Frank Häberlein: Leiter Produktmanagement bei ka-news

Bei ihm läuft alles zusammen - Gestaltung, Strukturierung, Organisation: Frank Häberlein ist die Schnittstelle für alle Bereiche bei ka-news, inklusive dem, den er als Leiter des Produktmanagements selbst verkörpert.

Als er vor anderthalb Jahren zu ka-news kam, war es seine Aufgabe "ka-news in die Gegenwart zu bringen", wie er selbst sagt. Denn die Technik des Portals war zu dem Zeitpunkt sehr veraltet und hätte in diesem Zustand die Zukunft nicht meistern können. So war der Relaunch im November 2008 sein ganz spezielles "Baby". "Ich saß die ganze Nacht vor dem Rechner, um zu sehen, ob alles klappt und wie es ankommt", erinnert sich Häberlein an den Tag der Umstellung.

Häberlein stammt aus Nordhessen und ist trotz seines jungen Alters ein "alter Hase" auf dem Gebiet der Online-Medien: ka-news ist bereits das vierte Nachrichtenportal, für das er tätig ist. Deshalb weiß er auch, wovon er redet, wenn er sagt, dass das Format von ka-news in dieser Art in Deutschland einzigartig ist.

"ka-news hat die Internetkrise um das Jahr 2001 herum überstanden, als viele Formate von der Bildfläche verschwunden sind. In zehn Jahren hat sich ka-news zu einer festen Größe in der Medienlandschaft etabliert" Zu verdanken hat dies die Online-Tageszeitung seiner Meinung nach den Lesern, die es über die Jahre nicht nur halten, sondern auch neu hinzugewinnen konnte. 

Doch die Schnelligkeit des Internets zwingt auch ka-news, das Tempo weiter zu erhöhen. Der ka-news-Produktmanager wagt einen Blick in die Zukunft von Online-Portalen: "Die Werbeeinnahmen im Internet werden steigen, denn die Unternehmen erkennen nach und nach die Wichtigkeit des Mediums." Auf Dauer werden sich die Produkte durchsetzen, die Inhalte liefern, davon ist er überzeugt. Die Multimedia-Bereiche werden wichtiger werden, beispielsweise zusätzlicher Videocontent zu den Meldungen.

Und wie werden Printzeitungen und Onlineportale künftig zueinander stehen? "Die Zeitungen werden nicht mehr täglich erscheinen und durch ein Internetangebot ergänzt", ist sich Häberlein sicher. Zeitungen, so der Produktentwickler weiter, "haben ein massives Problem". Zum einen sei der Durchschnittsleser mittlerweile über 60 Jahre alt und somit für viele Anzeigenkunden nicht mehr werberelevant; zum anderen würden Zeitungen an Reichweite verlieren. Außerdem hätten es Zeitungen bis heute nicht geschafft, junge Leser für sich zu begeistern.

Das Medium "Zeitung" an sich könne durchaus überleben – zumal, wenn sie auf Qualität setzen. Dennoch sei das Internet eine starke Konkurrenz, da es fast alles kann, was die traditionellen Medien – Zeitung, Radio, Fernsehen – auch können. "Viel eher ist das Internet ein Verbindungsmedium. Letztendlich ist den Menschen das Medium egal. Es muss nur in ihr Leben passen."

Vor ka-news arbeitete Häberlein für den Südkurier in Konstanz, davor in Nordhessen. Und gerade zu seiner Heimat sieht er in Karlsruhe die größten Unterschiede. "Als ich hierher gezogen bin, war mein erster Eindruck: 'Mann, sind die alle freundlich!'", erinnert sich der gelernte Mediendesigner. Außerdem hätte er schnell festgestellt, dass es sich hier sehr gut leben lässt. "Und: Die Karlsruher können sich nur beschweren", fügt er nach kurzem Nachdenken an.

Beschreiben Sie sich mit drei Worten.
Neugierig, zielstrebig, ehrlich

Was ist Ihre größte Stärke?
Mein Perfektionismus, der mich immer wieder vorantreibt und mir immer wieder die Aufgabe gibt, Dinge zu verbessern und weiter zu entwickeln.

Was ist Ihre größte Schwäche?
Mein Perfektionismus. Eine Medaille hat immer zwei Seiten. Manchmal muss man 'Fünfe gerade sein lassen' und sich mit 90 Prozent zufrieden geben um nicht zu viel Energie in unwichtige Details zu stecken.

Was war als Kind oder Jugendlicher Ihr Traumberuf? Haben Sie damals jemals daran gedacht, das zu werden, was Sie heute sind?
Als Kind wollte ich Zahnarzt werden. Einen Grund hierfür kann ich gar nicht nennen. Ich fand die Vorstellung toll. Später als Jugendlicher hatte ich keinen konkreten Berufswunsch – eher eine Vorstellung davon, wie mein beruflicher Alltag aussehen soll – und hier arbeite ich noch immer dran.

Was würden Sie im Leben gerne noch erreichen?
ka-news als Startseite auf jedem Rechner in der Region – ach was, wieso so kleinlich? Weltweit! Das stand bestimmt auch in dem Profil von Larry Page und Sergey Brin (Gründer von Google) – und die haben es auch fast geschafft.

Was nervt Ihren Partner am meisten an Ihnen?
Dass ich schwer "abschalten" kann.

Auf welchen Gegenstand möchten Sie im Leben nicht verzichten?
Frei nach Douglas Adams: Man sollte immer ein Handtuch dabei haben.

Wen würden Sie gerne auf den Mond schießen?
Die Person, die sich diese Fragen ausgedacht hat. Ich glaube ich sollte noch mal mit unserer Redaktion reden.

Welcher Mensch beeindruckt Sie?
Jeder Mensch, der in seinem Leben etwas durch eigene Kraft und Geschick erreicht hat, finde ich persönlich beeindruckend.

Welche Musik (Interpret und Titel) und welcher Film haben Sie am meisten beeindruckt?
Musik: Ich liebe Filmsoundtracks. Hier werden Geschichten mit Musik erzählt und es zeigt, dass klassische Musik absolut zeitlos ist. Besonders mag ich die Werke von Danny Elfman (Corpse Bride), Hans Zimmer (Piraten der Karibik) und John Williams (Harry Potter 1 bis 3).
Film: Bei "Thank you for smoking" war ich ständig zwischen Lachen und Entsetzen

Welches Buch haben Sie als letztes gelesen?
Rollende Steine von Terry Pratchett

Sie werden als Tier geboren. Als welches?
Als Katze – mit dem Essen spielen dürfen; jeden verprügeln, der einem nicht passt; nur auf andere hören, wenn es mir passt – wem würde das nicht gefallen?

Sie tauschen einen Tag mit einer Person des anderen Geschlechts - wer wäre das?
Die Person ist egal – ich will nur begreifen, was da im Kopf von Frauen so vor sich geht

Was finden Sie an Karlsruhe reizvoll?
Karlsruhe hat eine hohe Lebensqualität und viel zu bieten. Eine gute Infrastruktur, ein großes Kultur- und Freizeitangebot und viele schöne und grüne Flecken machen die Region wirklich lebenswert.

Was würden Sie an Karlsruhe ändern, wenn Sie Oberbürgermeister wären?
Einen Anti-Bruddel-Erlass – auch wenn dann sicherlich ein paar Kommentare weniger auf unserer Seite stehen.

Welches sind die markantesten deutschen Köpfe?
Johannes Gutenberg – durch die Erfindung des Buchdrucks ist unsere "Informationsgesellschaft" überhaupt erst möglich geworden.

Sie leben in einem anderen Land. Welcher Grund könnte Sie dazu bewegen beziehungsweise davon abhalten, nach Deutschland einzuwandern?
Deutschland bietet im Vergleich zu anderen Ländern viel Sicherheit, ein angenehmes Klima und eine gute Infrastruktur. Zudem leben wir, wenn man mal ehrlich ist, in einem wirklich schönen Land.

Es geht um das Glück der Republik. Welche Person, Gruppierung oder Idee sollte mehr Einfluss gewinnen?
Europa. Die Herausforderungen, die aktuell und in Zukunft vor uns stehen, sind nur als starke Gemeinschaft zu lösen.

Wie und wo möchten Sie sterben?
Das kann ich erst beantworten, wenn ich hier mehr Erfahrung habe.

Kommen Sie in den Himmel oder in die Hölle?
Laut der katholischen Kirche wahrscheinlich in die Hölle. Aber zum Glück entscheidet das Ende jemand anderes – nicht die Kirche.

(tan)

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