Steffen Bischoff: ka-news-Geschäftsführer

"Irgendwie kommt es mir noch gar nicht so lange vor", meint Steffen Bischoff, Geschäftsführer von ka-news, als er auf den zehnten Geburtstag des Onlinemediums angesprochen wird.

Die Idee zu ka-news kam ihm im Sommer 1998. Mit der ersten Umsetzung haben Thomas Langer und er dann auch gleich begonnen, eineinhalb Jahre und ganz vielen Entwürfe später ging die Seite dann am 1. Februar 2000 zum ersten Mal online. Dazu kam es, da die beiden festgestellt haben, "dass ein Mix aus Nachrichten, Anzeigen und Service im Internet einfach gefehlt hat". Langer programmierte den Quellcode, Bischoff feilte am Konzept, dem Layout und dem Vertrieb.

Seitdem sei ka-news immer "größer und besser" geworden. 2004 stellte sich für beide dann die Frage, ob es sich lohne weiterzumachen. Nach einem klaren "Ja" rückten die anderen Geschäftsbereiche von mediaByte, der Firma der beiden Geschäftspartner, immer weiter in den Hintergrund und ka-news wuchs stetig weiter. mediaByte produzierte bis dahin Software und Multimedia-CDs, darunter auch Reiseführer für Karlsruhe, Heidelberg und Pforzheim. Davon zeugt noch ein Glaskasten mit Exemplaren im Eingangsbereich des Waschhauses, dem Sitz von ka-news in der Karlsruher Oststadt.

Eine weitere wegweisende Entscheidung wurde mit dem Einstieg des Südkuriers im Jahr 2008 getroffen. "Klein weitermachen oder Hilfe von außen holen?" Mit dem Know-How des Südkuriers und der Möglichkeit, das bestehende Team um einige Fachleute zu ergänzen, wehte fortan ein frischer Wind im Waschhaus.

Auch der Aufgabenbereich von Bischoff hat sich seitdem verändert; er kümmert sich darum, dass die Firma richtig funktioniert  und "sich jedes Rädchen in Verbindung mit dem anderen richtig dreht". Außerdem könne er wieder mehr nach draußen gehen und "Leute für ka-news begeistern". Dabei gebe es auch immer wieder schöne Momente, erklärt der Geschäftsführer. Dazu gehöre, wenn die Menschen ihm erzählen, wie oft sie ka-news lesen und wie sie das Produkt kennenlernten.

"Wir haben inzwischen so viele interessante Inhalte und News, dass sich jeder seinen Teil rauspicken kann", freut sich Bischoff und wagt auch einen kleinen Blick in die Zukunft: ka-news widmet sich vermehrt den Regionen, "das heißt aber nicht, dass wir weniger für Karlsruhe machen, im Gegenteil". Der Videobereich wird eine größere Rolle spielen und für Juni habe man eine kleine Überraschung parat - "aber darüber sage ich noch nix".

Die besten Ideen habe er immer daheim; außerdem ist der studierte Geoinformatiker "immer online". Als ka-news ans Netz ging, hätte er sich so etwas nicht vorstellen können. Im Jahr 2000 "hat niemand daran gedacht, dass das Internet mal so ein Livemedium wird", und auch an Videos im Netz habe niemand geglaubt. Grinsend erzählt er von der ersten Bildgröße bei ka-news: maximal 200 x 100 Pixel, denn es gab ja nur langsame Modemzugänge.

Ein Ziel für 2010? Bischoff muss nicht lange überlegen: "Uns sollen noch mehr Leute kennenlernen, wir wollen noch bekannter und schneller werden."

Beschreiben Sie sich mit drei Worten.
Nachdenklich, undurchschaubar, unberechenbar.

Was ist Ihre größte Stärke?
Dinge von mehreren Seiten sehen zu können.

Was ist Ihre größte Schwäche?
Nutella.

Was war als Kind oder Jugendlicher Ihr Traumberuf? Haben Sie damals jemals daran gedacht, das zu werden, was Sie heute sind?
Ich wollte Mittelstürmer beim KSC werden, naja, zumindest habe ich es bis zur Dauerkarte geschafft.

Was würden Sie im Leben gerne noch erreichen?
In der 90. Minute im Relegationsspiel zwischen dem KSC und dem VfB das entscheidende Tor machen und die Verhältnisse im Land wieder gerade rücken: der KSC in der Bundesliga und die Schwaben montags im DSF.

Was nervt Ihren Partner am meisten an Ihnen?
Dass ich immer Recht habe ;)

Auf welchen Gegenstand möchten Sie im Leben nicht verzichten?
Auf mein MacBook, denn da sind meine Fotos und meine Musik drauf.

Wen würden Sie gerne auf den Mond schießen?
Die ewigen Nörgler!

Welcher Mensch beeindruckt Sie?
Steve Jobs, trotz schwerer Krankheit entwickelt er immer noch Produkte, die neue Maßstäbe setzen.

Welche Musik (Interpret und Titel) und welcher Film haben Sie am meisten beeindruckt?
Dauerhaft ist das die Musik der Beatles und die Filme von Stanley Kubrick. Aktuell ist es die wunderschöne Loungemusic von Julianna Raye und die fantastische Leistung von Christoph Waltz in "Inglourious Basterds". Wobei "Avatar" auch ganz großes Kino ist.

Welches Buch haben Sie als letztes gelesen?
"Das verlorene Symbol" von Dan Brown.

Sie werden als Tier geboren. Als welches?
Als Hase in "Rayman Raving Rabbids" - falls das nicht geht: als meine Katze.

Sie tauschen einen Tag mit einer Person des anderen Geschlechts - wer wäre das?
Ich glaube, ich verzichte darauf. Vielleicht ist es besser, wenn ich nicht verstehe, wie Frauen ticken ;)

Was finden Sie an Karlsruhe reizvoll?
Karlsruhe ist eine tolle, überschaubare Stadt mit viel Natur und Kultur. Nicht zu klein, um langweilig zu sein und nicht zu groß, um den Überblick zu verlieren.

Was würden Sie an Karlsruhe ändern, wenn Sie Oberbürgermeister wären?
1. Ein brauchbares Fußballstadion bauen - jetzt und sofort
2. Dem Turmberg eine neue, schicke Aussichtsplattform mit einem Café verpassen
3. Den Schlossvorplatz mit Geschäften und Cafés beleben
4. Mutige Architekten mit gelockerten Bauvorschriften in die Stadt locken

Welches sind die markantesten Karlsruher / deutschen Köpfe?
Axel Kahn und Dieter Bohlen.

Sie leben in einem anderen Land. Welcher Grund könnte Sie dazu bewegen beziehungsweise davon abhalten, nach Deutschland einzuwandern?
Bewegen: Das gemäßigte Klima und die gute Infrastruktur.
Abhalten: Die Gier der egoistischen Deutschen, die sich immer vordrängeln.

Es geht um das Glück der Republik. Welche Person, Gruppierung oder Idee sollte mehr Einfluss gewinnen?
Wir müssen mehr auf unsere Erde achten und alternative Energien und Technologien nicht nur fördern, sondern auch vorschreiben.

Wie und wo möchten Sie sterben?
Ich möchte von zehn Engeln ganz sanft in den Himmel getragen werden.

Kommen Sie in den Himmel oder in die Hölle?
Nein, doch lieber in die Hölle. Da ist mehr los und die haben dort bestimmt auch WLAN ;)

(ram)

Mehr zum Thema
10 Jahre ka-news:
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (0)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.