Die Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken erspart uns heutzutage den Blick aus dem Fenster - da wird gepostet was das Zeug hält, sobald sich die Sonne verzieht, ein Tropfen an das Fenster ploppt oder "die Welt (mal wieder) untergeht." Ein Wetter-Liveticker sozusagen, ob man will oder nicht. Gerne werden auch kommentarlos Screenshots der lokalen Wetteranzeige des eigenen Smartphones geteilt, quasi um seine Bestürzung kundzutun.

Gelber Schirm gesichtet: ka-news weiß, wer die Mutter ist!

Weil auch Online-Redakteure den Großteil ihres Arbeitstages vor dem Rechner verbringen, leiden sie bei jedem Wetter-Update nicht nur seelisch, sondern auch körperlich mit. Es gibt verschiedene Arten mit der Misere umzugehen und so unterscheiden sich auch im Kreise der ka-news-Kollegen mehrere Wetter-Typen.

Da gibt es jene, die jegliches Gesprächsthema, ob Smalltalk oder nicht, sowie jede Stimmungslage mit dem aktuellen Wetter verbinden: "Guten Morgen, *seufz* oder wohl eher nicht 'gut' - ich glaube es wird nie Sommer", "Du fährst in den Urlaub? Dann bring uns aber ein paar Sonnenstrahlen mit" oder "Ich geh mal in die Küche und mach' mir einen Tee, bei dem Wetter habe ich das Gefühl ich werde ohne Teetrinken krank."

Dann gibt es da noch die Optimisten, die selbst strahlen wie der Sonnenschein, sollte es regnen, stürmen oder schneien. Sie sind immer top passend und funktionell gekleidet und können jeder Vorhersage etwas Gutes abgewinnen. Auch wenn Termine außerhalb des Büros anstehen, werden diese mit Kusshand angenommen - dass man durch Baustellen-Schlamm waten und an der nicht überdachten Haltestelle in Zeiten der Kaiserstraßensperrung oft länger als zehn Minuten ausharren und auf die nächste Bahn warten muss, ist egal. Ganz nach dem Motto: "frische Luft ist gesund".

Dass Regenausrüstung nicht farblos und trist sein muss, beweist der morgendliche Anblick des Eingangsbereichs der ka-news-Redaktion: Inmitten schwarzer und grauer Schirme - ein quietschgelbes Exemplar, dass bei TV-Serien-Kennern die Alarmglocke läuten lässt. Die künftige Ehefrau von "How-I-Met-Your-Mother-Schnuckel" Ted Mosby ist offensichtliche ein (männlicher!) ka-news-Redakteur!

Haarspray versagt: Frisur über Bord

Andere, vor allem Kolleginnen, fechten jeden Morgen aufs Neue einen regelrechten Krieg mit dem Wetter aus - dabei geht es, wie sollte es auch anders sein, um die Frisur. Zieht man mit geglätteten Haaren und der Geheimwaffe Haarspray in den Kampf, antwortet der böse Wetterfrosch sogleich mit Nieselregen, der die geschmeidig gekämmten Haare zu einer unbändigen Kräusel-Monsterfrisur werden lassen - der Albtraum schlechthin!

Fazit: Trotz all dem Grau, sei unbedingt anzumerken, dass der Wetterfrosch ein großer Sympathieträger sein müsste - denn beobachtet man die Geschehnisse am Himmel in den letzten Wochen genau, muss man feststellen, dass er uns fast nur unter der Woche an seiner miserablen Stimmung teilhaben lässt. Im Rückblick auf das vergangene Wochenende bei 20 Grad auf Balkonien, erscheint uns der Wetterfrosch als ein durchaus verträglicher Kerl.

Kleinigkeiten abseits des Tagesgeschäfts, Kuriositäten und was uns sonst noch durch den Kopf geht: Die ka-news-Kolumne erscheint immer am Mittwochnachmittag. Autoren sind im Wechsel die ka-news-Redakteure Felix Neubüser, Tabea Rueß, Moritz Damm und die ka-news-Volontäre Felix Brenner und Marie Wehrhahn. Hier gibt's frühere Kolumnen!

 
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