Karlsruhe Aus U-Strab wird "City 2015"

Die Kaiserstraße:
2015 ohne Straßenbahnen?
(Foto: ka-news)
U-Strab und kein Ende: Am kommenden Dienstag berät der Gemeinderat über das städtische Projekt "City 2015 - Zukunftschancen für die Karlsruher Innenstadt". Kernpunkt des Projekts ist die Situation des Straßenbahnverkehrs in der Kaiserstraße. Oberbürgermeister Heinz Fenrich und der Chef der Verkehrsbetriebe, Dieter Ludwig, hoffen auf eine "positive Veränderung" - kurz gesagt: die "Tunnellösung". Die von nicht allen Karlsruhern geliebte U-Strab bekommt also einen neuen Namen: "City 2015".

Fenrich ist der festen Überzeugung, alle Bemühungen um räumliche und qualitative Verbesserungen blieben Makulatur, wenn der Straßenbahnverkehr in der Kaiserstraße verbleibt. Für Karlsruher und Besucher der Stadt gleichermaßen sei es "eine Zumutung, über Straßenbahngleise zu stolpern oder sich zwischen großvolumigen Stadtbahnwagen hindurchzwängen zu müssen. Sofern überhaupt noch eine Chance besteht, die Kaiserstraße zu überqueren". Die Vorteile einer reinen Fußgängerzone seien also offensichtlich.

Fenrich räumt Fehler der Stadtverwaltung ein

Die Idee, diese Probleme durch den Bau einer unterirdischen Straßenbahntrasse zu beseitigen, ist nun nicht gerade neu: Vor fünf Jahren aber war der Plan durch einen Bürgerentscheid gekippt worden. Seitdem hat der Verkehr stark zugenommen, die Fahrgastzahlen sind um fünf Prozent gestiegen, informiert der OB. Zudem sei die Kapazitätsgrenze erreicht - mehr Bahnen passten nicht mehr auf die Schiene. Die Bürger hätten nun erkannt, dass eine Veränderung notwendig sei, um im Konkurrenzkampf mit anderen Gemeinden attraktiv zu bleiben. Ein Verlust an Attraktivität bedeute letztlich auch Verlust an Steuereinnahmen und Arbeitsplätzen, malte der OB schwarz.

Fenrich räumt aber auch ein, die Stadtverwaltung habe damals Fehler gemacht. Um diese nicht zu wiederholen, will der OB diesmal die Karlsruher stärker mit in die Planung einbeziehen: Falls der Gemeinderat die U-Strab am Dienstag absegnet, sollen ihnen etwa ab Mai 2002 in über 50 Einzelveranstaltungen die Pläne des Arbeitskreises Öffentlicher Personen Nahverkehr (ÖPNV) schmackhaft gemacht werden. Der war zu dem Ergebnis gekommen, eine Entlastung sei ohne Qualitätsverlust nur durch den Bau des Tunnels zu erreichen. Zudem sollte man sich die Option zum Bau von drei Südabzweigungen an Markt-, Kronen- und Europaplatz offen halten. Alle anderen Konzepte - beispielsweise die Herausnahme einzelner Linien oder der Ausbau der Kriegsstraße - könnten höchstens ergänzende Maßnahmen sein.

Finanzierungsfrage noch nicht endgültig geklärt

Nach Ansicht von Dieter Ludwig, dem Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Karlsruhe, könnte durch die Tunnellösung eine Kapazitätssteigerung von etwa 40 bis 50 Prozent erzielt werden, da die jetzige Grenze nicht technisch bedingt sei: Im Tunnel könnten längere Züge in dichterem Takt schneller fahren. Ziel sei letztlich, "dem Bürger die Kaiserstraße zurück zu geben." Den angestrebten Zeitplan, die Arbeiten zum 300-jährigen Stadtgeburtstag 2015 abschließen zu können, hält Ludwig für durchaus realistisch, zumal die vor fünf Jahren abgeschmetterten Pläne teilweise in ganzen Elementen übernommen werden könnten.

Fenrich betonte aber auch, der mögliche Bau des Tunnels sei nur ein Baustein des übergeordneten Konzepts "City 2015" - dafür aber der entscheidende: Nach Ansicht der Stadtverwaltung ist eine stadträumliche und funktionale Verbesserung nur möglich, wenn zuerst das Verkehrsproblem der Kaiserstraße behoben wird. Da die Entscheidung darüber aber noch aussteht, hat man auf weitergehende Planungen über eine mögliche Umgestaltung der Kaiserstraße bislang verzichtet. Aber auch die Finanzierung ist noch nicht gesichert: Ludwig erklärte, nach Auskunft des Staatsekretärs im Verkehrsministerium wäre in diesem Jahr der Bundeszuschuss sicher - ob das in Zukunft auch so sei, könne auch er nicht versprechen.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (0)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
Sie sind der Erste, der einen Kommentar schreibt – vielen Dank!
Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben