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Karlsruhe Arm? Selbst schuld! - Karlsruher Armutskongress kämpft gegen Vorurteile

"Arbeit - Armut - Würde" - unter diesem Motto startet am Samstag, 11. Januar der achte Kongress der Arbeitsgruppe "Kinderarmut und Verteilungsgerechtigkeit" des globalisierungskritischen Bündnisses Attac Karlsruhe. Mit Vorträgen, Sketchen, Musik und Diskussionen soll die Veranstaltung im Tollhaus auf die wachsende Armut in Deutschland aufmerksam machen.

Ziel des Kongresses sei es, sich in erster Linie mit der politischen Ursache von Armut zu beschäftigen, so Georg Rammer von Attac Karlsruhe, aber auch mit ihren Auswirkungen und möglichen Gegenstrategien.

"Die Kluft zwischen Arm und Reich ist in Deutschland beängstigend groß geworden." Zusammen mit Siegfried Mutschler-Finl rief er vor rund zehn Jahren die Arbeitsgruppe "Kinderarmut und Verteilungsgerechtigkeit" von Attac Karlsruhe ins Leben. Beide waren zuvor jahrelang beruflich bei psychologischen Beratungsstellen tätig, wo sie Personen in schwierigen sozialen Lebenslagen unterstützten.

Leistungsdruck führt zur Verrohung der Gesellschaft

"Wichtig ist vor allem, Aufklärung zu betreiben und das Bewusstsein für die Problematik zu schärfen", so Ramme. Der allgegenwärtige Leistungsdruck, bereits von Kindesbeinen an, lasse die Gesellschaft verrohen. Wer arm sei, könne schließlich arbeiten gehen - dieses Vorurteil werde zunehmend gezüchtet. Dass viele Empfänger sozialer Hilfeleistungen diese als Ergänzung zu ihrem täglichen Job beziehen, werde außer Acht gelassen, so Ramme.

Auf dem Kongress soll deshalb der Frage nachgegangen werden, welche Auswirkungen Leih- und Zeitarbeit, Niedriglohn und Minijobs auf die zunehmende Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich haben. Thema wird aber auch die gerechte Verteilung von Arbeit, die Frage nach Sinn und Würde und psychologischen Auswirkungen von (Langzeit-)arbeitslosigkeit sein.

Leih- und Zeitarbeit, Niedriglohn und Minijob als Armutsursache?

Attac selbst versteht sich als ein breites, gesellschaftspolitisches Bündnis, das sich für soziale und ökologische Gerechtigkeit im Globalisierungsprozess einsetzt. Attac Karlsruhe wurde im Winter 2001 gegründet und zählt inzwischen nach eigenen Angaben über 200 Mitglieder. Ein Gegengewicht zur Lobbyarbeit von Wirtschaft und Verbänden sein; sich für einen positiven Blick auf die Menschen einsetzen, die in der Gesellschaft keine Stimme haben und diesen so ihre Würde zurückgeben - so fasst Lissi Hohnerlein von SozPädal (Sozialpädagogische Alternativen) die gemeinsamen Ziele zusammen. Neben ver.di, Tollhaus, dem Stadtjugendausschuss Karlsruhe und dem Projekt- und Bildungsverein Sozialinitiative unterstützt auch SozPädal den achten Kongress.

Ab 14 Uhr werden Vorträge von Klaus Dörre, Professor für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Rechtsanwalt Wolfram Treiber aus Karlsruhe, Georg Rammer und Hela Spindler, Professorin für öffentliches Recht mit Schwerpunkt Sozialrecht und Arbeitsrecht an der Gesamthochschule Essen stattfinden. Ergänzt wird der Kongress durch kulturelle Beiträge von Attac Karlsruhe und Jan Andreesen vom Badischen Staatstheater, welcher Ausschnitte aus "Rio Reiser" spielen wird.

Tickets für die Veranstaltung gibt es beim Tollhaus unter Telefon 0721/96 40 50 oder unter info@tollhaus.de. Der Eintritt kostet drei Euro, für Inhaber des Karlsruher Passes sowie für Hartz IV-Empfänger ist der Eintritt frei.

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  •   Loewe
    (327 Beiträge)

    05.01.2014 10:13 Uhr
    Leistungsdruck?
    Dank den Chaosschulen der SPD - Gemeinschaftsschulen - wird unsere Gesellschaft nun noch schneller gespalten. Die Gemeinschaftsschulen werden mit dem gleichen Gedanken des 3.ten Reiches aufgebaut. Lernwillige Kinder werden dort regelrecht hingerichtet. Bis zur 8.ten Klasse gibt es keinen Leistungsdruck und dann müssen alle aber die Konditionen erfüllen. => Mal schnell ein paar Spanier und Osteuropäer importieren, weil unsere Kinder durch Chaos Ausbildung nichts mehr selbständig erledigen können. Dies ist doch eine Superlösung der SPD und Grünen => damit können sie Geld für ihre 300 neuen Beamten im Landtag sparen, die 8 Stunden Kaffee trinkend im Büro sitzen. Ach, die SPD gab vor Kamera bekannt, dass diese Beamten nur Zeitverträge hätten! Alles eine Lüge, die kosten uns zig Mil. pro Jahr und sind nur eine grün rote Dekoration im Landtag!
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  •   Loewe
    (327 Beiträge)

    05.01.2014 10:02 Uhr
    Gesetzeslücken
    Bitte auf dem Boden bleiben. Das Hauptproblem sind die z.T. chaotischen Gesetzeslücken, die den systematischen Betrug geradezu unterstützen und erst möglich machen! In Karlsruhe gibt es da etliche Abzockerunternehmen, die ihren Namen i.d.R. alle 2-4 Jahren ändern und dem Kunden etwas anderes erzählen. In Wahrheit melden, die aber Konkurs an, damit sie für ihre Schandtaten nicht belangt werden können. ( z.Bsp.: 2006 gab es den IFC, der betitelt sich heute enorm anders und hat schon zig Menschen in die Privatinsolvenz getrieben!) Dann wird arglistig getäuscht -> Eu.part. geben auf ihrem Flyer Verbraucherschutz an, obwohl die Verbraucherschutzzentrale von denen nie was gehört hat. Der Focus hat auch schon von den schwarzen Krediten der DKB Bank berichtet und dies , als Badenia 2 betitelt.
    Es kommt z.Z. nicht auf die Partei an, sondern auf das Chaosgesetz der BRD, das keine Partei ändert.
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  •   orakelka
    (1914 Beiträge)

    04.01.2014 23:13 Uhr
    Die Gründe dafür kennt doch jeder,
    ohne Schröder wäre es gar nicht soweit gekommen, die SPD hat es aber immer noch nicht kapiert.
    Zeitverträge ohne Ende, keine Planungsicherheit für Junge Familien
    Leiharbeiter die für ein drittel weniger arbeiten.
    Arbeitslose, die von der ARGE schikaniert, anstatt anständig beraten werden.

    Und wenn sich jetzt die SPD als Retter aufspielt, da geht mir doch wirklich das Licht aus. Die sollen mal den Mist den sie gemacht haben bereinigen und zwar allen.
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  •   franky4you
    (1330 Beiträge)

    05.01.2014 00:13 Uhr
    Naja zur Zeit zeigen die C Parteien
    wohl Ihr wahres Gesicht ...
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  •   Smartraver
    (7579 Beiträge)

    05.01.2014 08:41 Uhr
    Sind ihnen die vermummten Gesichter der Anhänger
    bestimmter anderer Parteien lieber? So wie in Hamburg z.B.
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  •   franky4you
    (1330 Beiträge)

    05.01.2014 21:28 Uhr
    Wenn ich mich vermumen muß
    um für einen Mindestlohn zu sein, kann es sein, daß die mir lieber sind. War nicht für die große Koalition, weil bis die SPD Wurscht gelesen hat, hat die C die Wurscht inkl. SPD verkauft, bin mal gespannt wie es jetzt ausgehen wird mit dem großen Eierkuchen ...
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  •   juanzorro
    (889 Beiträge)

    05.01.2014 12:49 Uhr
    durchgeknallte
    Minderheiten, die keiner ernst nimmt...

    Wenn die eine echte Gefahr bedeuten würden, würden wir uns nimmer auf die Straße trauen...
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  •   franky4you
    (1330 Beiträge)

    05.01.2014 21:34 Uhr
    Gibt ja auch noch die Staatsgewalt
    wenn se nicht gerade beim Fußball beschäftigt ist zwinkern
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  •   bohnerc
    (123 Beiträge)

    04.01.2014 17:40 Uhr
    Witzerunde
    Liebe Kommentatoren,
    zugebenermaßen ist Humor in vielen Situationen hilfreich - in dieser aber wohl eher nicht. Leider mussten wir einige Kommentare sperren. Bitte kommentiert künftig etwas themenbezogener, sonst müssen wir die Diskussion leider schließen.
    Danke!
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  •   DerSpinner
    (2068 Beiträge)

    04.01.2014 19:04 Uhr
    Ihr wollt ein ruhiges Wochenende?
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