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Bruchsal Die wundersame Verbindung von Queen-Sänger Freddie Mercury mit Bruchsal und Karlsruhe

Als vor kurzer Zeit der Film "Bohemian Rhapsody" in den USA als bestes Filmdrama mit dem "Golden Globe" ausgezeichnet wurde und jetzt noch auf einen Oscar hoffen darf, rückte der charismatische Freddie Mercury, früherer Frontsänger der britischen Formation "Queen", wieder weltweit in den Fokus. Aber warum weltweit? So weit müssen wir gar nicht schauen, denn der Sänger hat auch seine Spuren in der Region hinterlassen.

Ende 2018 hat Lars Reichardt, Barbara Valentins Sohn aus erster Ehe mit dem Berliner Unternehmer Rolf Lüder, ein Buch veröffentlicht: "Barbara - das sonderbare Leben meiner Mutter Barbara Valentin". Reichardt, der als Journalist in München arbeitet und der den Namen seines Stiefvaters Ernst Reichardt, Valentins zweiten Ehemann, annahm, begibt sich im 285-seitigen Werk auf die Suche nach den Spuren seiner Mutter. 

Barbara Valentin Freddy Mercury
Barbara Valentin wurde in Wien geboren, ihre Großeltern lebten in Bruchsal. | Bild: pr

Doch von Anfang: Barbara Valentin wurde als Ursula "Uschi" Ledersteger während des Krieges am 15. Dezember 1940 in Wien geboren und starb nach einem Schlaganfall am 22. Februar 2002 in München. Ihr Vater, Hans Ledersteger, arbeitete in der österreichischen Hauptstadt als Filmarchitekt, doch die junge Barbara wächst in Bruchsal, der Heimat ihrer Mutter, der Schauspielerin Irmgard Alberti, auf. Die Großeltern hatten dort ein schönes Haus mit Garten, unweit der Justizvollzugsanstalt und des Barockschlosses.

"Busenwunder von Bruchsal"

Als kleines Mädchen war die hellblonde junge Dame schlank und sportlich, wird sogar Badische Meisterin im Turmspringen - was für alle, die sie später kennen lernen erstaunlich gewesen sei, wie Lars Reichardt schreibt: "Ich habe meine Mutter nie Sport treiben sehen! Auch später hat sie sich nie für irgendeine Sportart interessiert, auch nicht im Fernsehen!"

Barbara Valentin Freddy Mercury
Barbara Valentin wurde in Wien geboren, ihre Großeltern lebten in Bruchsal. | Bild: pr

Das "Busenwunder aus Bruchsal" hat schon früh einige Verehrer und mit 16 Jahren wird ihr bereits eine große Ähnlichkeit mit Jayne Mansfield, die eine Oberweite von 103 Zentimeter gehabt haben soll, nachgesagt. Nach der mittleren Reife verlässt sie die elfte Klasse am Humanistischen Schönborn-Gymnasium in Bruchsal.

Barbara ging später in Karlsruhe zur Waldorfschule

Die Noten sagen: Barbara ist nicht doof, doch hat sie offensichtlich keine Lust, sich anzustrengen, ihr fehle jegliches Interesse für schulische Belange. Die Lehrer legten ihr den Schulabgang nahe, erzählte sie später einmal. Ob die Tatsache, dass Mitschüler Herzen mit ihrem Namen in die Schulbank ritzten, auch ein Grund war?

Nach dem für ihre Eltern überraschenden Schulabgang der aufbegehrenden Tochter wird Barbara zunächst für ein Jahr auf die private Waldorfschule nach Karlsruhe geschickt. Ab dem Frühjahr 1958 besucht sie eine Kosmetikschule in Heidelberg, macht ihren Abschluss mit teils sehr guten Noten, übt ihren Beruf jedoch nie aus.

Barbara Valentin Freddy Mercury
Barbara Valentin wurde in Wien geboren, ihre Großeltern lebten in Bruchsal. | Bild: pr

Schließlich landet sie in München bei ihrer Mutter, die ihr dort ein Einzimmerappartement mietet und mit einer Filmkarriere ihrer Tochter liebäugelt. Barbara wollte einfach nur weg aus Karlsruhe und Bruchsal, der Provinz. Auch weg vom Stiefvater, Erwin Valentin, einem renommierten Chirurg und Marinestabsarzt im Vorkriegsdeutschland. Obwohl sie ihn nicht mochte, nimmt sie seinen Namen an.

Immer mit der Heimat Bruchsal verbunden

Dann geht alles seinen Lauf. Über 40 Filme, drei Ehen, zahlreiche Krisen bis hin in die 1990er Jahre, als Barbara Valentins Leben zunehmend aus den Fugen gerät und sich die Krisen häuften. Die Kinder Lars und Minki aus der zweiten Ehe mit Ernst Reichardt wurden meist von Kindermädchen in München betreut und bekocht.

Barbara Valentin Freddy Mercury
Barbara Valentin wurde in Wien geboren, ihre Großeltern lebten in Bruchsal. | Bild: pr

Eines davon war Carola aus Kraichtal. Sie hatte sich auf eine Zeitungsanzeige hin gemeldet und als 18-jähriges Mädchen ging sie nach Bayern um dort die große, weite Welt hautnah zu erleben. "Eine spannende Zeit damals", erinnert sich die frühere "Hausperle" aus Baden, die in der bayrischen Landeshauptstadt blieb und noch heute mit ihrer Familie dort lebt.

Barbara Valentin Freddy Mercury
Barbara Valentin mit dem Kindermädchen Carola, ebenfalls aus dem Kraichtal. | Bild: pr

Von 1976 bis 1983 war Barbara Valentin dann mit Filmregisseur Helmut Dietl verheiratet, er war ihr dritter Ehemann. In der Presse wurden sie zu dieser Zeit immer wieder mit Drogenprobleme konfrontiert.

Freddie widmete ihr einen Song

Ein wichtiges Kapitel schlug Barbara Valentin in den 1980er Jahren auf, als sie zeitweise mit Freddie Mercury zusammen lebte und mit ihm durch das Nachtleben zog. Im Musikvideo zum Queen-Song "It's A Hard Life" spielte sie mit und Freddie Mercury widmete ihr sogar den Song "Love Me Like There's No Tomorrow". Er hatte dieses Lied von einem Schlager abgeleitet, den Barbara Ende der 1950er Jahre sang: "Küss mich, als gäbe es kein Morgen".

Barbara Valentin Freddy Mercury
Das "Busenwunder von Bruchsal" Barbara Valentin und Queen-Sänger Freddie Mercury. | Bild: pr

Auf ein Plattencover hatte Mercury, der sein erstes Solo-Album in München aufgenommen hatte, für das damals deutschlandweit bekannte "Busenwunder" sogar eine Widmung geschrieben: "Thank You for Big Tits and Misconduct" - "Vielen Dank für deine großen Brüste und schlechtes Benehmen".

 

 

Nach Freddie Mercurys Tod im Jahre 1991 - die Homosexualität und Aids-Erkrankung des damals 45-jährigen Künstlers war erst kurz zuvor öffentlicht geworden - engagierte sich Barbara Valentin vermehrt in der Aids-Hilfe. "Natürlich", so schreibt Lars Reichardt in seinem Buch, "war meine Mutter mit Freddie bei Konzerten in Rio, Montreux, auf Ibiza oder in London". Dort ging 1985 im Wembley-Stadion das weltweite Medienereignis "Live-Aid" - das auch im aktuellen Film "Bohemian Rhapsody" mit Rami Malek in der Hauptrolle groß gefeiert wird - über die Bühne.

Barbara Valentin Freddy Mercury
Das "Busenwunder von Bruchsal" Barbara Valentin (r.) und Queen-Sänger Freddie Mercury. | Bild: pr

Als Barbara Valentin, die zur Beerdigung nach London geflogen war, von Sohn Lars am Flughafen abgeholt wird, weint sie. "Ich habe ihn geliebt!", hatte sie unter Tränen gesagt. "Wie soll das gehen?", habe er sich gefragt. Kann eine Frau einen schwulen Mann lieben, oder meinte sie vielleicht so etwas wie Geschwisterliebe? Am 22. Februar 2002 stirbt Barbara Valentin, das "Busenwunder aus Bruchsal", im Alter von 61 Jahren in München.

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Kommentare (14)
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  •   Nico1966
    (111 Beiträge)

    09.02.2019 15:49 Uhr
    Waldorfschule
    War das eine Schule oder war es ein anthroposophischer Kindergarten? Die Waldorfschule wurde 1977 in der Waldstadt gebaut,die Schüler mussten zunächst nachmittags in die Ernst-Reuter Schule bis der Neubau fertig war.
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  •   silberahorn
    (9678 Beiträge)

    09.02.2019 14:24 Uhr
    "We Are The Champions"
    lief fast in Dauerschleife in der Brunnenstraße gegenüber des jetzigen KIT (damals noch Technische Hochschule). Remember: Queen - We Are The Champions. Da haben sich einige stark gefühlt.
    Und Omi (nicht die Großmutter, sondern der "Künstler") hat geschwärmt, oder sagen wir lieber er war stark beeindruckt davon, dass man zu Feiern in der Hochschule Prostituierte eingeladen hatte.
    Was hat das mit einem Busenwunder zu tun?
    Die damaligen Zeiten waren stark geprägt von dem Wunsch endlich einmal die verlogene Doppelmoral gewisser "anständiger" Ehemänner auf die Schiene zu bringen, dass man offener miteinander spricht. Dabei wurde allerdings auch einiges durcheinander gebracht, weil bei manchen Leuten wirklich das Hirn aussetzt, wenn eine Frau besondere augenscheinliche Merkmale hat.
    Schlimme Zeiten waren das damals in Karlsruhe. Aber das "Dörfle" wurde verändert und aus der Altstadt musssten viele Mieter nach Oberreut umziehen.
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  •   patrickkk
    (1192 Beiträge)

    09.02.2019 15:16 Uhr
    Ha
    Endlich mal eine Erklärung warum Oberreut so ist wie Oberreut so ist grinsen.
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  •   Makamabesi
    (3025 Beiträge)

    09.02.2019 13:46 Uhr
    Durch
    Karlsruhe verläuft die Achse des gesamten Universums. Wahrscheinlich sind Joseph und Maria, Noah, Moses und Adam und Eva auch irgendwann mal do gewesen.............
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  •   Rundbau-Gespenst
    (10832 Beiträge)

    09.02.2019 21:24 Uhr
    ja und selbst der
    Napoleon ist hier herumschwadroniert...

    ...cineastisch gesehen ist sei dem Weggang der Bambiverleihung nur noch wenig los. Der Klotz hatte laufend den Grüßaugust gegeben.
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  •   RechterRand
    (971 Beiträge)

    09.02.2019 10:46 Uhr
    Der Zentralrat
    der Sexismusbeauftragten ist schockiert.
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  •   Malerdoerfler
    (4909 Beiträge)

    09.02.2019 09:26 Uhr
    Die Bildunterschriften
    könnten etwas abwechslungsreicher sein.
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  •   IchKA
    (713 Beiträge)

    09.02.2019 09:03 Uhr
    Wie soll das gehen ?
    " ... wird Barbara zunächst für ein Jahr auf die private Waldorfschule nach Karlsruhe geschickt."

    Der Vorläufer der heutigen Karlsruher Waldorfschule wurde 1969 in Rintheim gegründet. Da war B. Valentin
    bereits 29 Jahre alt.
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  •   felino
    (329 Beiträge)

    09.02.2019 08:59 Uhr
    hallo ka-news - was hat das mit FM oder Queen zu tun?
    freddy mercury ... mit Y ist fast so schlimm, wie Weltkriege verwechseln.... aber mal im Ernst, ich fühle mich von dem Text verarscht... warum steht da nicht: Was Barbara Valentin mit Bruchsal zu tun hat.... das hat NULL mit FM oder Queen zu tun.... das ist Clickbait vom Feinsten und nicht sehr seriös.
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  •   IchKA
    (713 Beiträge)

    09.02.2019 08:42 Uhr
    Sorry, aber B. Valentin im Text nur zu reduzieren
    auf das "Busenwunder von Bruchsal" und Skandalnudel halte ich für sehr despektierlich und wird ihr nicht gerecht.
    Immerhin hat sie einiges vozuweisen und nicht nur in in vielen Filmen mitgespielt. Menschlich hatte sie viele Qualitäten, die von ihrem privaten Umfeld sehr geschätzt wurden. "Sie wurde in der Presse immer wieder mit Drogenproblemen konfrontiert?". Die sensationslüsterne Journalie als das jüngste Gericht? Auch Ehemann Helmut Dietl war ein stadtbekannter Drogist wie nicht nur zu jenen Zeiten ganz viele aus der Kunst-, Musik-, oder Filmszene. Wie immer scheinen Leute, die nicht stromlinienförmig agieren und kompromisslos ihr eigenes Leben leben ("danke für dein schlechtes Benehmen") genug Angriffsfläche für die etablierte (Presse-)Gesellschaft zu bieten, damit diese sich darüber echauffieren kann. Wir sind die Guten. Die Sinnhaftigkeit einer Me-too oder Feminismusdebatte hin oder her, aber über 103 cm Oberweite zu schwadronieren geht heute gar nicht mehr. Sorry
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