Karlsruhe Adieu, ma belle?

Bald wohl ohne Dach über dem Kopf, aber sicher nicht arbeitslos
(Foto: pr)
Der Kleinkrieg zwischen den Behörden und den Betreibern eines Bordells in einem Wohngebiet in Durlach (ka-news berichtete) geht in die nächste, möglicherweise letzte Runde. Wie Wolfgang Müller vom städtischen Bauordnungsamt gegenüber ka-news bestätigte, wird nun der Sofortvollzug angeordnet - mit anderen Worten: das Bordell muss geräumt werden.

Medienberichten zufolge wird die Stadt Karlsruhe wohl am morgigen Dienstag das entsprechende Schreiben an den Eigentümer der Immobilie schicken. Die Frist für den Sofortvollzug beträgt nach Erhalt des Schreibens eine Woche - es sei denn, die Betreiber hätten mit einer Beschwerde vor dem Verwaltunsgericht Erfolg.

Anwohner kämpfen seit Jahren gegen das Bordell

Bislang nämlich hatten sie sich allen behördlichen Versuchen, dem frivolen Treiben in der Badener Straße ein Ende zu bereiten, erfolgreich widersetzt. Müller gibt sich nun aber vorsichtig optimistisch: "Wir sind zuversichtlich, dass es diesmal anders läuft. Aber vor Gericht ist man in Gottes Hand." Einen Teilerfolg konnten die Behörden indes bereits verbuchen: Einen Widerspruch des Eigentümers gegen eine Nutzungsunterlassung hat das Regierungspräsidium Karlsruhe bereits abgelehnt.

Seit rund drei Jahren wehren sich die Anwohner gegen das "Gästehaus der besonderen Art". Denn obwohl den Betreibern lediglich eine Genehmigung für ein Gästehaus oder Hotel Garni erteilt worden war, dämmerte zumindest den Anwohnern recht bald, dass die zahlreichen Besucher wohl durchaus auf der Suche nach einem Bett, aber keinesfalls zum Übernachten in die Badener Straße kamen. Was die Anwohner, die stets betonten, keine Moralapostel zu sein, zudem besonders fuchste: die "Übernachtungsgäste" parkten wohl aus Scham nicht direkt vor dem Etablissement, sondern auf den umliegenden Parkplätzen der Anwohner.

Auseinandersetzung mit Fernsehteam

Wie die BNN bereits am Freitag berichteten, wurde dem Kameramann eines Privatsenders beim Versuch, im "La Belle" zu drehen, die Kamera entrissen und zerstört. Dabei sei das Fernsehteam zuvor in das Gebäude gebeten worden. Die Journalisten sollen daraufhin Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet haben; der Geschäftsführer habe seinerseits das Team wegen Hausfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Urheberrecht angezeigt.

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