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Karlsruhe Ausstieg bis 2022: Karlsruhe rüstet sich für AKW-freies Deutschland

Der Zeitplan ist straff. Bis 2022 will die Bundesrepublik Deutschland alle noch aktiven Atomkraftwerke vom Netz nehmen. Dabei bringt der Rückbau der Anlagen vielerlei Herausforderungen mit sich. Das KIT will angesichts dessen Kompetenzen bündeln und neue Fachkräfte auf die Aufgaben der nächsten Jahre vorbereiten. In Karlsruhe entsteht derzeit ein neues großes Expertenzentrum für den AKW-Rückbau in Deutschland und Europa.

Wenige Monate nach der Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima, brachte der deutsche Bundestag in mehrheitlicher Zustimmung das so genannte "13. Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes" hervor. Dem Super-GAU nahm man zum Anlass, um endgültig aus der Atomenergiegewinnung auszusteigen. Der Beschluss: Bis Ende 2022 sollen alle Kraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden.

Das sind die Herausforderungen des Rückbaus

Heute am Netz und in unmittelbarer Nähe zu Karlsruhe sind unter anderem noch das AKW Philippsburg sowie das AKW in Neckarwestheim. Energiewende und der sicherere Rückbau von Kernkraftwerken - zwei Herausforderungen, die sich nun ein neues Kompetenzzentrum, initiiert vom Karlsruher Institut für Technologie, auf die Fahne geschrieben haben. In Zusammenarbeit und Austausch mit anderen Hochschulen, darunter die Uni Stuttgart und die DH BaWü, will man Know-How bündeln und neue Fachkräfte für die anstehenden Herausforderungen der nächsten Jahre ausbilden.

Der Fokus liegt hierbei vor allem auf der Optimierung von Technologien beim Rückbau von Kernkraftwerken. "Teilweise bedarf es auch ganz neuen Verfahren, um beispielsweise die anfallenden Abfälle zu reduzieren", erklärt Professor Sascha Gentes, Leiter des Fachgebiets Rückbau und Institutsleiter am KIT - "gleichzeitig muss das Management des Rückbau wesentlich optimiert werden, um her weg von den teilweise mehrere Jahre andauernden Genehmigungen zu kommen."

Auch gehören die radiologische Charakterisierung kontaminierter Anlagenteile, die Dekontamination und der Strahlenschutz zu den zentralen Themen des neuen Kompetenzzentrums. Zudem müsse in naher Zukunft die Endlagerung geklärt werden. "Genau hier setzen wir mit unseren Arbeiten an und entwickeln in enger Kooperation mit der Industrie Lösungen", so Gentes. Am KIT arbeiten etwa 20 wissenschaftliche Mitarbeiter am Rückbau.

Laut Gentes sei es durchaus machbar, am Plan der Bundesregierung festzuhalten. Ein AKW-freies Deutschland bis 2022 sei zu schaffen. Die Dauer für den Rückbau eines Kernkraftwerks soll, so das Ziel des neuen Kompetenz-Clusters, weniger als zehn Jahre betragen. Pro Rückbauprojekt rechnen die Experten mit Kosten in Höhe von einer Milliarde Euro.

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Kommentare (14)
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (657 Beiträge)

    25.02.2016 18:59 Uhr
    Die sollen endlich
    Vollgas bei der Entwicklung von Fusionstechnologie geben. Dann könnten wir bis 2022 die Kernkraftwerke durch Fusionsreaktoren ersetzten.

    Also den Gendermist und dieses Buntgeschwurbel aus den Lehrplänen streichen und durch Physik, Mathe und Informatik ersetzen. Wir müssen endlich wieder technologisch aufholen, die Amis, die Japaner und die Koreaner hängen uns lansam aber sicher ab.
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  •   urraco
    (563 Beiträge)

    25.02.2016 23:03 Uhr
    Ich bin auch dafür
    die Fusionstechnoloie voranzutreiben, aber bis 2022 schaffen sie vielleicht einen Reaktor der ein Smartphone aufladen kann. Wahrscheinlich nichtmal das.
    Grosstechnische Kernfusion erlebst du nicht mehr, egal wie alt du jetzt bist.
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  •   Zweistein
    (177 Beiträge)

    25.02.2016 14:01 Uhr
    ein Hohn!
    Statt "neue Fachkräfte auf die Aufgaben der nächsten Jahre vorbereiten" sollten sich die Herrschaften mal darum bemühen, die vorhandenen Fachkräfte bei der Stange zu halten statt diese in den Vorruhestand oder die Arbeitslosigkeit zu schicken. Die EnBW hat dringend Fachkräfte für den Rückbau gesucht, aber wer über 50 ist, bekommt dort keine Chance mehr. Lieber dem Jugendwahn frönen und für teures Geld Leute ausbilden, die ein KKW nie im Betrieb erlebt haben statt diejenigen weiter zu beschäftigen, die diese Buden wie ihre Westentasche kennen
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  •   Makamabesi
    (2941 Beiträge)

    25.02.2016 15:57 Uhr
    Die,
    die diese Buden kennen, machen ja auch keine Fehler, die man dann dem Personal in die Schuhe schieben kann.
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  • unbekannt
    (216 Beiträge)

    25.02.2016 10:03 Uhr
    Der richtige Weg!
    Auf jeden Fall ist es wichtig UND Richtig sich von Kohle und Atom zu verabschieden. Wenn man bedenkt das eigentlich nur die Großindustrie soviel Strom braucht. Jeder Haushalt könnte sich mit etwas Grips über Sonne, Wasser und Wind selbst versorgen. Sich selbst versorgen heißt auch Autark sein. Zu wissen das mit allen anderen an einem Netz hängt löst bei mir eh Unbehagen aus. Ohne Strom geht absolut gar nichts mehr!

    Was mich gewundert hat, das man IN DAS NATURSCHUTZGEBIET am Rhein ein Kohlekraftwerk hingestellt hat das seine tolle Luft quer über die ganze Stadt bläst. Dem Hohne nicht genug stellt man noch eine noch mehr verhöhnte Tafel auf.
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  •   weltbuerger
    (413 Beiträge)

    25.02.2016 15:25 Uhr
    Die Haushalte,
    die sich temporär bei der Energieversorgung autark stellen, können dies nur weil Millionen Stromkunden ihnen den Spaß bezahlen und Atomkraftwerke im europäischen Ausland das Backup bieten.
    Bis heute ist es nicht möglich mit einer alternativen Energiequelle die Grundlast zu sichern.
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  •   urraco
    (563 Beiträge)

    25.02.2016 11:24 Uhr
    Falls
    du meinst mehr Grips zu haben als die anderen steht es dir jederzeit frei dich abzuklemmen. Es gibt kein Gesetz das dich zur Abnahme von industriell erzeugtem Strom verpflichtet.

    Und dann hätte ich gerne noch eine Zeichnung wie ich mich als Privathaushalt in Karlsruhe mit Wasserkraft versorge.
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (657 Beiträge)

    25.02.2016 18:50 Uhr
    Dazu klemmt man eine Turbine
    an den Wasserhahn und schwups, schon brennt die Birne im Badezimmer, wenn das Wasser läuft.

    Manchmal bekommt man echt Kopfweh beim Kommentarlesen. Vielleicht sollte ich eine Petition starten, dass Energiewirtschaft nur technischen Fachkennern vorbehalten bleibt.
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  •   Makamabesi
    (2941 Beiträge)

    25.02.2016 13:59 Uhr
    Etel-Tuning
    aus Kronau biete da interessante Sachen an. z.B. eine Starkstromquelle: Gardena 1/2 auf 400V 16A Drehstrom. Meine Frau ganz begeister von der schnurlosen WLan-Dusche. Endlich unabhängig vom Wasserwerk. zwinkern
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  •   abort_schmidt
    (48 Beiträge)

    25.02.2016 14:47 Uhr
    Haha, ich dachte schon..
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