der Verglasungsarbeiten in der ehemaligen Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe (WAK) meldet sich der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zu Wort. In der vergangenen Woche wurde der Rest der 60.000 Liter radioaktiver Substanz, die im Zuge der ehemaligen Wiederaufbereitung angefallen war, zur weiteren Lagerung in Glasform gegossen und zum Abtransport bereit gemacht.

"Es ist gut, dass dieses äußerst gefährliche Pulverfass, das nur elf Kilometer vom Stadtzentrum Karlsruhe lagerte, etwas entschärft wurde", erklärt BUND-Landesgeschäftsführer Berthold Frieß, macht aber gleichzeitig auf die ungelöste Endlagerfrage aufmerksam. Was positiv für die Bevölkerung in der Region Karlsruhe ist, habe an anderer Stelle negative Folgen. Demnach sollen die Castorbehälter in das Zwischenlager in Lubmin an der Ostsee gebracht werden, wo sie in luftigen Hallen stehen und permanent Strahlung abgeben würden, so die Kritik.

"Die Aufbewahrung des Atommülls in Castorbehältern ist keine Lösung sondern lediglich eine Verlagerung des Problems. Niemand weiß wo der Atommüll letztendlich hin soll. Weder in Deutschland noch sonstwo auf der Welt gibt es ein sicheres Endlager für die hochgefährlichen atomaren Hinterlassenschaften, ist sich Frieß sicher und plädiert gleichzeitig für den Ausstieg aus der Atomenergie, die er als "Irrsinn" bezeichnet.

Mit Blick auf den bevorstehenden Abtransport der fünf WAK-Castorbehälter über den Schienenwege warnt Frieß vor einer möglichen Gefährdung der Bürger. "Die Castoren werden bereits auf den ersten Kilometern fast durch die Wohnzimmer der Bürger rollen. Auf Stadtbahngleisen soll der Atommülltransport die Wohngemeinde Eggenstein-Leopoldshafen und die westlichen Stadtteile von Karlsruhe durchqueren", so Fries. Eine unmittelbare Gefährdung der Bevölkerung könne daher nicht ausgeschlossen werden.

Ein unrühmliches Kapitel der Verglasung der "Atomsuppe" sei zudem deren enorme Kosten, die größten Teils vom Steuerzahler getragen werden. Laut BUND seien diese von ursprünglich kalkulierten 370 Millionen Euro auf heute geschätzte 2,6 Milliarden regelrecht explodiert. Zudem werde der Abriss der Gesamtanlage mindestens bis ins Jahr 2023 dauern. Dabei seien weitere Kostensteigerungen nicht ausgeschlossen.

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  •   lynx1984
    (3439 Beiträge)

    29.11.2010 22:47 Uhr
    Für und Wider der Atomkraft
    Es war höchste Zeit, dass die Überreste der Atomsuppe aus der "Wiedeaufbereitungsanlage" endlich verglast wurden. Die Karlsruher Bevölkerung war lange Zeit einer massiven Bedrohung ausgesetzt. Wäre dieser nuklare Suppe nicht ständig gekühlt und gerührt worden, so hätte diese explodieren können. Folge: Ein halbes Tschernobyl vor den Toren Karlsruhes. Stellt Euch mal vor das Kühlen und Rühren fällt mal aus... Hier ist die Anleitung was zu tun wäre: http://www.rp.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/show/1073507/brosch_wak_itu.pdf
    Dieses verantwortungslose Treiben ist nun zum Glück vorbei und wir werden den schlimmsten Dreck los. Nach wie vor wird aber "mittel und schwachradioaktiver Abfall" im Hardtwald zwischengelagert und auch dort "entsorgt". Das Entsorgen nennt sich eindampfen, ist aber eigentlich verbrennen: http://www.ewn-gmbh.de/ewngruppe/wak/entsorgungsbetriebe/anlagen-und-einrichtungen/verbrennung.html
    Am Ende steht ein Kamin der für uns alle was übrig hat!
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (12 Beiträge)

    29.11.2010 13:30 Uhr
    Was Wikipedia, Spiegel etc. zum Thema Castor...
    "Castor ist die Abkürzung (Akronym) für engl. „cask for storage and transport of radioactive material“, also „Fass zur Lagerung und zum Transport radioaktiven Materials“. Castor-Behälter sind Spezialbehälter zur Lagerung und zum Transport hochradioaktiver Materialien, zum Beispiel von Brennelementen oder hochradioaktiven Abfallprodukten („Glaskokillen“) aus der Wiederaufarbeitung.

    Castor ist ein international geschützter Markenname der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS). Im allgemeinen Sprachgebrauch wird das Wort jedoch auch als Synonym für Brennelementbehälter oder Behälter für hochradioaktive Abfälle verwendet."
    http://de.wikipedia.org/wiki/Castor_%28Kerntechnik%29
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,635200,00.html
    [url=http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=7213146/fntca3/]http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id
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  •   tomkscole
    (361 Beiträge)

    29.11.2010 12:45 Uhr
    BUND
    diese Organisation macht ganz bewußt Panik bei der Bevölkerung. Ganz sicher wird hierbei wie in der kompletten Industrie die mit Radioaktivität zu tun hat, sehr verantwortlich damit umgegangen. Das Wort CASTOR bei diesem Transport in den Mund zu nehmen, ist reine Politik. Mit einem CASTOR, den wir von den letzten Transporten her kennen, hat das ganz sicher nichts zu tun. Ich wäre froh, wenn das KIT mal dazu Stellung nehmen würde.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (332 Beiträge)

    29.11.2010 09:24 Uhr
    gegen AKWs !!!
    Atomkraft muss ein Auslaufmodell bleiben. Sonne, Wind, Biomasse und Wasser plus Energieeffizienz und Einsparung gehören die Zukunft!
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  •   Karlsrator
    (2753 Beiträge)

    29.11.2010 11:45 Uhr
    Wenn ich 'mal ergänzen darf:
    UND:

    "Gegen Zoos!" !!!

    Die Zucht in Gefangenschaft sorgt für einen Überschuss an Tieren. Babys sind nämlich Kassenmagneten und ziehen massenweise Besucher an, die zusätzlich zum Eintrittsgeld auch noch Geld in den Geschenkeshops und Snackbars der Zoos ausgeben. Zoos können vielleicht größere und feudalere Anlagen bauen, aber es sind und bleiben doch Gefängnisse. Viele "Verbesserungen" sind eher kosmetischer Art und dienen eher den Besuchern als den Tieren. Die meisten Tiere in Gefangenschaft leiden unter Frustration und Langeweile. Anstatt Millionen darauf zu verschwenden, Unmengen an Tieren einzusperren, sollten wir uns für die Erhaltung und Wiedereinrichtung dessen einsetzen, was wir Menschen den Tieren genommen haben: ihren ursprünglichen Lebensraum.


    Das sollte doch auch 'mal gesagt werden! ((-;
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  •   phileas04
    (29 Beiträge)

    28.11.2010 15:05 Uhr
    Vorsicht Dachziegel!
    Der BUND mal wieder, kocht seine "Atomsuppe", wie furchtbar. Ich habe Angst, ich wandere aus. Ich hoffe nur dass mir vorher kein Dachziegel auf den Kopf fällt. Rumjammern über die Atomkraft, aber alle Endlagerversuche jahrelang blockieren.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (270 Beiträge)

    28.11.2010 18:09 Uhr
    Typisch
    für die 'Grünen' und die Ökos in diesem Lande. Wie wir aus S21, Schwarz-Grün in Hamburg, Gorleben, Ausbau RTB (Baden 21! Was ne Nummer!) und so einige andere Dinge wissen, sind es IMMER die Grünen, die 'dagegen' sind. Der ehemalige Sponti-Spruch: "Ich bin dafür, das wir dagegen sind" bekommt einen ganz neue Dimension.

    Gegen die AKW, aber auch gegen die Lagerung des Abrissmülls, und gegen Asse, aber auch gegen Gorleben, und erst recht gegen irgendwo im 'Süden der Republik', und GEGEN Export, und GEGEN La Hague und Sellafield, und GEGEN eine Windmühle in MEINEM Dorf, und GEGEN die Verschandelung mit Solarparks, und GEGEN Massentierhaltung, und GEGEN teueres Fleisch, und GEGEN

    ja, genau

    GEGEN ALLES!

    Deswegen bin ich zwischenzeitlich ein totaler GEGNER der GRÜNEN!
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1981 Beiträge)

    29.11.2010 07:22 Uhr
    aber hauptsache du bist auch gegen irgendwas
    gell, Drakos :-P

    nimms doch einfach demokratisch sportlich oder hast du was gegen Meinungsfreiheit?
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  •   80er
    (6121 Beiträge)

    28.11.2010 12:28 Uhr
    Wißt...
    ...ihr eigentlich, was sonst so auf karlsruher Eisenbanhgleisen durch KA fährt. Ich will nur mal an die Tankwagen denken. Wenn die im Karlsruher HBF in die Luft fliegen ist es auch nicht schön...
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (29986 Beiträge)

    28.11.2010 04:56 Uhr
    Oh Gott
    wir werden alle sterben!
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