Karlsruhe "Aufmerksamkeit erregen"

Schon bei der Probeinstallation strahlten zwei Laser über die Stadt (Foto: ka-news)
Einer Sonne gleich sendet das Karlsruher Schloss seine Strahlen fächerförmig in die angrenzende Innenstadt. Zum Stadtgeburtstag wird die Fächer-Symbolik aufgefrischt. Ab dem 17. Juni wird für drei Nächte über der Stadt ein elfstrahliger Laserfächer den Himmel erleuchten. Nach dem Stadtgeburtstag wird die Karlsruher Laserskulptur auf eine Städte-Tour durch ganz Deutschland gehen, die am 28. Juni in Berlin enden wird. Dort findet dann die offizielle Übergabe der städtischen Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2010 statt.

Das Aufleuchten der Laserskulptur wird jeden Abend während des Stadtgeburtstages einem genau festgelegtem Prozedere folgen. Mit Beginn der Dämmerung wird vom Schloss Minute für Minute einer neuer Fächerstrahl über die Stadt geschickt. Parallel dazu wird das Spektakel mit einer Audio-Performance unterlegt. Die elf Laserstrahlen werden mit elf Themen-Wort-Gruppen bestückt, die thematisch vom Karlsruher Privilegienbrief bis hin zur Internethauptstadt zugeordnet sein werden. Nach dem elfminütigen Hörspiel kommt der Zuhörer in den Genuss eines so genannten Klangteppichs, der Raum für "ruhige" Gedanken schaffen soll. Komponiert wurde die musikalische Untermalung des Laserfächers von Ludger Brümmer, dem Leiter des Instituts für Musik und Akustik am ZKM.

Ein Ende der "badischen Bescheidenheit"

Ab dem 21. Juni wird der Fächer, das markante Kennzeichen Karlsruhes, auf große Tour durch Deutschland gehen. In insgesamt sechs weiteren Städten wird die Laserskulptur einen nächtlichen Zwischenstopp einlegen und über dem Nachthimmel erstrahlen. In Stuttgart wird zuerst Halt gemacht, danach folgen Saarbrücken, Koblenz, Halle und Weimar. Als Abschluss der Fächertour werden die Laser am Sonntag, 27. Juni, in Berlin vom Kollhoff-Gebäude am Potsdamer Platz als Fingerabdruck Karlsruhes den Fächer über die Bundeshauptstadt legen.

Nicht umsonst ist diese Aktion, als Teil zur Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2010, so groß angelegt. Schluss mit der badischen Bescheidenheit, wie es Oberbürgermeister Heinz Fenrich bei der Vorstellung der Fächertour ausdrückte. Der himmelweit sichtbare "Eye-Catcher" soll zu Diskussionen anregen und Gesprächsstoff liefern - und zwar bundesweit. So werde es parallel zu der Fächeraktion in den Städten Diskussionen und Informationsveranstaltungen zum Bewerbungsmotto "Mit Recht. Karlsruhe" geben, kündigt Fenrich an.

"Ein Ruck muss durch die Bevölkerung gehen"

Wenn der Laserfächer am 27. Juni schließlich in Berlin ankommt, wird in der Landesvertretung Baden-Württembergs zum Thema "Recht und Kultur - Altes Europa - Neue Welt" diskutiert. An der Podiumsdiskussion "unterm Fächer" nehmen unter anderem die Kulturbotschafter Karlsruhes Peter Sloterdijk, Felicia Langer und Klaus von Trotha teil. Als Moderator würden die Verantwortlichen gerne Günther Nonnenmacher sehen, den Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Ob es da wohl einen Zusammenhang zum vergangenen Donnerstag erschienenen Artikel im Blatt über die Bewerbung Karlsruhes gibt?

Bundesweit dürfte mit diesen Aktionen eine Menge Resonanz zu ergattern sein. Doch, und das betont Fenrich immer wieder, ohne den Enthusiasmus der Bevölkerung Karlsruhes wird diese Bewerbung weit weniger Chancen haben. "Die Bürger müssen für die Bewerbung begeistert werden. Und diese Begeisterung muss auch spürbar werden. Es muss ein Ruck durch die Bevölkerung gehen, die von den Entscheidungsträgern wahrgenommen wird", so der Oberbürgermeister. Unabhängig davon, ob diese "Entscheider" auf Bundesebene oder Europaebene sitzen. Spannend dürfte werden, wie die Begeisterung bei den Karlsruhern bis Ende 2005 aufrecht erhalten werden kann. Denn erst dann fällt die Entscheidung bei der Europäischen Kommission.

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