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Waghäusel Polizei ermittelt: (Erneut) Brandstifter auf Bahnstrecke Karlsruhe-Mannheim unterwegs

Ist in der Region erneut ein Feuerteufel unterwegs, der es auf die Deutsche Bahn abgesehen hat? Darauf deutet eine Brandstiftung bei Waghäusel hin, in welcher die Polizei seit Freitagabend ermittelt. Dort wurden mutwillig die Datenkabel der Bahn, welche entlang der Gleise verlaufen, in Brand gesteckt und so ein Schaden von rund 50.000 Euro verursacht. Der Fall weckt Erinnerungen an Vorkommnisse der vergangenen zwei Jahre, als schon einmal Kabel an Bahngleisen in Brand gesteckt wurden.

Vor mehr als einem Jahr kam es in der Region bereits zu einer Vielzahl an Brandstiftungen: Im Dezember 2016 und Januar 2017 sorgten diese Brände für erhebliche Behinderungen im Bahnverkehr. Zeitweise wurde auch eine Ermittlungsgruppe "Brand" in Bruchsal eingerichtet. Damit verbunden waren auch erhebliche Probleme im Bahnverkehr. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Die Täter konnten bis heute allerdings nicht gefasst werden.

Brandstiftung hatte keine Auswirkungen auf Bahnverkehr

Der aktuelle Fall erinnert an die Brandstiftungen der Vorjahre - die Polizei prüft derzeit mögliche Zusammenhänge. Wie die Polizei am Montagnachmittag berichtet, hätten die Täter das Gleisbett nahe der Landstraße 555 betreten. Dann hätten sie die Kabelschächte auf beiden Seiten der Gleise geöffnet und die Kabel unterhalb der Relais-Stationen mit Hilfe von Brandbeschleuniger angezündet. Das Feuer habe sich dann bis in eine Sicherungsbox ausgebreitet. Diese Kabel sind unter anderem für die Steuerung der Signale und der Streckenkontrolleinrichtungen zuständig.

Bahnarbeiter
Arbeiter auf einer Bahnstrecke (Archivbild). | Bild: dpa7Daniel Bockwoldt

Diesmal ist Deutsche Bahn mit einem "blauen Auge" davongekommen. So berichtet der für Baden-Württemberg zuständige Bahn-Sprecher Roland Kortz gegenüber ka-news, dass die Behinderungen im Bahnverkehr nur minimal waren. Das lag daran, dass die Brandstelle an einem Bereich lag, an welchem zwei Gleistrassen parallel zueinander angelegt sind: Die Strecke Karlsruhe-Mannheim und die Schnellfahrstrecke zwischen Waghäusel und Graben. Nach Ausfall der Kabelverbindung konnte daher die Regionalzüge über die Schnellfahrstrecke umgeleitet werden.

Betrieb auf dem Streckenabschnitt läuft wieder

Auf dem betroffenen Abschnitt wurde im Laufe des Samstags der Betrieb wieder aufgenommen. Zwischenzeitlich wurde das verbrannte Kabelteil entfernt und durch eine neue Verbindung ersetzt. Trotz einer vermeintlichen, über die Jahre verteilten Brandserie: Grundsätzlich kämen solche Taten nur selten vor, so Bahnsprecher Kortz.

Warum die Kabel in Brand gesteckt wurde, kann sich der Bahn-Pressesprecher nicht erklären. Möglicherweise wollten die Täter den Bahnverkehr stören - was aber auch nur in einem gewissen Maße möglich ist. Denn auch wenn es keine parallele Gleisverbindung gibt, gibt es eine Rückfallebene. Wenn die Signale aufgrund beispielsweise eines Brandes ausfallen, dann erhalten die Lokführer schriftliche Fahrbefehle für die einzelnen Gleisabschnitte. Das Verfahren ist zeitaufwendig, weswegen es zu Verspätungen und Zugausfällen kommt - zum Erliegen kommt der Bahnverkehr aber nicht.

Hinweise zur Brandstiftung nimmt die Polizei unter 0721/939-5555 entgegen.

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Kommentare (13)
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  •   Great_KA
    (55 Beiträge)

    27.03.2018 18:55 Uhr
    Blinde "Zerstörungswut"
    Kaum ist ein "Springbrünnlein" erbaut, wird es verdreckt, beschmiert, demoliert, "entweiht". Da ist kein tieferer Sinn und keine tolle Vision dahinter: einfach profane, derb-plumpe Zerstörungswut:
    Heute ist es Feuer im Kabelschacht, dann sind es vielleicht Baustellen, Fahrzeuge oder die Bahnschienen die manipuliert werden, morgen sind es entfernte Gullideckel oder Pflastersteine von der Brücke... es ist ein erbärmliches Zeugnis; ganz egal aus welcher "Ecke".
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  •   dipfele
    (4837 Beiträge)

    27.03.2018 22:15 Uhr
    Leider....
    ... gibt es immer wieder Gestörte, die sich unnütze Arbeit machen und dabei andere gefährden. Die Bahn zerstört sich doch schon selbst, unter 80% der Fernzüge sind unpünktlich und ein Berufspolitiker Pofalla ist Infrastrukturvorstand......
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  •   RainerBu
    (563 Beiträge)

    27.03.2018 16:23 Uhr
    Absicherung
    nur es sollte ja möglich sein den Zugang per Stahldeckel und Stahlschloß so zu gestalten dass es kaum möglich ist da reinzukommen .
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  •   Karlsruhesohn
    (77 Beiträge)

    27.03.2018 15:05 Uhr
    Alles klar.
    Da wollte jemand der Bahn mal Feuer unter dem Arsch machen
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  •   RainerBu
    (563 Beiträge)

    27.03.2018 11:46 Uhr
    ich sag mal
    ...wer hätte Freude dran wenn hier mal Züge entgleisen würden ??
    mehr schreib ich nicht . Wird ja dann eher so ausgelegt dass man den Beitrag gleich wieder löscht .
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  •   betablocker
    (3134 Beiträge)

    27.03.2018 15:42 Uhr
    Ähm,
    niemand?
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  •   RainerBu
    (563 Beiträge)

    27.03.2018 16:20 Uhr
    ??
    glaubst jetzt aber nicht im Ernst...
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  •   betablocker
    (3134 Beiträge)

    27.03.2018 17:25 Uhr
    Also
    für einen Terroranschlag ist die Sachlage ein bisschen mager, würd ich sagen.
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  •   RainerBu
    (563 Beiträge)

    27.03.2018 17:59 Uhr
    überhaupt nicht
    ...können ja so einzelne Wirrköpfe, Symphatisanten sein .
    die die einfacheren Wege gehen
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  •   betablocker
    (3134 Beiträge)

    27.03.2018 18:31 Uhr
    Also mit
    einem oder mehreren Wirrköpfen haben wir es garantiert zu tun, da sind wir uns einig. Aber politisch-religiös motiviert (dein Verweis auf die Weltlage), das kann ich mir nur schwer vorstellen. Eher jemand der der Bahn Schaden zufügen will. Riecht mir auch nach einem Einzeltäter, ist aber nur so ein Gefühl.
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