Die Maßnahme des Rhein-Neckar-Kreises ist radikal: Katzen dürfen seit Mitte Mai und in den nächsten drei Jahren jeweils von April bis August nicht durch das Brutgebiet im Süden der Stadt streifen - es sei denn, sie werden an die kurze Leine genommen oder bewegen sich nachweisbar nicht in Bereichen, wo sie zur Gefahr für die seltenen Vögel werden können. Jung machte auf weitere Feinde der raren Spezies wie Steinmarder und Füchse sowie Krähen, Elstern und Störche aufmerksam. Die Allgemeinverfügung des Kreises sei unverhältnismäßig, sagte der Liberale aus dem Wahlkreis Bretten.

«Nein Miez!» - ah, zu spät. Eine «Verpiss-dich-Pflanze» hätte dieser jungen Meise vielleicht das Leben gerettet.
Eine Katze hat einen Vogel gefangen | Bild: Markus Scholz/dpa-tmn

Nach Angaben des Ministeriums zeigt ein Brut-Monitoring aus dem Jahr 2021, dass in Walldorf jedes zweite Jungtier nicht überlebt. Hauskatzen seien dabei "ein wesentlicher Risikofaktor". Landesweit existieren 63 Brutreviere. Mehrere Katzenbesitzer haben bereits Widerspruch gegen die Verfügung eingelegt.