Karlsruhe Almosen für Kunstschätze

Durch Spenden sollen die Handschriften gerettet werden (Foto: ka-news)
Günther Oettingers Spendenaufruf für den Erhalt der badischen Kunstschätze trägt erste Früchte. Von den angestrebten 30 Millionen Euro, die dem Haus Baden für die Sanierung von Schloss Salem und der Begleichung von Schulden zugute kommen sollten, sind nun mehrere Millionen zusammengekommen.

Am vergangenen Dienstag rief der Ministerpräsident offiziell zum Spenden für den Erhalt der Kunstschätze auf. Vor allem Bürgerschaft und Wirtschaft seien nun angehalten, einen Beitrag zum Erhalt der Kunstschätze zu leisten. Kurz nach dem öffentlichen Spendenaufruf erklärte sich die Württembergische Gemeindeversicherung bereit, für 1,5 Millionen Euro eines oder mehrere Kunstwerke zu kaufen. Diese sollen dann im Anschluss dem Land als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt werden.

Spendengala in Karlsruhe soll weitere Gelder einbringen

Weitere vier Millionen Euro werden nun von der Museumsstiftung und dem Zentralfonds für die Anschaffung von Spitzenwerken für Staatliche Kunstsammlungen zur Verfügung gestellt. Auch das Karlsruher ZKM macht Geld für die historischen Kunstwerke locker. Die Einrichtung stellt eine halbe Million Euro zur Verfügung. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, haben die Direktoren der Staatlichen Museen und das Landesmuseum für Arbeit beschlossen, in den kommenden zwei Jahren die Hälfte ihres Anschaffungsetats für die Handschriften der Badischen Landesbibliothek aufwenden.

Nach massiven Protesten ruderte Oettinger zurück (Archivfoto: pr)
Insgesamt sollen durch Unternehmen und Privatpersonen schon bis zum Frühjahr etwa zehn Millionen Euro gespendet werden. Der Ministerpräsident wolle dafür auch direkt Firmen anschreiben. Im Zusammenhang mit der geplanten Spendengala in Karlsruhe erklärte Oettinger: "Ich werde jeden, der singen kann, fragen, ob er kostenlos singt." Künstler sind dazu aufgerufen, zur Spendengala in der dm-Arena der Messe Karlsruhe ihren Beitrag zu leisten.

Ursprünglich war die Landesregierung in nicht-öffentlich geführten Verhandlungen mit dem Haus Baden darin übereingekommen, durch den Verkauf großer Teile der Handschriftensammlung aus dem Bestand der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe 70 Millionen Euro Erlös erzielen zu können, um damit die Adelsfamilie aus ihrer prekären finanziellen Situation zu hieven. Die an die Öffentlichkeit gedrungenen Pläne lösten massive internationale Proteste aus. Zudem zweifelten Juristen die Gültigkeit der Besitzansprüche der badischen Adelsfamilie an den Kunstschätzen an. Die Proteste führten zum Einlenken der baden-württembergischen Landesregierung.

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