Wie in den Jahren davor, entschied auch dieses Mal eine Jury aus Chefredakteuren und Medienverantwortlichen an wen der Deutsche Medienpreis vergeben wird. Ex-Präsident Obama ist ein herausragender, weltweit anerkannter Repräsentant der internationalen Politik des vergangenen Jahrzehnts, so die Jury.

"Barack Obama hat wie kein anderer Politiker die Vision einer Welt verkörpert, in der es Hoffnung gibt und Wandel zum Besseren möglich ist", ist Preisstifter Karlheinz Kögel überzeugt. Einen Seitenhieb auf Obamas Nachfolger, konnte sich Kögel nicht verkneifen und fügte hinzu, dass mit Obamas Auszug aus dem Weißen Haus in Washington auch Anstand und Würde ausgezogen seien.

600 geladenen VIPs

Unter den 600 geladenen Gästen tummelte sich viele bekannte Gesichter aus Politik, Sport und Kultur. So standen unter anderem Jogi Löw, Günther Jauch, Peter Kloeppel, Lilly und Boris Becker, Sibel Kekilli, Andrea Berg, Katja Burkhard, Frank Elstner, Annett Möller, Birgit Schrowange und Toni Garrn auf dem roten Teppich im Blitzlichtgewitter.

Topmodel Toni Garrn posierte auf dem roten Teppich. | Bild: Melanie Hofheinz/Julia Wessinger

"Sie sind kein weltfremder Idealist"

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann, dankte Obama in seinem Grußwort für seinen Einsatz für Menschenrechte, Freiheit und Demokratie. Obama habe viel für den internationalen Zusammenhalt getan, so Kretschmann. Vor der Übergabe des Deutschen Medienpreises, hielt der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck eine Laudatio: "Sie sind kein weltfremder Idealist, lassen sich aber von Idealen leiten", sprach Gauck zu Obama. Außerdem fügte er hinzu, dass es nur wenige Politiker auf der Welt gäbe, die ihr Land so stark geprägt haben.

Joachim Gauck hielt die Laudatio des Deutschen Medienpreises. | Bild: Melanie Hofheinz/Julia Wessinger

"Die Zukunft wird nicht den starken Führern gehören"

Als Barack Obama an das Mikrofon trat, herrschte Stille im Auditorium des Kongresszentrums in Baden-Baden. Der ehemalige US-Präsident wies in seiner Rede darauf hin, dass wir nie eine bessere Welt hatten. Denn nie sei die Welt toleranter gewesen. "Demokratie funktioniert nur, wenn auf Vernunft und Logik gesetzt wird", so Obama. Zudem fügte er hinzu, dass die Zukunft nicht den starken Führern gehören werde, sondern den Prinzipien des Rechtsstaates und den individuellen Freiheiten.

Obama sprach unter anderem über die Poltik in Europa. | Bild: Melanie Hofheinz/Julia Wessinger

US-Sänger Aloe Blacc sang live "The Man" und "Wake me Up" (Avicii)  - die zu Obamas Lieblingssongs gehören - und sorgte für ausgelassene Stimmung beim Ex-Präsidenten und dem Publikum zum Abschluss der Veranstaltung.

Der Deutsche Medienpreis wurde 1992 von Media Control ins Leben gerufen, um über alle politischen Interessen und Medienkonglomerate hinweg eine Auszeichnung für Persönlichkeiten zu schaffen, die in einem Jahr die Gesellschaft oder die Politik prägend beeinflusst haben. Der Preisträger wird durch eine breit angelegte Befragung von Media Control ermittelt. Befragt werden die Chefredakteure der reichweitenstärksten und einflussreichsten Medien in Deutschland. 

Der Preis selbst ist eine handgeformte, bemalte Keramikfigur auf einem blauen brasilianischen Marmorsockel. Der seit 1972 in Deutschland lebende Schweizer Künstler, Roland Junker, schuf die Skulptur, die jedes Jahr andere Formen und Farben erhält und von der Staatlichen Majolika-Manufaktur in Karlsruhe gefertigt wird.