Ettlingen Ettlinger Postraub bei "Aktenzeichen XY": Hinweise aus Spanien

Wenn gar nichts mehr geht und die Ermittler der Polizei nicht weiterkommen, hilft oft nur noch eines: Der Fall muss in der Sendung "Aktenzeichen XY" präsentiert werden. Auch die Karlsruher Polizei hat sich mit spektakulären Fällen via Fernsehshow an das millionenstarke Publikum gewandt - zuletzt mit dem Fall des Ettlinger Postfilialen-Raubes, der gestern gesendet wurde. Im Studio war ein Kripo-Beamter aus Ettlingen.

Bis zum Vormittag seien bereits zehn Hinweise aus der Bevölkerung zum Fall bei den Karlsruher Ermittlern eingegangen, berichtet Pressesprecher Fritz Bachholz gegenüber ka-news. "Die heiße Spur ist aber noch nicht dabei". Die Hinweise würden sich auf die gesuchte Person des Räubers, von dem ein Phantombild angefertigt wurde, beziehen. Auch die Kleidung des Täters bewegt die Zuschauer der gestrigen "Aktenzeichen XY"-Sendung dazu, zum Hörer zu greifen und der Karlsruher Polizei Hinweise zu geben. Diesen würden die Kollegen nun nachgehen, so Bachholz zum weiteren Vorgehen.

Natürlich sei der Aufwand eines Fahndungsaufrufs in der Sendung etwas aufwändiger für die Fahnder. Aber die Polizei sei immer froh, wenn sie mit ihren schwierigen Fällen ins Fernsehen komme. "Das rechtfertigt den Aufwand auf jeden Fall", sagt Bachholz. "Denn es ist eine zusätzliche Chance für uns, den Täter so zu überführen". Vor allem, wenn die regionalen Maßnahmen bereits alle ausgeschöpft sind. Denn die populäre Sendung, die bereits seit Ende der 60er-Jahre Bestand hat, erreicht Zuschauer in ganz Deutschland - und darüber hinaus.

Sogar aus Spanien melden Personen Hinweise an die Karlsruher Beamten

"Im aktuellen Fall aus Ettlingen hat uns sogar ein Mann aus Spanien angerufen", so der Pressesprecher der Karlsruher Polizei zur Reichweite des Aufrufs. Die Aufklärungsquote ist mit 42 Prozent (Stend 2007) ebenfalls beachtlich, bedenkt man, dass "Aktenzeichen XY" vor allem die hoffnungslosen Fälle ins Rampenlicht der breiten Öffentlichkeit rückt. Dabei ist fast jeder dritte behandelte Fall ein Mord. Hier finden Sie das Video zum Posträuberfall aus Ettlingen.

In der vergangenen Jahren hat sich die Karlsruher Polizei mehrfach an "Aktenzeichen XY" gewandt. So etwa 2003 im Fall des 24-jährigen Illir Gashi, der im Verdacht stand, einen Handgranatenanschlag auf eine griechische Gaststätte in Mörsch begangen zu haben. Im März 2006 wurde der Fall des Heinrich Schlepp ausgestrahlt. Nach ihm fahndetet die Karlsruher Kripo wegen Mordverdachtsan einem Mann aus der Südstadt. Auch im Taxifahrermord 2007 wurde "Aktenzeichen XY" eingeschaltet.

Im vergangenen Jahr sorgte etwa eine Serie von Trickbetrügereien im Raum Karlsruhe für Aufsehen. Auch hier half die Sendung weiter. Als die Beamten im Fall der "Gentlemen-Räuber" im November 2008 nicht weiter kommen, erhoffen sie sich auch in diesem Fall entscheidende Hinweise aus der Bevölkerung durch die Hilfe der Sendung. Für sein vorbildliches Verhalten bei einem Übergriff auf einen Mann auf der Landstraße zwischen Blankenloch und Leopoldshafen zeichnete die Sendung zudem 2007 den Karlsruher href="/nachrichten/karlsruhe/Karlsruhe-Karlsruher-rettete-Mann;art86,62025" target="_blank">Petar Link mit dem XY-Preis aus. Karlsruher Fälle und Bürger sind somit häufig "Gast" bei "Aktenzeichen XY".

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