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Alkoholverbot an Tankstellen: Ein lächerlicher Kuhhandel

Die einen dürfen ab 22 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen, dafür dürfen andere ihre Gäste länger bewirten (oder abfüllen?). Was die Landesregierung hier ausgeknobelt hat, gleicht einem lächerlichen Kuhhandel.

Anfang April wurden drei Kinder im Alter von elf, zwölf und 13 Jahren besinnungslos auf einem Spielplatz gefunden – nach übermäßigem Wodka-Genuss. Das geltende Recht – Jugendschutzgesetz, untersagt diesen Kindern den Kauf und Konsum hochprozentigen Alkohols. Getan haben sie es trotzdem – zumindest konsumiert, den eigenen Kauf bezweifle ich. Und um solche Missstände zu vermeiden, wird der nächtliche Verkauf von Alkohol kurzer Hand untersagt.

Wobei "kurzer Hand" auch nicht ganz stimmt: Schließlich brütete die Politik monatelang über dem Verbot – was es nicht besser gemacht hat: Von 22 Uhr bis fünf Uhr morgens darf ab dem 1. Januar 2010 kein Alkohol mehr verkauft werden. Somit hat die CDU ihr Ziel erreicht. Das hätten die Christdemokraten aber nicht ohne ihre Kollegen von der FDP geschafft. Und als "Dankeschön" für das liberale Entgegenkommen erklärte sich die CDU bereit, eine Lockerung der gastronomischen Sperrzeiten zu unterstützen.

Und da schließlich Wahlkampf ist, ist beiden geholfen: Die CDU hat sich mit ihrem Gesetzesentwurf nicht bis auf die Knochen blamiert und die FDP hat bei den Gastronomen ein Stein im Brett. Klingt doch soweit alles wunderbar. Wären da nicht die Tankstellenbetreiber, Kioskbesitzer und alle volljährigen Baden-Württemberger, die vernünftig mit dem Genussmittel "Alkohol" umgehen.

Zusammengefasst: Minderjährige konsumieren literweise Alkohol, den sie ohnehin gar nicht besitzen dürfen. Und auch nicht könnten, wenn beim Verkauf geltendes Recht eingehalten, sprich Jugendschutzbestimmungen eingehalten würden –  es sei denn, Ältere besorgen den "Kleinen" den "Sprit". Und wie soll das durch gesetzliche Bestimmungen unterbunden werden? Durch ein Gesetz, das erwachsenen Menschen verbietet, nachts Alkohol zu kaufen? Meinetwegen. Dann wird künftig eben vor 22 Uhr auf Vorrat eingekauft. Die Eltern von unter 18-Jährigen sollten nach 22 Uhr ja ohnehin dafür sorgen, dass ihr Nachwuchs dann in elterlicher Obhut ist... Ob das Problem nicht vielleicht eher hier liegt?

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Kommentare (15)
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  •   tessarakt
    (2356 Beiträge)

    01.05.2009 07:43 Uhr
    "wieviele Jugendliche besaufen sich denn?"
    Alle. Jeweils einmal und dann hoffentlich ein paar Jahre erstmal nicht mehr ...
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  •   mixe
    (1202 Beiträge)

    01.05.2009 06:46 Uhr
    Purer Aktionismus
    ich denke, dass das Problem schon viel früher beginnt. Viele, natürlich nicht alle, Jugendliche habe keine Perspektive mehr. Sie werden in den Schulen von zum Teil unterqualifizierten und lustlosen Leherern ausgebildet, nach der Schule stehen sie oft allein da (ohne die Hilfe zur Berufsfindung und -wahl) und sie flüchten sich in eine Scheinwelt. Beamte, Ärzte und wer weiss wer noch trinken oder saufen im Berufsleben. Ich finde, dass man den jungen Menschen eine Persektive geben muss. Sie müssen wissen, dass es sich lohnt zu lernen. Und dann sollten unsere Politiker mal die bestehenden Gestze einhalten. Wer Alk an Kinder und Jugendliche verkauft wird extrem bestraft,oder verliert seine Konzession. Wo ist schon mal ein Supermarkt, eine Disco oder ein Kiosk wegen dem Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz geschlossen worden? Aus meiner Sicht haben die Politiker auch wieder mal auf ganzer Linie versagt, denn sie sind für die Schaffung und Einhaltung der Rahmenbedingungen verantwortlich.
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  •   flo-mi
    (441 Beiträge)

    30.04.2009 19:40 Uhr
    Vielleicht wäre es ein Schritt nach vorne...
    ... wenn man den Alkoholverkauf im Laden schon wie den Verkauf von Zigaretten am Automaten regeln würde. Die Kasse macht erst weiter wenn die Karte kurz (nicht zur Zahlung nur zur Altersverifikation) in den Leser eingesteckt wird. Ok, kann man auch tricksen, aber nicht jeder Jugendliche rennt mit ner EC-Karte von jemandem rum, der volljährig ist. Beim Verkauf von Zigaretten am Automaten hat sich das ja wohl auch bewährt.
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  •   patrickkk
    (1582 Beiträge)

    30.04.2009 17:51 Uhr
    Tja, willkommen in der modernen Demokratie:
    Es werden Medienwirksam Exzesse einzelner gezeigt, um dann die Rechte aller zu beschneiden.

    Naja, der Gesetzesentwurf ist komplett Sinnlos, und es ist in meinen Augen ein unverschämtheit, mit welcher selbstverständlichkeit unsere Landespolitiker hier einfach die Rechte beschneiden.

    Naja, aber da ich eh kein Alkohol trinke... ist es für mich nicht so schlimm.
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  • unbekannt
    (4144 Beiträge)

    30.04.2009 17:30 Uhr
    Ueberreaktion wie immer
    wieviele Jugendliche besaufen sich denn? Man macht ja wieder wie wenn das alle taeten, aber es ist auch hier nur eine Minderheit. Wenn Kinder und Jugendliche besoffen aufgegriffen werden, dann sollte man ganz einfach die Eltern zur Rechenschaft ziehen und zwar mit einer saftigen Geldstrafe.
    Ausserdem waere es vielleicht angebracht ,wenn man wieder etwas zurueckrudern wuerde und auch fuer Kinder und Jugendliche, den Begriff Disziplin und Respekt, wenigstens wieder etwas beleben koennte !!
    Wenn man als Kind staendig gesagt bekommt, man darf alles und kann alles, weil man ja der wichtigste Mensch der Welt ist, muss man sich doch nicht wundern.
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  •   orakelka
    (1911 Beiträge)

    30.04.2009 16:48 Uhr
    Ist doch Schwachsinn,
    wenn sie den Alkohol nicht kaufen können besorgen sie ihn eben anders. Wo liegt das Problem.

    In dem Staat wird jeder zu einem Kriminellen gemacht, hier mit dem Verkauf von Alkohol, in Bayern mit dem Versammlungsgesetz.

    Was wir brauchen ist eine andere Regierung, vielleicht weniger Abgeordnete, damit es denen nicht langweilig ist.

    Wenn das nicht hilft, brauchen wir einen Krieg, damit wir wieder 50 Jahre aufbauen können, dabei sind die Leute auch normal.
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  •   andip
    (10474 Beiträge)

    30.04.2009 15:15 Uhr
    Stimmt
    Auch zu meiner Jugendzeit konnten wir uns nicht dauernd ins Koma saufen,dazu reichte unser Geld nicht.
    Die heutige Jugend muss wohl zuviel davon haben.
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  • unbekannt
    (672 Beiträge)

    30.04.2009 14:24 Uhr
    Eben..
    zu unseren Jugendzeiten musste man sich die Kiste Bier aber mit mehreren Kumpels aufteilen. Zu mehr als "niveauvoll betrunken sein" hat das nicht gereicht.An harten Sachen gabs nur Asbach gedopt und das nur zu besonderen Anlässen.
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  • unbekannt
    (672 Beiträge)

    30.04.2009 14:19 Uhr
    Eben..
    zu unseren Jugendzeiten musste man sich die Kiste Bier aber mit mehreren Kumpels aufteilen. Zu mehr als "niveauvoll betrunken sein" hat das nicht gereicht.An harten Sachen gabs nur Asbach gedopt und das nur zu besonderen Anlässen.
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  •   friend60
    (2571 Beiträge)

    30.04.2009 14:05 Uhr
    Alkoholausschank
    Ich finde das auch lächerlich. Zu unseren Jugendzeiten waren die Getränkeläden spätestens um 18:30 geschlossen, und in den Tankstellen gab es überhaupt keinen Alkohol. Aber da wurde einfach vorher zusammen gelegt und vorher ein Kasten Bier geholt, den wir dann irgendwo im Park etc. vernichteten. Man muss sich nur anpassen können. traurig Hauptsache etwas beschlossen...
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