Karlsruhe Am ZKM entwickelt

Panoramablick in die Karlsruher Innenstadt (Foto: Christina Zartmann)
Ein neuartiges Panoramakino haben Bernd Lintermann und sein Team am Institut für Bildmedien am ZKM entwickelt. Dabei werden die Bilder auf einem Zylinder mit zehn Metern Durchmesser dargestellt, dem "Panorama-Screen". Wer sich die 360-Grad-Projektionen anschauen will, kann das ab September im ZKM tun - oder am morgigen Samstag im TV.

Am Institut wird nicht von "Kino" gesprochen, sondern von einem "Panoramaprojektionssystem", das wesentlich mehr kann als nur Filme abspielen. Der Riesenzylinder kann über vier oder sechs Projektoren mit vollpanoramischen Filmen, mit 3D-Animationen oderVideomaterial, das etwa mit der am Institut entwickelten "360-Grad-PanoramaCamera" aufgenommen wurde, bespielt werden. Auch stereoskopische Virtual-Reality-Applikationen und interaktive Echtzeitanwendungen sind möglich. Von einem "Realwelterlebnis" spricht Mitarbeiterin Petra Kaiser. "Der Betrachter steht sozusagen im Bild." Natürlich kann man nicht alles gleichzeitig sehen, wenn auf die ganze Fläche projiziert wird. Aber das über den gesamten Sichtbereich reichende Bild sorgt gerade dadurch für ein neuartiges Seherlebnis.

Außenansicht des PanoramaScreens (Foto: Christina Zartmann)

Eine eigens entwickelte Software namens "PanoramaPlayer" sorgt dafür, dass die Bilder sehr schnell und ohne Übergänge oder Verzerrungen aufgebaut werden. Das Ganze läuft auf einem einzigen Mittelklasse-Computer, wie er auch für Spieleanwendungen genutzt wird. Der Screen selbst verfügt über ein Acht-Kanal-Audiosystem, aktuell werden Filme mit einer Auflösung von 8.192 mal 928 Pixel mit 25 oder 30 Bildern pro Sekunde abgespielt. Neben dem zehn Meter durchmessenden, dreieinhalb Meter hohen Panorma-Screen gibt es auch eine Reiseversion mit "nur" acht Metern Durchmesser und einer Höhe von 2,80 Metern.

Festival im Herbst mit Weltpremieren

Ab September zeigen Künstler und Techniker anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des ZKM (ka-news berichtete) Anwendungen für das Projektionssystem. Im Rahmen eines "PanoramaFestivals" werden bis März 2008 jeden Monat künstlerische und wissenschaftliche Projekte aus eigener Produktion und in Kooperation mit anderen Instituten gezeigt. Die unterschiedlichen Arbeiten bieten einen breit gefächerten Einblick in Forschung, Entwicklung und Produktion des Institutes und seiner Partner, welche teilweise erst mit Arbeitstiteln benannt sind. Wer solange nicht warten mag, kann sich das Panoramaprojektionssystem am morgigen Samstag um 16 Uhr in einer Eins Plus-Sendung im Fernsehen anschauen. Dort stellt Institutsleiter Lintermann das System erstmals der Öffentlichkeit vor. Eins Plus ist ein digitales Programm der ARD.

Panorama-Innenansicht des PanoramaScreens (Foto: Christina Zartmann)

Geboten werden auf dem "PanoramaFestival" unter anderem die erstmalige Präsentation der interaktiven Computergrafikinstallation "ORACLE/ORAKEL" der Gastkünstler Robert Darroll und Sean Reed. Neben einer neuen Videoarbeit des französischen Medienkünstlers Jean Michel Bruyère, welches mit der am Institut entwickelten PanoramaCamera produziert wird, wird auch das Forschungsprojekt "Landkarte" von Bernd Lintermann und Joachim Böttger zu sehen sein. Im Zentrum dieses Projektes steht die Erprobung innovativer Möglichkeiten der Darstellung von Satellitenbildern unter Einbeziehung im Web verfügbarer, ortsspezifischer und durch die Besucher der Installation abrufbarer Daten. Ein weiterer Höhepunkt wird die Weltpremiere der Installation "Boundaries (Pioneer Dogs)" der Wooster Group sein, welche in Zusammenarbeit mit dem Experimental Media and Performing Arts Center (USA) und dem australischen iCinema Center for Interactive Cinema Research realisiert wird.

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