Oberhausen-Rheinhausen Flugunglück bei Philippsburg: Piloten fliegen auf Sicht, Fluglotsen beraten nur

Viele Fragen sind nach dem Zusammenstoß von Helikopter und Kleinflugzeug bei Philippsburg noch offen. Beide Piloten waren in einer Höhe unterwegs, in der auf Sicht und ohne Unterstützung von Fluglotsen geflogen wird. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) überwacht den Luftverkehr erst ab einer Höhe von 3.000 Metern - darunter gelten ähnliche Regeln wie im Straßenverkehr. ka-news hat mit der Flugsicherung in Karlsruhe gesprochen.

Das Flugzeug und der Rettungshubschrauber waren in einem Luftraum unterwegs, in dem auf Sichtflug geflogen wird und bei dem ähnliche Regeln wie im Straßenverkehr gelten. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) in Karlsruhe erklärt, der Pilot müsse in diesen Lufträumen, wie Autofahrer im Straßenverkehr, vorausschauend unterwegs sein, um auf eventuell kreuzende Flugobjekte wie Hubschrauber, Ballone, Zeppeline oder andere Flugzeuge reagieren zu können.

Lotse übernimmt in unteren Lufträumen beratende Funktion

Die DFS in Karlsruhe überwacht ihrerseits nur den oberen Luftraum über 7.500 Meter. Der untere Luftraum ab etwa 3.000 Meter wird durch die DFS in Bremen und Langen überwacht. Zu dem tragischen Unfall bei Oberhausen-Rheinhausen kann sie deshalb keine weiteren Angaben machen. Deshalb ist der DFS auch nicht der genaue Luftraum bekannt, in dem die beiden Unglücksmaschinen unterwegs waren.

Wie die DFS auf ka-news-Nachfrage erklärt, haben Piloten von Kleinflugzeugen unterhalb des Radars die Möglichkeit einen Lotsen anzufunken und mit dessen Unterstützung einen Luftraum zu durchfliegen. Dies habe der Pilot des Kleinflugzeugs gemacht - allerdings stand er nicht im Kontakt mit der DFS, sondern mit dem Tower in Speyer.

Die Verantwortung bleibe dabei allerdings die ganze Zeit beim Piloten im Cockpit. Der Lotse übernehme lediglich eine beratende Funktion indem er erklärt, wo andere Luftverkehrsteilnehmer kreuzen könnten und warnt den Piloten so vor einer möglichen Gefahr. Wie dem kreuzenden Flugobjekt dann ausgewichen werden kann, entscheidet der Pilot jedoch selbst. Im radarüberwachten Luftraum der DFS sei das anders. Hier bekommt der Pilot die Anweisung, wie er einem anderen Luftverkehrsteilnehmer ausweichen muss, um einen Zusammenstoß zu vermeiden.

Nach dem Zusammenstoß zwischen einem Sportflugzeug und einem Rettungshubschrauber bei Oberhausen-Rheinhausen konnten die Opfer mittlerweile geborgen und identifiziert werden. Bei dem Flugunglück bei Rheinhausen sind am Dienstagmittag vier Personen ums Leben gekommen. Der Flugschreiber des Hubschraubers könnte helfen, die Unfallursache schneller zu ermitteln. Noch kurz vor dem Zusammenstoß standen die Piloten des Flugzeugs mit dem Tower ihres Zielflugplatzes in Speyer in Kontakt.

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