In einer Beschlussvorlage, die am kommenden Dienstag im Karlsruher Gemeinderat diskutiert werden wird, informiert die Stadt darüber, dass sich im Zuge der endgültigen Abrechnung weitere Kosten ergeben hätten. "Im Vergleich zu dem am 8. Dezember dem Gemeinderat  kommunizierten vorläufigen Zahlen ergab sich in der Endabrechnung ein Fehlbetrag", heißt es in der Beschlussvorlage.

KA300-Pavillon treibt Kosten in die Höhe

2012 war die Stadt noch davon ausgegangen, dass der 300. Stadtgeburtstag inklusive Steuer etwa 17,8 Millionen Euro kosten würde. Bereits im Oktober hatte die Stadt bereits mit Kosten in Höhe von 18,7 Millionen Euro gerechnet. Der aktuelle Kostenstand: 19 Millionen Euro. Damit kostete der 300. Stadtgeburtstag rund zwei Millionen Euro mehr als noch 2012 angenommen.

Für die erhöhten Kosten nennt die Stadt mehrere Gründe: Ein wesentlicher Grund sei die schwierige Bodenbeschaffenheit für die Errichtung des Geburtstagspavillon gewesen. Von den 8,2 Millionen Euro, die für die gesamte Inszenierung des Karlsruher Schlosses aufgegeben musste, fielen allein 1,68 Millionen Euro auf den Geburtstagspavillon. Außerdem hätten erhöhte Rechung Infrastrukturkosten wie beispielsweise die Bereitstellung und Installation von Elektrizität und der tatsächliche Stromverbrauch Mehrkosten verursacht.

Stadt muss nochmal 320.000 Euro drauflegen

Dass der Stadtgeburtstag teurer werden könnte, kommt für die Stadt nicht überraschend. "Im Rahmen der Beauftragung der Gesellschaft (Anm. d. Redaktion: gemeint ist hier das Stadtmarketing) für die Umsetzung des Stadtgeburtstags im Jahr 2012 wurde bereits auf ein Finanzierungsrisiko hingewiesen", heißt es in der Beschlussvorlage. Und wer trägt diese erhöhten Kosten?

Bei der Gesamtfinanzierung teilt sich die Stadt die Kosten mit Sponsoren. Insgesamt stellt die Stadt nach eigener Aussage 73 Prozent den größten Anteil zur Verfügung. 24 Prozent der Kosten werden von Sponsoren getragen. Die restlichen Kosten wurden durch Umsatzerlöse, beispielsweise aus der Gastronomie und dem Ticketing, erwirtschaftet.

Konkret bedeutet das: Die Sponsoren übernehmen rund 4,3 Millionen Euro. Damit kostet der Festivalsommer die Stadt 11,4 Millionen Euro. Nach Abzug der Einnahmen müsste die Stadt weitere städtische Zuschussmittel in Höhe von 320.000 Euro für den Stadtgeburtstag bereitstellen. Dafür benötigt die Stadtverwaltung grünes Licht aus dem Karlsruher Gemeinderat, der am kommenden Dienstag über die zusätzlichen Gelder entscheiden soll.

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