37  

Stuttgart/Berlin/Ettlingen Wird Bargeld knapp? Warnstreiks bei Geldtransporten - auch in Ettlingen

Mit bundesweiten Warnstreiks will die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch den Druck in der laufenden Tarifrunde für 12.000 Beschäftigte der Geld- und Wertdienst-Branche erhöhen. Da hunderte Geldtransporte bestreikt würden, blieben Banken und Geschäfte vielerorts ohne frisches Bargeld, teilte Verdi am Dienstag in Berlin mit. Es könne zu erheblichen Störungen kommen. In Baden-Württemberg ruft Verdi zu Warnstreiks bei Firmen mit Standorten in Ettlingen, Filderstadt und Mannheim auf.

Eine zentrale Versammlung mit Landesbezirksleiter Martin Gross findet in Stuttgart statt. Die Gewerkschaft rechnet mit bis zu 200 Teilnehmern.

Die Arbeitgeber gehen hingegen nicht von größeren Problemen aus. Ein mehrstündiger Warnstreik sei zwar ärgerlich und für die Unternehmen teuer. Aber: "Die Bargeldversorgung in Deutschland wird nicht zusammenbrechen", sagte eine Sprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) auf dpa-Anfrage.

Die Tarifverhandlungen werden am 3. und 4. Januar im hessischen Bad Nauheim fortgesetzt. "Unsere Botschaft an die Arbeitgeberseite ist klar: Wenn wieder kein verhandlungsfähiges Angebot auf dem Tisch liegt, werden die Arbeitsniederlegungen ausgeweitet", sagte Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes.

Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung des Stundenlohns um 1,50 Euro jährlich bei einer Laufzeit von zwei Jahren sowie die Angleichung der Gehälter in den neuen Bundesländern. Außerdem soll eine Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages für die gesamte Branche erreicht werden.

Peukes betonte, durch die Warnstreiks werde der Bargeldverkehr gestört. "Viele Banken und Einzelhandelsgeschäfte bekommen nach den Feiertagen kein frisches Bargeld. Geldautomaten, die nach dem Jahreswechsel vielfach leer sind, werden nicht neu befüllt." Auch die Abholung der Tageseinnahmen bei Warenhäusern und Discountern, Möbel- und Baumärkten sowie anderen Unternehmen sei nicht sichergestellt.

Die BDGW-Sprecherin widersprach dieser Darstellung. Die Branche arbeite nicht nur werktags von 9 bis 17 Uhr, auch über den Jahreswechsel habe es eine ganz normale Versorgung gegeben, betonte sie. "Ein mehrtägiger oder mehrwöchiger Streik, das wäre ein Problem." Zudem beteiligten sich nicht alle Beschäftigten an der vorübergehenden Arbeitsniederlegung.

Die Arbeitgeberseite betonte erneut, sie habe Verdi ein Angebot vorgelegt, bei dem die Unternehmen bis an die Schmerzgrenze gegangen seien. So seien für den Osten über die zweijährige Laufzeit Erhöhungen von zusammen 9,4 Prozent angeboten worden. Die Warnstreiks seien nicht nachvollziehbar.

Laut Verdi liegen die Gehälter für die Geldzähler und Geldtransportfahrer im Osten bei 1.800 bis 2.400 Euro und im Westen bei 2.200 bis 2.900 Euro brutto pro Monat.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (37)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   80er
    (5660 Beiträge)

    02.01.2019 18:29 Uhr
    Klar....
    ....alle Einnahmen müssen versteuert werden. Und gerade im Gaststättengewerbe wird viel Schwarzgekd verschoben bzw. nicht alles versteuert. Meine Meldungen dienen der Steuergerechtigkeit und somit uns allen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Gedankenpolizei
    (134 Beiträge)

    02.01.2019 19:20 Uhr
    Deine Meldungen?
    Du treibst das also wirklich so? Melde doch mal die Dönerbude von nebenan, wenn sie nichts eintippen, oder den arabischen Billigfriseur. Hast du dazu auch den Mumm? Du hantierst da mit ziemlich heißen Eisen. Aber nein, da machst du den Mund bestimmt nicht auf. Bei den seriösen Restaurants (auch wenn sie keine Karte nehmen) ist der mögliche Hintergrund von mafiösen Strukturen eher nicht gegeben. Da können kleine Denunzianten ohne Gefahr die Klappe aufreißen.

    Sag mal, was bist du eigentlich für ein Mensch? Ich hoffe, du läßt dir beispielsweise nicht die Bude von einem Bekannten pinseln und bezahlst ihn auch noch dafür. Zum Essen einladen für getane Arbeit fällt übrigens auch in die spezielle Kategorie.
    Gott wird mir schlecht, wenn ich so etwas lese.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   80er
    (5660 Beiträge)

    03.01.2019 00:39 Uhr
    Schwarzarbeit und...
    ...Steuerhinterziehung gehören wohl zum guten Ton?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    03.01.2019 11:00 Uhr
    Auf den
    blossen Verdacht hin jemanden einer Tat zu bezichtigen, als Privatperson zu deren Aufgaben es definitiv nicht gehört Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung zu ermitteln, ist übelste Spitzelei und Denunziantentum.

    Ich kann mir auch absolut nicht vorstellen, dass so etwas bei den zuständigen Behörden gerne gesehen wird. Das würde ich mir noch gefallen lassen wenn man in einem konkreten Fall mit der betreffenden Person im sprichwörtlichen Sinne eine Rechnung offen hat, aber einfach so?
    Im harmlostesten Fall ist das nur Wichtigtuerei und schon da muss man sich fragen ob was im Kopf nicht stimmt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   80er
    (5660 Beiträge)

    03.01.2019 16:43 Uhr
    Doch, doch.....
    … die Finanzbehörden kaufen auch Steuer-CDs aus dem Ausland und freuen sich über jede betrogene Ehefrau, die ihren Mann anzeigt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (1122 Beiträge)

    03.01.2019 20:20 Uhr
    Oh mann,
    wenn mich meine Ehefrau betrügen und danach auch noch anzeigen würde - ich würde auch kotzen was das Zeug hält.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    03.01.2019 18:02 Uhr
    Bei den
    Steuer CDs, deren Ankauf ja nicht unumstritten ist, gehts auch nicht um ein paar hundert oder tausend Euro sondern um richtig Geld. Und die Ehefrau, tja, das ist genau der von mir geschilderte Fall 'Rechnung offen'.

    Bei beiden Fällen ist die Motivlage nachvollziehbar. Bei einem stinknormalen Hinzkunz der sich zum Erfüllungsgehilfen der Finanzbehörden macht dagegen nicht. Aber mach nur...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Gedankenpolizei
    (134 Beiträge)

    03.01.2019 02:14 Uhr
    Bei dir scheint es zum guten Ton zu gehören,
    Firmen der Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit zu bezichtigen, weil sie die Bestellung auf einem Block notieren und keine Karten annehmen. Merkst du eigentlich noch irgendwas?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   80er
    (5660 Beiträge)

    03.01.2019 16:47 Uhr
    Aus einem Artikel aus....
    … der ZEIT von Februar 2014: "...Wer als Kunde sichergehen will, dass seine Zahlung richtig verbucht und versteuert wird, kann per EC- oder Kreditkarte zahlen. Solche Geldströme sind für die Fahnder nachzuverfolgen. Allerdings weigern sich Wirte manchmal mit fadenscheinigen Begründungen, Karten anzunehmen. Diese Erfahrung haben auch die Hamburger Finanzprüfer gemacht. Nach einer Weihnachtsfeier wollten sie per EC-Karte zahlen. Der Kellner behauptete allen Ernstes: "Nein, um diese Zeit ist das Gerät schon abgeschaltet, das geht leider nicht." Den ganzen Artikel gibt es hier: https://www.zeit.de/2014/09/steuerhinterziehung-gastronomie/komplettansicht
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Kojak
    (142 Beiträge)

    03.01.2019 17:11 Uhr
    Wenn ich ins Restaurant gehe
    will ich sichergehen, dass es was gutes zu essen gibt und ich freundlich bedient werde. Alles andere ist Sache der Steuerfahndung und nicht meine Aufgabe als Gast.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 (4 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Fett Kursiv Link Zitat Sie dürfen noch Zeichen schreiben
Informiert bleiben: