Die Formel 1 in Hockenheim ist - zumindest vorerst - Geschichte. Für die Motorsportfreunde aus der Region kein Grund traurig zu sein. Ein spektakuläres Rennen für alle PS-Fans aus Baden ist und bleibt das Weihermer Hako-Rennen.

24. Auflage

Auch nach der langen Corona-Pause entpuppte sich die 24. Auflage des bis weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannten Spektakels am Wochenende als Zuschauermagnet, wobei bereits am Freitag, als zu später Stunde die "ZAP-Gang" das Festzelt rockte, "die Haustiere eingesperrt und die Gehwege hochgeklappt" wurden, wie die veranstaltenden Hakofreunde aus der Vier-Ort-Gemeinde Ubstadt-Weiher schmunzelnd bemerkten.

24. Hako-Rennen in Ubstadt-Weiher
Bild: Hans-Joachim Of

Geboten wurde für alle vom Rennfräsen-Virus angesteckten Besucher das volle Programm mit Regen und Staub, spektakulär, schnell und laut. Am Renntag war dann eher durchwachsenes Wetter statt Hitzeschlacht angesagt, doch den Elementen wird getrotzt. Piloten und Anhänger schauen nicht nach oben, denn auf der Piste spielt die Musik.

Verrückte Namen

Die veranstaltenden Hako-Freunde Weiher durften sich, ebenso wie die zahlreichen Zuschauer, die dicht gedrängt am Parcours standen, auf rund 75 Einachser-Teams und eine tolle Performance freuen. Illustre Starter, die sich tolle Namen wie "Schlammschnallen- oder Schlammwürmer", "Der Geblitzte", "Vollgas Hängääär" oder "Schwulibert Geilhuber" ausgedacht hatten, kämpften neben Ruhm und Ehre auf dem Gelände des örtlichen Reit- und Fahrvereins um die bereitgestellten Pokale.

24. Hako-Rennen in Ubstadt-Weiher
Bild: Hans-Joachim Of

Für viele Gespanne heißt die Parole jedoch "Dabei sein ist alles", doch besonders die Lokalmatadoren aus Weiher und Umgebung haben den Ehrgeiz, ganz vorne zu landen. Für einige Teams, die teilweise aus Hessen oder dem Rheinland angereist waren, erwies sich der Parcours als echte Herausforderung, hatte man doch zuvor keine Gelegenheit zum Training.

Strecke rund 1.200 Meter lang

Bis zuletzt war, analog der großen Formel 1, im Fahrerlager an den Rennboliden geschraubt und gewerkelt worden. Schließlich musste bei der technischen Abnahme alles in Schuss sein, wollten die Piloten in bestmöglicher Zeit die Zielflagge sehen. Die Besucher jubelten tollkühnen Piloten und deren waghalsigen Beifahrern auf teils technisch hochpräzisen Eigenbauten zu, feuerten die Gespanne lautstark an.

24. Hako-Rennen in Ubstadt-Weiher
Bild: Hans-Joachim Of

Einmal mehr waren futuristische und atemberaubende Renngeräte in der "Ackerklasse" (Einachser im Originalzustand), "Offenen Klasse" (Einachser mit Fremdmotoren, begrenzt auf 750 Kubikzentimeter), "Sportklasse" (getunt ohne Leistungsbeschränkung), "Super-Sportklasse" (Einachser, umgebaut), sowie einer Damenklasse an den Start gegangen.

"Hier trennt sich die Spreu vom Weizen"

Bei einer Verlosung gab es als Hauptpreis darüber hinaus ein nagelneues Hako zu gewinnen. Kompetent wie immer, stellte Stadionsprecher Lothar Wötzel die Teams vor. Rund 1.200 Meter lang ist der anspruchsvolle Rundkurs, der besonders an den Schlammgruben und Wasserlöchern, den absoluten Publikumslieblingen, seine Tücken hat.

24. Hako-Rennen in Ubstadt-Weiher
Bild: Hans-Joachim Of

"Hier trennt sich die Spreu vom Weizen", wissen die Stammgäste. Sonderprüfungen und schweißtreibende Zusatzaufgaben mit Schikanen wie Schlupfloch, Drehkreuz, oder der schnelle Tretroller-Parcours sorgten beim Rennen für den besonderen Kitzel.

Am Ende gehörten alle Teams, die heil ins Ziel kamen, zu den Siegern, denn es gab natürlich technische Ausfälle – aber gottlob keine Unfälle. Keine Frage: Die "Formel 1 des kleinen Mannes" wird auch im Jahre 2023 wieder Fans und Zweierteams nach Weiher locken.

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