Karlsruhe "3:0-Heimniederlage für KSC"

Das Ergebnis des Gutachtens soll nur teilweise umgesetzt werden (Foto: ka-news)
Der Karlsruher Gemeinderat hat am Dienstagabend mit deutlicher Mehrheit für den Umbau des Wildparkstadions gestimmt (ka-news berichtete). 40 Abgeordnete stimmten für, acht votierten gegen den Umbau. Die erhoffte endgültige Entscheidung steht damit aber immer noch aus: Zunächst muss binnen vier Wochen geprüft werden, welche der vom Gutachter "Albert Speer & Partner" empfohlenen Optimierungs-Parameter zu welchen finanziellen Konditionen realisierbar sind.

Der Wildpark-Umbau hat erste Priorität, beschlossen die Gemeinderäte. Der Gemeinderat nahm damit unverändert einen Änderungsantrag der CDU-Fraktion an. Dieser beinhaltet, dass die Stadt auf Grundlage des Gutachtens von "Albert Speer & Partner" am Umbau des Wildparkstadions festhält.

"Runder Tisch" mit Vertretern von Stadt, KSC und Wirtschaft

Zunächst aber muss innerhalb vier Wochen geprüft werden, welche der vom Gutachten zur Optimierung empfohlenen Parameter Zuschauerkapazität, Parkierungen, Verkehrsinfrastruktur sowie Sicherheit zu realisieren sind und zu welchen finanziellen Konditionen. Wegen der begrenzten finanziellen Möglichkeiten der Stadt muss zudem geprüft werden, ob diese durch die Optimierungen höhere Pachteinnahmen erzielen kann. Weiterhin ist ein Bebauungsplanverfahren durchzuführen.

Aus Vertretern der Stadt, des KSC und der Wirtschaft soll ein "Runder Tisch" eingerichtet werden. Liegen die Ergebnisse vor, wird der KSC aufgefordert, innerhalb von zwei Wochen eine verbindliche Erklärung abzugeben, ob er den Umbau des Wildparkstadions auf Grundlage der Ergebnisse mitträgt sowie teilweise mitfinanziert und den Pachtvertrag unterzeichnet.

An Mitfinanzierung sind auch Bedingungen geknüpft

Sollte der KSC den Ergebnissen zustimmen, kann Willi Wildpark seinen Namen weiterhin zu Recht tragen
(Foto: ka-news)
Unterschreibt der KSC den Vertrag nicht, so rückt die Lösung eines investorengestützten Stadions in den Vordergrund. Die Stadt unterstützt hierbei die Bemühungen des KSC durch eine Mitfinanzierung (Infrastruktur, Grunderwerb und Bau des Stadions) in Höhe von 50 Millionen Euro. Die Art der Finanzierungmuss dabei im Hinblick auf kommunal- und wettbewerbsrechtliche Bedingungen noch näher geprüft werden. Für dieses weitere Vorgehen, sollte der KSC dem ersten Punkt nicht zustimmen, stimmten 28 Stadträte, dagegen 20.

Sollte aber auch das nicht zu einer endgültigen Lösung führen, wird die Stadt lediglich die Sanierungsmaßnahmen aufgrund der Verpflichtungen aus dem Pachtvertrag im Wildpark durchführen. Die wohl aus Sicht aller Beteiligten schlechteste aller Möglichkeiten erhielt 47 Zustimmungen bei einer Nein-Stimme. Oberbürgermeister Heinz Fenrich stellte außerdem klar, dass an die Mitfinanzierung über 50 Millionen Euro auch Bedingungen geknüpft seien, sollte der KSC dies in Anspruch nehmen. Einen optimalen Standort gebe es in Karlsruhe nicht.

Zwangsenteignung oder Umlegung sind nicht möglich

"Die Flächenverfügbarkeit und das Kostenbudget sind ganz wichtige Faktoren. Man muss auch bedenken, dass der Wildpark bei der Studie lediglich bei den Vermarktungsmöglichkeiten schlechter als die anderen Standorte abgeschnitten hatte", so Fenrich. Die Stadt könne den Eigentümern auch nicht einfach die Fläche wegnehmen. Enteignung und Zwangsumlegung sei beim Bau eines Stadions nicht machbar. In einer ersten Stellungnahme zeigte sich KSC-Manager Rolf Dohmen gegenüber ka-news enttäuscht: "Das ist für mich wie eine 3:0-Heimniederlage. Jetzt müssen sich Management, Verwaltungsrat und Präsidium zusammensetzen und beraten, wie es weitergehen soll."

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (0)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.