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Karlsruhe An Karlsruhe vorbei geweht: Keine neuen Windräder für die Fächerstadt

Mit dem Beschluss zur öffentlichen Auslegung des sachlichen Teil-Flächennutzungsplans Windenergie des Nachbarschaftsverbandes Karlsruhe, beendete der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag ein zweijähriges Verfahren zur Findung von geeigneten Flächen für Windenergieanlagen. Das Ergebnis ist vergleichsweise mager: Lediglich eine Konzentrationsfläche in Karlsbad konnte ausgemacht werden. Das bedeutet, dass Karlsruhe über seinen bestehenden Energieberg im Westen der Stadt hinaus keine weiteren Windenergieanlagen bekommen wird.

Im Rahmen der immissionsschutzrechtlichen Zulässigkeit soll dort jedoch ein sogenanntes Repowering ermöglicht werden. Also ein Ersetzen der alten Anlagen durch neue, möglicherweise auch mit einem höheren Wirkungsgrad.

Initiative "proBergdörfer" in der Kritik

"Ich bin froh, dass sich der Sturm über Windkraft als laues Lüftchen verzogen hat", zeigte sich Tilman Pfannkuch (CDU) erleichtert über den Ausgang. Der gesamte Planungsaufwand des Nachbarschaftsverbandes, einem Zusammenschluss aus der Stadt Karlsruhe und den umliegenden Gemeinden, habe viel gekostet. "Man müsste die Rechnung nach Stuttgart schicken", sagte er. 2012 hatte die grün-rote Landesregierung den Windenergieerlass beschlossen, nach dem man sich während des Planungsverfahrens gerichtet hat.Pfannkuch lobte außerdem den hohen Einsatz der Bürgerinitiative "proBergdörfer", die auf sachliche Art viel zum Planungsprozess beigetragen habe.

Ziel der Initiative war der Schutz des Edelbergs, der bis Dienstag noch offiziell in den engeren Betrachtungen für Windenergieanlagen zu finden war. Dem Lob für die Initiative schlossen sich auch Alexander Geiger von den Grünen und Jürgen Wenzel (FW) an. "Die Bürger mitzunehmen gehört auch zu den Vorgaben des Gesetzes. Wir haben einen guten Umgang mit ihnen gefunden", sagte Geiger. Gänzlich anders beurteilt Heinrich Maul (SPD) den Einsatz der Bürger: "Die Bürgerinitiative war nicht gut. Der Gemeinderat wurde von den Mitgliedern ausgebuht, beleidigt und beschimpft - das ist undemokratisches Verhalten!"

Sein Parteikollege Michael Zeh zeigte zuvor Verständnis für die Bürger. "Das sachliche Verfahren hat nun zu einer Entscheidung geführt, möglicherweise hat das einigen Bürgern zu lang gedauert. Aber Gutachter brauchen nun einmal Zeit", so Zeh. Außerdem sei die Anzahl der Flächen mit kräftigem Wind ohnehin eher bescheiden in und um Karlsruhe. "Wir sind auf dem sachlich richtigen Weg."

"Wir wünschen uns mehr Prüfflächen"

Der Grünen-Stadtrat Geiger wies schließlich darauf hin, dass man der Windenergienutzung genügend Raum einräumen müsse. "Wir hätten gern mehr Prüfflächen, um zu gucken, wo Windenergie möglich ist und wo nicht", erklärte er. "Wir haben nur eine Konzentrationsfläche, auf der können maximal drei Windräder entstehen." Den Grünen ist das zu wenig, weshalb sei die Beschlussvorlage zur Offenlegung des Teil-Flächennutzungsplanes ablehnen. "Es müssen alle Flächen geprüft werden."

"Alle wollen die Energiewende", resümierte Rita Fromm, für die FDP im Gemeinderat. Also müsse man sich an objektiven Kriterien orientieren. "Wir wussten von Anfang an, dass es keine Flächen gibt", sagte sie. Sie habe kein Verständnis für diejenigen, die unter der Bevölkerung für "Stunk gesorgt" hätten.

Mit 32 Ja-Stimmen, neun mal "Nein" und zwei Enthaltungen wurde letztlich der Offenlegung des Plans der Weg geebnet. Von Mitte März bis Mitte April wird der Plan voraussichtlich öffentlich einsehbar sein. Während dieser Zeit werden auch Stellungnahmen der Behörden und weiteren Trägern öffentlicher Belange eingeholt.

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Kommentare (23)
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  •   Kalksandsteinmauer
    (1483 Beiträge)

    20.02.2014 21:32 Uhr
    Energieberg
    Wenn ich das schon höre... Energieberg! Muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!

    Und Karlsbad wollt ihr die häßlichen Dinger auch noch hinstellen? Man muß ja schon 20 km aus KA fahren um Mal etwas grün zu sehen und dort soll jetzt auch das Zeug hin?

    manmanman, wegen paar Kilowattstunden die so ein Ding mal ab und zu einbringt...
    Stellt se halt in die Nordsee, dort stören sie keinen... und ne fette Hochspannungsleitung (der HGÜ-Sorte) in den Süden... Die Leitungstrasse so verlegen, daß sie parallel zu bestehenden ist und nicht weiter auffällt... und wer dann noch rumprotestiert, bitte Strom abstellen!

    Danke!
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  •   barlou
    (2555 Beiträge)

    20.02.2014 18:40 Uhr
    Wie...
    ...wäre es wenigstens mit Attrappen? Das würde in unserer windstillen Region eh niemandem auffallen, außer diesem einen besorgten KA-News-Leser natürlich.
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  •   Kalksandsteinmauer
    (1483 Beiträge)

    20.02.2014 21:33 Uhr
    Der...
    war jetzt nicht sooo schlecht grinsen
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  •   karl143
    (326 Beiträge)

    20.02.2014 15:17 Uhr
    Tilman Pfannkuch
    hat schon eine seltsame Einstellung. Woher beziehen die Karlsruher Industrie und er eigentlich seine Energie. Von den dummen Norddeutschen die sich die Windräder vor ihrer Haustür anschauen dürfen ?
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  •   candyman
    (7188 Beiträge)

    20.02.2014 12:59 Uhr
    Animiert
    Könnt ihr mit eurem Redaktionssystem eigentlich auch GIFs in die Artikel einbinden? Wäre doch ein nettes Gimmick, wenn sich die Rotorblätter drehen und die Kraniche mit den Flügeln schlagen würden...
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  • unbekannt
    (104 Beiträge)

    20.02.2014 12:53 Uhr
    beim Kohlekraftwerk war die Meinung der Bevölkerung egal
    liebe CDU und FDP,
    hätten Sie doch nur auch mal vor dem Bau des Kohlekraftwerks im Rheinhafen die Bevölkerung eingebunden und gesundheitliche Aspekte berücksichtigt.
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  •   Herbert-119
    (1164 Beiträge)

    20.02.2014 20:11 Uhr
    Das mit den Gesundheitlichen Folgen
    Der Kohle Energie könnte man durchaus durch Kernkraftwerke lösen.

    Ausserdem hätte ich da noch eine frage wie hoch sind die Gesundheitlichen Folgen eigentlich bei einem Black Out.
    Dieser wird bei einem weiter so (Energiewende) wohl kaum ausbleiben.

    Die Energiewende ist nun mal Dumm Asozial und Teuer (unbezahlbar)
    Und Strom ist großtechnisch nicht Speicherbar und wird das auch nie werden.
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    20.02.2014 14:48 Uhr
    Das
    Kohlekraftwerk steht wenigstens gerade und macht ordentlich Dampf, im Gegensatz zu ein paar Windmühlchen.
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  • unbekannt
    (511 Beiträge)

    20.02.2014 12:43 Uhr
    Info: Bild fehlt
    Aktuell wird bei diesem Artikel das Bild nicht angezeigt. Es handelt sich wohl um einen technischen Fehler. Unser Technik arbeitet daran. Wir hoffen, dass dieser Artikel bald auch mit Foto angezeigt wird.
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  •   candyman
    (7188 Beiträge)

    20.02.2014 12:49 Uhr
    Ich sehe
    ein harmonisches Bild mit dem Titel "Kraniche fliegen vor einem Windrad vorbei" von einem gewissen Herrn Hirschberger und bin damit völlig glücklich.
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