Bürgerinitiative Passagehof

Leben im Bermuda Dreieck aufregend, exotisch und spannend. Schlendern über die Partymeile und Spaß haben. Gesehen werden und feiern bis der Kehrwagen der Stadt um 06:00Uhr den groben Müll beseitigt. Mit Spaß unbeschwert und so lange man will, feiern mittwochs, freitags und natürlich am Samstag. Der Ort des lauten Geschehens ist der Passagehof.

Die Partymeile erstreckt sich vom Mühlburger Tor bis zum Kronenplatz. Das Bermuda Dreieck liegt, kaum zu glauben mitten in Karlsruhe. Wir befinden uns im Passagehof.
Der Hof wurde erst kürzlich umgestaltet, verschönert. Im Passagehof läßt es sich gut sitzen. Was an der unterschiedlichen Gastronomie liegt. Sie hat wenig mit dem nächtlichen Treiben zu tun.

Die Stadt Karlsruhe lädt dazu ein, zu feiern, will eine belebte Innenstadt vierundzwanzig Stunden. Viele sollen kommen und ausgelassen ihre freie Zeit verbringen können. Karlsruhe ist weltoffen, liberal und hat noch viel vor.
Wir haben uns auch viel vorgenommen, wir haben eine Bürgerinitiative gegründet. Wir haben Unterschriften gesammelt und der Stadtverwaltung übergeben, mit der ausdrücklichen Bitte, die Anwohner und die Gewerbetreibenden vor dem Dreck , dem Lärm und den menschlichen Ausscheidungen in den langen Disconächten zu bewahren. Um das gemeinsame Anliegen vorzubringen fand ein Gespräch an zuständiger Stelle statt.
Wir, die Anwohner und Gewerbetreibenden haben ein anderes Interesse an diesem Passagehof. Wir wollen nicht zur Disco, wir arbeiten und leben hier. Hier sind die Grundlagen unserer Existenz. Eigentum an Wohnraum und Geschäften. Hier leben Kinder, Schüler, Beruftätige und die, die im Ruhestand sind.
Diese Menschen haben einen anderen Lebensrhythmus als der Discobesucher. Zwei Interessen prallen aufeinander.So gegensätzlich wie schwarz und weiß.

Karlsruhe, die Stadt des Rechts, Wird sie den unterschiedlichen Interessengruppen gerecht? Sind die Zuständigen der öffentlichen Behörden in der Lage den Spagat zu machen zwischen gegensätzlichen Gesetzen und Interessen? Landesrecht bestimmt über die Öffnungszeiten der Lokale und Diskotheken. Von 23:00 bis 05:00 Uhr darf die Diskothek ihre Gäste empfangen. Sie müssen anstehen, um Einlass bitten, damit jeder mit dem entsprechenden Alter eingelassen wird, ist eine Kontrolle wichtig. Anstehen verursacht aber Lärm.

Und nun kommen wir zum Konflikt: Nachtruhe ist von 22:00 bis 06:00 Uhr einzuhalten. Wie bitte soll das nun gehen?!
Nachtruhe gegen Öffnungszeit der Disco, wer ist der Sieger? Im Moment die Disco!
Wenn der letzte Besucher die Disko lautstark verlassen hat ist 05:30 Uhr. Es bleiben den Anwohnern ganze 30 Minuten Nachtruhe!

Noch ein Konflikt : Rauchen ist in Gaststätten und Diskotheken untersagt. Ein Fortschritt? Die Antwort bleibe ich schuldig. Es ist verboten Zigarettenkippen wegzuwerfen. Doch keiner ahndet das Handeln der Raucherinnen und Raucher.
Niemand macht etwas dagegen. Die Zigarettenkippe ist nur ein Teil des Verschmutzung.
Gläser, Scherben, Flaschen, Becher und Verpackungen sind der große Teil des Drecks. Auch Spritzen kann man finden.
Der größte Teil des Unrates sind menschliche Ausscheidungen aller Art. Sie als Leser dürfen sich hier alles vorstellen.

Bei Ruhestörung ist die Polizei Karlsruhe zuständig. Die Polizisten des Revieres Marktplatz kommen auch und sorgen für Ruhe. Doch die Polizei kann nicht sechs Stunden an einer Stelle für Ruhe sorgen. Die Polizei hat noch andere wichtige Aufgaben. Deeskalierend machen die Beamten der Polizei ihre Arbeit, den öffentlichen Vorraum der Disko können sie nicht räumen. Sobald die Beamten weg sind, nimmt der Lärm wieder zu.

Uns erscheint, es gibt auch Plätze in der Karlsruher Innenstadt an denen es zivilisierter zugeht. Am Ludwigsplatz herrschen solche Zustände nicht. Dort wird nicht in dem Ausmaß öffentlich uriniert. Was übrigens auch verboten ist!

Was kann getan werden in einer Konfliktsituation, wie die, in der wir hier im Passagehof leben und arbeiten?

Wir leben und arbeiten in der Innenstadt, einer lebendigen Innenstadt, keine lärmende und stinkende.

Als Anwohner hat man alle Annehmlichkeiten eines Lebens in der Stadt. Der Biergarten lädt nach einem netten Film zu einem Besuch ein. Internationale Gastronomie und vielfältige Läden vervollständigen das Bild des Passagehofes. Doch wenn drei von sieben Nächten zum Albtraum werden, kann auch ein neu gestalteter Passagehof nicht davon ablenken.

Wir im Passagehof sind in Karlsruhe nicht alleine betroffen, doch wir suchen die Öffentlichkeit. Wir wollen den Geruch von Urin etc. nicht mehr riechen, es stinkt uns. Wir möchten durch eine saubere Passage zur Strassenbahn gehen. Einige Türen habe Löcher an den unteren Ecken, verursacht durch Urin. Lecker! Wer bezahlt den Schaden?

Zum Schluß: die Stadt Karlsruhe hat Ordnungshüter eingestellt, auf deren Rücken Polizei steht. Sie sind zuständig für Ordungswidrigkeiten. Öffentliches Urinieren und Abfälle wegwerfen sind Ordnungswidrigkeiten! Wenn wir richtig informiert bin, endet ihr Dienst nicht zeitgleich mit dem Ende der Öffnungszeit der Disko. Wie können uns die Ordnungshüter helfen, wenn sie schon schlafen!?

Abschließend, bei all den Problemen die vorprogrammiert zu sein scheinen, werfen wir die Frage auf, was hat Vorrang?

Lärm macht krank, nicht lärmen nicht. Abfall und Dreck verschmutzen die Stadt und die Umwelt. „Menschliche Bedürfnisse“ groß und klein gehören in das stille Örtchen. Ist an diesen Behauptungen etwas falsch? Wenn sie uns recht geben, ist klar, was Vorrang hat.

Wir bleiben im Dialog mit den Zuständigen der Stadt Karlsruhe. In „der Stadtmitte“ können Sie verfolgen wie es weiter geht.
Mehr zum Thema
Die Stadtmitte: Wappen Bürgerverein Stadtmitte e.V.
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