"Diese E-Mails gehen teilweise wirklich unter die Gürtellinie. Da sieht man doch, mit welcher Klientel man es zu tun hat", beschwert sich Path. Mit Anstand habe das nichts mehr zu tun, so der Hauptamtsleiter, der stellvertretend für den sich im Urlaub befindlichen Bürgermeister Stellung bezieht.

(siehe:"Erneut Computerspiele-Event abgesagt")

Er verweist darauf, dass es im Vorfeld Gespräche mit den Schulleitungen der Gemeinde gegeben hätte. "Bürgermeister Weigt hat sich lange Gedanken darüber gemacht", berichtet Path. Die Verwaltung sei sich jedoch dann einig gewesen, dass in der Gemeinde eine Veranstaltung, auf der "Killerspiele" gespielt würden, nicht stattfinden dürfe. "Es geht uns um die Sache. Wir wollen keine Spiele dieser Art hier", so Path aus voller Überzeugung. Als Grund nannte er, dass die Spiele Kämpfe und das Schießen auf Menschen simulierten.

"Die schießen doch auf Scheiben"

Angesprochen auf das Anfang August in Karlsdorf-Neuthard angesetzte Jugendturnier des Schützenvereins, bei dem Kinder unter 14 Jahren teilnehmen dürfen, zeigte sich der Hauptamtsleiter verwundert: "Das ist doch etwas ganz anderes. Dort schießen sie auf Scheiben." Über ein Verbot des Jugendturniers des Schützenvereins sei nicht nachgedacht worden, soweit ihm bekannt sei. 

Auch das Argument der Veranstalter, dass die Teilnehmer der LAN-Party über 18 Jahre alt sein müssen, ändert für Path nichts an der Tatsache, dass die Jugend von Karlsdorf-Neuthard geschützt werden müsse. Dass ein Zusammenhang von Computerspielen und Amokläufen besteht, könne er sich schon vorstellen. Bei Schützenvereinen hingegen räumte er ein, dass es fraglich sei, ob Waffen zu Hause gelagert werden sollten.

Veranstalter planen Demo

Die Computerfreunde Karlsdorf-Neuthard verweisen unterdessen in ihrem Blog auf die rechtlichen Umstände, die derzeit noch geprüft würden. Unter anderem hätten die Veranstalter die Auflage, keine "Killerspiele" auf der Veranstaltung zu spielen, bisher nur mündlich erhalten. Weitere Gesprächsversuche mit der Gemeindeverwaltung sind angekündigt. 

Desweiteren rufen die Computerfreunde zu einer Demonstration gegen die Absage der LAN-Party am Tag des ursprünglichen Veranstaltungstermins, dem 29. August, auf. Geplant ist ein Marsch von der Altenbürghalle zum Rathaus, heißt es im Internet.

Mit einer Fortsetzung der Gespräche rechnet auch die Gemeindeverwaltung, allerdings erst in zwei Wochen - dann ist der Bürgermeister aus seinem Urlaub zurück.

(siehe:"Gamer-Demo: 'E-Sport ist kein Mord'")

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