Karlsruhe Am Rande des Stadtfestes

So friedlich blieb es gestern Abend nicht am Friedrichsplatz: Am Rande des Stadtfestes wurden dort Teilnehmer an einer Demonstartion festgenommen (Foto: pr)
Am Rande des Karlsruher Stadtfestes demonstrierten gestern im Laufe des frühen Abends Linksradikale für ein autonomes Zentrum in der Stadt. Es kam dabei zu Sachbeschädigungen in Form von Graffiti und einigen vorläufigen Festnahmen. Über den Verlauf der Auseinandersetzungen machen Polizei und Veranstalter unterschiedliche Angaben.

Nach Darstellung der Polizei zogen in Erinnerung an die Räumung der "Ex-Steffi" am Samstagabend zirka 35 bis 40 Personen der linken Szene durch die KarlsruherInnenstadt. Die überwiegend vermummten Personen führten Transparente mit sich und machten mit Knallkörpern auf die nicht angemeldete Kundgebungaufmerksam. Entlang des Aufzugsweges wurden Parolen und Symbole aufHauswände, Verkehrszeichen und Straßenbahnen mit Spraydosen aufgesprüht.Der Sachschaden kann derzeit noch nicht beziffert werden. Bei Eintreffender Polizei flüchteten die Teilnehmer. Von mehreren Personen konnten diePersonalien festgestellt werden.

Das Aktionsbündnis "Aber jetzt erst recht" bezeichnet die Veranstaltung als spontane Demonstration. Anlass sei eine gleichzeitig versuchte Hausbesetzung in Kopenhagen, die Räumung der "Ex-Steffi" vor eineinhalb Jahren sowie die "zunehmende Repression" gegen linke Deomonstrationen gewesen. Kristin Unruh, eine der Initiatoren der Spontandemo zu den Motiven: "Derzeit wird im ganzen Land ein Klima von Überwachung, Kontrolle und Angst aufgebaut. Die Zunahme der staatlichen Repression spüren wir in Karlsruhe deutlich. Die 53 Verfahren gegen Menschen, die im März 2006 ein friedliches Straßenfest in der Wilhelmstraße feierten, die brutale Räumung der Ex-Steffi im Monat darauf oder der jetzige Strafbefehl gegen den Anmelder einer Demonstration Mitte Mai dieses Jahres in Karlsruhe sind nur der Gipfel der Einschüchterungsversuche linker Politik."

Weil der Staat versuche, angemeldete linke Demostrationen zu behindern und zu verhindern, weiche man jetzt eben auf diese Form des Protestes aus und gehe ohne Auflagen, Gebühren und Polizeiaufgebote spontan auf die Straße.

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