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Karlsruhe Aktionstag - Städte gegen die Todesstrafe

Allein im Jahr 2008 wurden weltweit mindestens 2.390 Menschen hingerichtet. Um ein Zeichen dagegen zu setzten beteiligt sich Rheinstetten am heutigen Montag an der Aktion "Städte für das Leben - Städte gegen die Todesstrafe".

Ins Leben gerufen wurde die Aktion von der christlichen Laienbewegung Sant'Egidio, die sich mit über 50.000 Mitgliedern in 70 Ländern der Welt für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. Der 30. November wurde gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte.

Während der Aktion werden wichtige Gebäude die Nacht über speziell beleuchtet. So bekommt zum Beispiel das Kolosseum in Rom eine besondere Beleuchtung, das Rote Rathaus in Berlin wird an diesem Tag grün beleuchtet. Auch die Stadt Rheinstetten beteiligt sich - wie jedes Jahr seit 2006. Sie beleuchtet die Nacht über das Stadthaus 1, das Zentrum Rösselsbrünnle, die Bibliothek und die Feuerwehrwache.

In Europa: Todesstrafe nur in Weißrussland

Ziel der Aktion ist es, ein Zeichen zu setzen und ein weltweites Moratorium gegen die Todesstrafe zu erreichen. Das jüngste Beispiel für die Entscheidung gegen die Todesstrafe ist New Mexico, das seit dem 18. März 2009 als 15. Bundesstaat der Vereinigten Staaten per Gesetz die Todesstrafe abgeschafft hat. Insgesamt wurden 2008 in den USA 37 Menschen hingerichtet. Demgegenüber stehen mindestens 1.780 Hingerichtete in China und 346 im Iran.

In Europa gibt es die Todesstrafe nur noch in Weißrussland. In Westeuropa wurde zuletzt 1977 - in Frankreich - ein Mensch durch die Guillotine hingerichtet. Das letzte Todesurteil in der Bundesrepublik Deutschland wurde 1951 vollstreckt - sieben deutsche Kriegsverbrecher starben am Strang. Die letzte zivile Hinrichtung in der DDR fand 1972 statt.

Grundgesetz untersagt die Todesstrafe

Aufgrund der gesetzlichen Sonderstellung Westberlins gab es dort bis 1990 die Todesstrafe, sie wurde aber letztmals 1949 verhängt. In Hessen sieht die Landesverfassung bis heute die Todesstrafe bei besonders schweren Verbrechen vor. Dieser Abschnitt wird jedoch durch das übergeordnete bundesweit geltende Grundgesetz außer Kraft gesetzt. Dieses sieht die Todesstrafe als Maßnahme nicht vor.

Immer wieder kommt es in der Bevölkerung zu Diskussionen, ob in bestimmten Fällen die Todesstrafe nicht doch angewandt werden sollte. So zum Beispiel in den 70er Jahren bei den Terroristen der RAF, die mit ihren Terroranschlägen die Bundesrepublik in Angst und Schrecken versetzten. Auch im Hinblick auf islamistische Terroristen gibt es vermehrt Stimmen für eine Anwendung der Todesstrafe. Ähnliches gilt für Fälle von Vergewaltigung und Pädophile. Wie stehen Sie zu diesem Thema - diskutieren sie mit im ka-news-Kommentarbereich.

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Kommentare (11)
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    30.11.2009 19:22 Uhr
    Todesstrafe...
    Das Problem an der Sache ist vielmehr, daß das Strafgesetzbuch inflationär aufgeweicht werden kann...

    Erst sagt einer, Kinderschänder werden hingerichtet. Ok, da stimmen dann wohl auch die meisten zu...

    Der nächte sagt Mord is auch schlimm, danach wirds ausgedehnt auf Totschlag oder Unfälle mit Todesfolge...

    Irgendwann sind dann auch Unschuldige darunter...
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  • unbekannt
    (16 Beiträge)

    30.11.2009 16:48 Uhr
    also
    ich kann mir denken, daß dieRheinstettener schon gerne jemanden hängen sehen wollen:
    Nämlich die Entscheider, die grad eine Edeka-Fleischfabrik dort bauen lassen....
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  • unbekannt
    (869 Beiträge)

    30.11.2009 08:39 Uhr
    :-)
    Naja, bei manchen bin ich aber dafür und dann aber zu 100% erwiesene Täter wie Kindermörder, Vergewaltiger usw, ich sag das nur deshalb, bevor alle auf mich eindreschen und wieder damit kommen, es werden auch unschuldige hingerichtet. Also nochmal, nur Täter, die zu 100% überführt worden sind, wer anderes Leben sinnlos auslöscht, hat auch kein Recht weiterzuleben!!!
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  • unbekannt
    (309 Beiträge)

    30.11.2009 17:48 Uhr
    sinnlos töten vs. vernünftiger Grund
    Wieso machen wir es nicht wie im Tierschutzgesetz?

    In § 1 S. 2 TierSchG gibt es das Verbot, „einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden“ zuzufügen.
    Dies gilt auch bzw. erst recht für die Tötung des Tieres, denn diese stellt von allen denkbaren Schäden im Sinne des Gesetzes den schwersten Schaden dar.

    Soweit ein „vernünftiger Grund“ vorliegt, darf gem. § 4 Abs. 1 S. 1 TierSchG „ein Wirbeltier nur unter Betäubung oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden“.
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  •   80er
    (5692 Beiträge)

    30.11.2009 12:56 Uhr
    Abgesehen davon:
    Urteile werden von Menschen gesprochen. Und Menschen können irren. Eien Haftstrafe kann man aufheben. Ein vollstrecktes Todesurteil nicht mehr.
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  •   80er
    (5692 Beiträge)

    30.11.2009 12:40 Uhr
    Nein,....
    ..kein Staat hat das Recht über das Leben seiner Bürger zu entscheiden. Im übrigen, wenn man nach der Devise "Aug um Aug" vorgehen würde, begibt man sich auf das Niveau der Täter. Unabhängig davon, was der Täter für ein Verbrechen begann. Im übrigen: was ist eine 100 % sicherheit? Sicher ist nämlich gar nichts, auch kein Geständnis eines Täters.
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  •   stefko
    (2114 Beiträge)

    30.11.2009 11:28 Uhr
    Interessante These
    Frage zu Deinem letzten Satz: Gibt es für Dich auch ein sinnvolles Auslöschen von Leben - zumindest vermittelt das Deine Formulierung.
    Hat in "Deiner Welt" ein betrunkener Unfallverursacher dann auch mit der Todesstrafe zu rechnen, oder ein BW-Kommandeur in Afghanistan, der Zivilisten bomardieren lässt, oder ... ?
    Irgendwie scheint mir Deine Idee nicht so ganz ausgereift zwinkern
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  •   caleu
    (374 Beiträge)

    30.11.2009 10:15 Uhr
    100%
    wer entscheidet darueber?
    wer legt fest, ob es nur 99% sind oder 100%
    gibt es ueberhaupt 100%ige sicherheit???
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  • unbekannt
    (869 Beiträge)

    30.11.2009 10:54 Uhr
    :-)
    Ja gibt es, wenn die Tat zu 100% erwiesen ist, zb Horrorvater von Amstetten !!!
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  • unbekannt
    (16 Beiträge)

    30.11.2009 12:51 Uhr
    der
    Horrorvater hat jemanden umgebracht??
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