Karlsruhe Frankreich-Urlaub endet in Tragödie: Unachtsamkeit soll Ursache für Unfall auf A5 sein

Der Urlaub einer 30-köpfigen Reisegruppe endete am Mittwoch, bevor er überhaupt richtig begonnen hat: Ein Bus aus Bayreuth verunglückte am frühen Morgen - die 30-jährige Reiseleiterin verlor bei dem Unfall ihr Leben. Wie es überhaupt zu dem Unfall kam, sei bislang noch nicht geklärt.

Es war kurz vor halb 7 am Mittwochmorgen: Kurz bevor die dreispurige Autobahn aufgrund der Baustelle bei Ettlingen auf zwei Spuren verkleinert wird, staute sich der Verkehr. Ein Lastwagenfahrer bremste sein Fahrzeug ab, auch der nachfolgende Fahrer eines Müllfahrzeugs konnte sein Gefährt noch abbremsen. Dem 62-jährigen Busfahrer gelang das aber nicht mehr: Er versuchte noch mit dem Bus auf den mittleren Fahrstreifen zu fahren - prallte dann aber mit der vorderen rechten Seite ins Heck des Mülllasters. Die Polizei geht nun von Unachtsamkeit des Busfahrers aus. Der Fahrer selbst steht unter Schock und konnte sich zum Unfallhergang noch nicht äußern.

Zerstörter Reisebus
Rettungskräfte untersuchen den zerstörten Reisebus auf der Autobahn 5. | Bild: Uli Deck

Seniorengruppe war auf dem Weg nach Frankreich

Der Bus stammte aus dem bayrischen Bayreuth. Das Unternehmen bietet vor allem Musical- und Städtereisen an. Auf einer solchen Reise befand sich auch der mit 53 Fahrgastplätzen ausgestattete Bus. Er war gegen 1.30 Uhr in Bayreuth gestartet und hatte anschließend noch zwei weitere Stationen angefahren, wo Fahrgäste aufgenommen wurden. Alle Personen sollen aus dem Großraum Bayreuth stammen.

In Karlsruhe war der Bus dann mit 28 Fahrgästen und zwei Begleitpersonen besetzt. Wohin genau der Bus fahren sollte, steht derzeit noch nicht fest. Sicher ist aber: Er sollte mit der Reisegruppe eine Frankreich-Rundreise machen. Möglicherweise wäre Lyon das erste Ziel gewesen, heißt es am Vormittag bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz anlässlich des Unfalls.

Kilometerlange Staus in alle Richtungen

Dort fassen die Beteiligten der Polizei, Feuerwehr und des Rettungsdienstes die Stunden nach dem Unfall zusammen: Nach dem Unfall seien zwei Personen im Bus eingeklemmt gewesen, alle anderen Passagiere haben sich beim Eintreffen der Helfer bereits außerhalb des Busses befunden. Bei einer eingeklemmten Person, der 30-jährigen Reiseleiterin, konnte der Notarzt nur noch den Tod feststellen. Eine Frau, die direkt hinter der Reiseleiterin saß, wurde von der Feuerwehr befreit. Sie und noch ein weiterer schwerverletzter Senior schweben nach wie vor in Lebensgefahr. Die anderen Personen wurden allesamt leicht verletzt und konnten vor Ort von den Rettungskräften betreut werden.

Zur Unfallaufnahme wurde die Autobahn in Richtung Süden voll gesperrt. Das führte im morgendlichen Berufsverkehr zu kilometerlangen Staus, etwa bis zu 20 Kilometer auf der A8, 10 Kilometer auf der A5 in Richtung Süden und 13 Kilometer auf der Gegenrichtung des Unfalls. Aber, das betont Raphael Fiedler, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Polizei, es habe weniger Probleme mit Gaffern gegeben, als zuletzt bei dem Lastwagenunfall, bei dem beide Fahrzeuge ausgebrannt sind und ein Fahrer getötet wurde.

Rettungsgasse wurde nach den Einsatzfahrzeugen oft zugestellt

Dennoch: Die Rettungsgasse hat nicht einwandfrei funktioniert. Rund 120 Verstöße hat die Polizei bei einer anschließenden Kontrolle festgestellt. Die Fahrer bekommen nun in den nächsten Wochen entsprechende Bußgeldbescheide zugeschickt. "Die Feuerwehr kam vergleichsweise gut durch", so Feuerwehr-Einsatzleiter Markus Pulm. "Oft wurde dann aber direkt nach den Rettungskräften die Gasse wieder geschlossen", ergänzt Peter Roth, Leiter der Karlsruher Verkehrspolizei. Die Kontrolle der Polizei sei nicht anlassbezogen erfolgt, sondern sei eine grundsätzliche Maßnahme gegen die vielen Verstöße in der Vergangenheit.

PK Unfall auf der A5
Einige Stunden nach dem Unfall informierten die Helfer auf einer Pressekonferenz über den Hergang. | Bild: Anne Picot

Die Reisegruppe wurde nach der Versorgung ins Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehr hat dort auch das Gepäck der Passagiere hingebracht. Von dort soll die Gruppe bald auch wieder die Rückreise antreten.

Die Vollsperrung der Autobahn ist mittlerweile aufgehoben, die Bergungsmaßnahmen der Fahrzeuge dauern aber weiter an. In den nächsten Stunden soll die Autobahn dann vollständig freigegeben werden. Wann genau, das steht noch nicht fest.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (0)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.