Zum 70-jährigen Jubiläum des internationalen Rosenneuheitenwettbewerb muss eine Jury am Dienstag aus 139 Züchtungen die "Goldene Rose von Baden-Baden" auswählen. 33 Züchter aus 12 Ländern sind nach Angaben der Stadt angetreten, darunter welche aus den USA und Japan. Das sei ein sehr guter Durchschnitt, sagte der Leiter des Fachgebiets Park und Garten, Markus Brunsing. 80 Preisrichter und -richterinnen aus 15 Ländern vergeben Punkte.

Naturnah und insektenfreundlich

Unter den Kandidatinnen hat Brunsing gleich mehrere Trends ausgemacht: "Die reinen, kräftigen Farben sind wieder im Kommen", sagte er vorab. Es seien wunderbare Rosen im klassischen Rotton zu sehen, die es in der Anzahl und Qualität in den vergangenen Jahren so nicht gegeben habe. "Man besinnt sich auf die klassische Rosenfarbe zurück." Aber auch Gelb und Orange kämen häufig vor. Ein weiterer Trend gehe zu ungefüllten Blüten: Die Rosen sollen Brunsing zufolge naturnaher und bienen- beziehungsweise insektenfreundlicher sein.

Eine weiße Rose.
Eine weiße Rose. | Bild: Uwe Anspach/dpa

Die neuen Sorten vertragen den Angaben nach auch Hitze und Sonne besser. Trotz der hohen Temperaturen am Wochenende hielten sie die Blütenfarbe. «Das zeigt den Züchtungsfortschritt.» Gleiches gelte für die Rosengesundheit: Seit dem vergangenen Jahr werde in Baden-Baden nicht mehr gespritzt - und den Pflanzen gehe es trotzdem gut. «Das ist ein Hinweis, welche Fortschritte die Rosenzüchtung gemacht hat.»

Den internationalen Rosenneuheitenwettbewerb in der Kurstadt gibt es sei 1952, damals unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU). Vergangenes Jahr siegte die lachsrosafarbene Beetrose "Royale Estelle" aus Dänemark. Ihre Züchterin mit dem passenden Namen Rosa Eskelund benannte sie nach der schwedischen Prinzessin Estelle.