Karlsruhe Sie wollten aus NRW nach Bayern fliegen: Identitäten der drei Toten geklärt, weitere Ermittlungen zur Absturzursache dauern an

Am Samstagnachmittag ist in der Bruchsaler Kammerforststraße ein Kleinflugzeug abgestürzt. Die kleine Maschine ist wohl in den Lagerbereich eines Baumarktes gestürzt.

+++ Montag, 22. Juli, 17 Uhr +++

Die Unglücksstelle konnte noch in der Nacht auf Sonntag wieder freigegeben werden. Die Leichen der drei getöteten Insassen sind laut Polizei derzeit noch beschlagnahmt. Der zuständige Ermittlungsrichter ordnete auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe eine Obduktion an. Bei der Polizei hatte sich eine Vielzahl an Zeugen gemeldet, die das Flugzeug vor dem Unglück in der Luft beobachtet hatten. Die Kriminalbeamten führen nun Vernehmungen der Augenzeugen durch.

Gesamtschaden von 250.000 Euro

Darüber hinaus wurden auch mehrere Filmaufnahmen gesichert, die nun ausgewertet werden. Dafür wurde eine fünfköpfige Ermittlungsgruppe bei der Polizei eingerichtet. Die Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung begutachten die Wrackteile der Maschine, die in eine Lagerhalle transportiert wurden und suchen nach technischen Ursachen für das Unglück. "Der entstandene Gesamtschaden am Gebäude des Baumarkts und am total zerstörten Flugzeug wird auf 250.000 Euro geschätzt", heißt es abschließend in der Mitteilung der Polizei.

+++ Sonntag, 21. Juli, 9 Uhr +++

Wenige Stunden nach dem Flugzeugunglück in Bruchsal ist die Identität der drei Toten nun wohl geklärt, wie die Polizei mitteilt. "Es handelt sich um einen 80-jährigen Mann, der mit hoher Wahrscheinlichkeit der Pilot des Leichtflugzeugs war. Nach derzeitigem Kenntnisstand saßen außerdem seine Lebensgefährtin im Alter von 60 Jahren und deren 32-jähriger Sohn mit in der Maschine", heißt es im Pressebericht der Polizei. 

Laut Polizeiangaben handelt es sich bei dem Flugzeug um einen Tiefdecker, der überwiegend aus Holz gebaut ist. Nach den Ermittlungen ist die Maschine vom Typ Jodel DR 1050 in der Nähe von Olpe in NRW gestartet und wollte nach Dachau in Bayern. 

Bild: Thomas Riedel

Die Wrackteile des Flugzeugs wurden mittlerweile von der Unglücksstelle abtransportiert. Sie werden nun von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung begutachtet. Die weiteren Ermittlungen übernimmt das Kriminalkommissariat Bruchsal. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich mehrere hundert Personen im Baumarkt. Beim Aufprall des Fliegers an die Gebäuderückseite wurden glücklicherweise keine weiteren Menschen verletzt. Vier Personen aus dem Baumarkt und elf vom Segelflugplatz wurden durch Notfallseelsorgeeinheiten betreut.

+++ 15.50 Uhr +++

Das Flugzeug, das aus einer Holzkonstruktion bestand, ist an der Rückseite des Baumarktes direkt zerschellt, sagt Raphael Fiedler von der Polizei Karlsruhe. "Es war Glück im Unglück, dass es nicht vorn am Eingang war. Die Mitarbeiter haben gut reagiert und die Kunden und sich in Sicherheit gebracht, noch bevor die Polizei vor Ort war!" Laut Pressesprecher der Polizei waren in dem Gebäude zu keiner Zeit Menschen in Gefahr. 

Aktuell werden auch Videoaufnahmen von Zeugen ausgewertet, die den Flugzeugabsturz beobachtet haben. Woher das Flugzeug kam, wohin es wollte und wer die Insassen waren, ist ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen. "Jedes Flugzeug hat ein Kennzeichen, wir hoffen dadurch schnell weitere Informationen zu erhalten", so Fiedler im Videointerview weiter. 

 

 

+++ 15 Uhr +++

Wie Raphael Fiedler, Pressesprecher der Polizei Karlsruhe nun mitteilt, handelte es sich bei dem Flugzeug um ein Flugzeug aus Holz. "Die kleine Maschine ist an der Fassade des Baumarktes zerschellt", so Fiedler. Bisher sind drei Tote bestätigt, man geht davon aus, dass alle drei Insassen des Flugzeuges waren.

Flugzeugabsturz Bruchsal
Bild: Thomas Riedel

"Wer die Toten sind oder wo sie herkommen, wissen wir allerdings noch nicht!" Es seien keine Angehörigen von der benachbarten Flugschule, daher gehen die Ermittler davon aus, dass es keine geplante Landung war. 

Interview mit Raphael Fiedler im Video: 

+++ 14.45 Uhr +++

Die Absturzursache ist noch unklar. Auch ob es weitere Verletzte, etwa im Baumarkt, gegeben hat. Das Gebäude wurde von den Einsatzkräften vorsorglich geräumt.

 

Da sich der Baumarkt in der Nähe des Flugplatzes in Bruchsal befindet, könnte das Unglück beim Start- oder Landevorgang passiert sein. 

Ursprungsmeldung: 

Gegen 13 Uhr kam es in Bruchsal zu einem Flugzeugabsturz. Laut Eilmeldung der Polizei laufen aus dem verunglückten Flugzeug zudem Betriebsstoffe aus. Einsatzkräfte sind vor Ort. 

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