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Karlsruhe 500.000 Euro veruntreut

Die Staatsanwaltschaft reichte Anklage beim Landgericht ein (Foto: ka-news)
Die Karlsruher Staatsanwaltschaft hat gegen einen ehemaligen städtischen Mitarbeiter Anklage wegen Untreue und Bestechlichkeit erhoben. Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ist der Stadt Karlsruhe durch die Machenschaften des Mannes ein Schaden von über einer halben Million Euro entstanden. Bereits vergangene Woche wurde bekannt, dass der ehemalige Angestellte in Untersuchungshaft sitzt (ka-news berichtete).

Der 52-Jährige war beim Amt für Gebäudewirtschaft für die Beschaffung von Elektroartikeln zuständig. Nach Informationen der Staatsanwaltschaft habe er gemeinsame Sache mit einem 57-jährigen Händler gemacht. Der städtische Angeklagte habe so insgesamt etwa 400.000 Euro ergaunert. Die Staatsanwaltschaft geht bei 307 Fällen von besonders schweren Fällen der Untreue und von 780 Fällen der besonders schweren Bestechlichkeit aus.

Stadt wird Geld wieder einklagen

Als Tatzeitraum hat die Karlsruher Staatsanwaltschaft die Zeit zwischen Januar 2001 und April 2005 ausgemacht. In dieser Zeit war der 57-jährige Mitangeklagte Inhaber eines Fachgeschäfts für Elektroartikel im Saarland. Ab 2001 habe der städtische Angestellte Zahlungen an den Händler veranlasst, obwohl die in Rechnung gestellten Elektroartikel gar nicht oder in wesentlich geringerem Umfang geliefert worden seien. Als Gegenleistung habe der Hauptangeklagte von seinem Komplizen Geld und sonstige Zuwendungen in Höhe von fast 407.000 Euro erhalten.

Der städtische Angestellte befindet sich bereits seit Dezember des vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Der mitangeklagte Elektrohändler wurde bereits im Dezember wieder unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Die Stadt Karlsruhe versucht nun, auf zivilrechtlichem Weg, das Geld wieder einzuklagen. Welche Konsequenzen die Stadt aus den Vorfällen ziehen wird, sei noch nicht klar, wie Bernd Wnuck, Sprecher der Stadt, gegenüber ka-news erklärte. Das hänge davon ab, welche Erkenntnisse die Verwaltung aus den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ziehen könne.

Geringe Beträge erregten wenig Aufmerksamkeit

Das zuständige Rechnungsprüfungsamt der Stadt kontrolliere regelmäßig die Finanzvorgänge, erklärte Wnuck, gab jedoch auch zu bedenken, dass bei der hohen Anzahl an Vorgängen in konkretem Fall die Einzelbeträge für die vermeintlich eingekauften Elektroartikel wie zum Beispiel Beleuchtungsmittel recht gering ausfallen und deswegen auch nur wenig Aufmerksamkeit erregten. Dem Mann auf die Spur gekommen sei man durch einen anonymen Hinweis, so Wnuck.

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