Karlsruhe Abgerechnet wird zuletzt

Auch die SPD zieht Bilanz aus dem zurückliegenden Wahlkampf
(Foto: ka-news)
"1A für KA", "Meine Stadt. Unsere Zukunft", "Für ein soziales Karlsruhe" oder vielleicht lieber doch "Programm statt Sprüche"? Die Bandbreite der Wahlslogans reicht von Altbewährtem bis hin zu programmatischer Fixierung. Eine Musterlösung für den Leitsatz schlechthin gibt es freilich nicht. Einzig objektiver Gradmesser für den Erfolg des Wahlkampfes ist das Ergebnis am kommenden Sonntag. Dem zum Trotz wird von den Parteien der Wahlkampf bereits jetzt überwiegend positiv bilanziert.

Bei der CDU sind die Hoffnungen groß, die Wähler mit Objektivität und Sachlichkeit überzeugt zu haben. Sei es doch gerade in diesem Wahlkampf nicht immer ganz leicht gewesen, wie Bernhard Weick, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU im Gemeinderat, zu bedenken gibt: "Der Wahlkampf hat strittige Themen nicht ausgespart, teilweise nicht immer mit sachlichen Argumenten." Entscheidend sei jedoch, die Bürger für den Wahlkampf zu sensibilisieren, damit die Hoffnung, eine höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren zu erreichen, auch erfüllt werde, so Weick.

"Wir haben uns vom Rest abgehoben"

"Es ist schade, dass sich die CDU nicht auf eine öffentliche Diskussion eingelassen hat", so Hans Spielmann, der Wahlkampfleiter der SPD Karlsruhe im Hinblick auf die Kampagne der eigenen Partei, in der provokant auf die vorgeblich zu geringe Interessensvertretung Karlsruhes in Stuttgart hingewiesen wurde (ka-news berichtete). Und so hätten sich die Sozialdemokraten auch in den anderen Themenbereichen klar abgehoben vom großen Rest der Parteienlandschaft, ist sich die Spitzenkandidatin der SPD, Doris Baitinger sicher: "In wichtigen Fragen, wie zum Beispiel bei der direkten Bürgerbeteiligung unterscheiden wir uns ganz erheblich." Aber eines haben auch die Genossen mit der CDU gemein: "Wir hoffen auf eine hohe Wahlbeteiligung."

Ein äußerst programmatisch geführter Wahlkampf liegt nun hinter der FDP in Karlsruhe. Nicht umsonst lautete deren Wahlslogan "Programm statt Sprüche". Und obwohl das Interesse an der Kommunalpolitik in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen habe, wie Michael Obert von den Freien Demokraten zu bedenken gibt, konnte in Karlsruhe mit dem eher ungewöhnlich anmutenden Wahlplakat, Aufmerksamkeit gewonnen werden. "Vor allem in den vergangenen zwei Wochen haben die Menschen sich nach unserem Wahlprogramm vermehrt erkundigt." Und Martin Neuffer, Kandidat der FDP fügt hinzu: "Mit unserer an Karlsruhe orientierten Kampagne konnten wir uns inhaltlich gut positionieren und vom Rest abheben."

"Angesichts der Wahlverdrossenheit sind wir zufrieden"

Klaus Stapf von den Grünen in Karlsruhe zieht eine gemischte Bilanz über den Wahlkampf, bei dem sich die Partei zumindest in der Wahl ihrer Plakate an bundesweit gültige Motive hielt. Ob er insgesamt als Erfolg zu werten ist, sei noch nicht erkennbar. "Am kommenden Sonntag bei der Wahl werden wir sehen, ob unsere Bemühungen erfolgreich waren oder nicht", so Stapf. An der Resonanz während des Wahlkampfes ließe sich noch keine Prognose anstellen. Die sei nämlich sehr gemischt ausgefallen: "Wir hatten sehr gut besuchte Podiumsdiskussionen mit angeregten Gesprächen, teilweise aber auch Veranstaltungen mit sehr wenig Gästen."

"Die kleinen Themen haben den Wahlkampf interessant gemacht", urteilt Lüppo Cramer, Fraktionsvorsitzender der Karlsruher Liste. Genau diese würden nämlich den Wähler interessieren. "Gar nicht so sehr die Großprojekte bestimmten unsere Kampagne. Und letztendlich können wir eine positive Bilanz ziehen." Cramer gibt sich sicher, dass die KAL die wichtigen Themen ansprechen konnte und damit gerade die jungen Leute motiviert wurden, sich mit dem Wahlkampf zu befassen. "Klar, wir hoffen immer auf sehr viel Resonanz, aber angesichts der Wahlverdrossenheit sind wir recht zufrieden mit unserem Wahlkampf."

Die Resonanz aus der Öffentlichkeit komme vor allem durch die generelle Unzufriedenheit der Wähler mit den momentanen Machtverhältnissen im Gemeinderat, so Niko Fostiropoulos von der Karlsruher PDS. "Die Politik der Prestigeobjekte und sozialen Kürzungen in der Stadt weckt den Missmut vieler Menschen." Durch die momentane Situation gäbe es kaum eine richtige Opposition im Gemeinderat Karlsruhes. So kann Fostiropoulos eine positive Bilanz aus dem vergangenen Wahlkampf ziehen: "Die PDS in Karlsruhe hat regen Zuspruch von der Öffentlichkeit für sich und ihre Themen erhalten."

"Büka + ödp" wird auf alle Fälle weitermachen

Gemischt fällt auch das Fazit von Jürgen Wenzel von "Büka + ödp" aus. Da die Wählervereinigung erst spät mit dem eigentlichen Wahlkampf beginnen konnte, mussten die Kandidaten mit einem geringen Bekanntheitsgrad kämpfen. Wir hatten es "viel, viel schwieriger als die anderen", ist Wenzel überzeugt. Wenn es allerdings im Wahlkampf vor Ort zu Gesprächen mit den Bürgern kam, seien diese sehr positiv verlaufen. "Die Menschen haben uns als echte Alternative wahrgenommen", glaubt Wenzel. Und er verrät: "Büka + ödp" wird in Karlsruhe auf alle Fälle eine Zukunft haben - egal wie das Ergebnis am Sonntag lauten wird.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (0)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.