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Karlsruhe NATO-Gipfel: Zu Gast bei der Einsatzleitung in Karlsruhe

Für den NATO-Gipfel in Kehl und Baden-Baden wurde im Regierungspräsidium in Karlsruhe die Einsatzleitung "Bevölkerungsschutz" eingerichtet. Seit Dienstag ist die Stabsstelle besetzt, an den Gipfeltagen arbeiten dort über 50 Mitarbeiter rund um die Uhr.

Unter der Leitung von Landesbranddirektor Hermann Schröder wird von hier der Einsatz der etwa 2.500 Helfer von Feuerwehr, THW, DRK, Johanniter-Unfallhilfe, Malteser-Hilfsdienst, Bergwacht, Deutscher Lebensrettungsgesellschaft, dem Bundesverband Rettungshunde sowie dem Sanitätsdienst der Bundeswehr koordiniert. "Ungefähr 90 Prozent unserer Helfer sind in ehrenamtlichen Organisationen tätig", so Schröder. Neben der polizeilichen Einsatzbewältigung umfasst die Gewährleistung der Sicherheit rund um das Gipfeltreffen auch den Bereich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr, den Bevölkerungsschutz.

Aufgabe des Bevölkerungsschutzes ist es, die notfallmedizinische Versorgung und den feuerwehrspezifischen Schutz der Bevölkerung in Kehl, Baden-Baden und den angrenzenden Landkreisen auf dem gewohnten Niveau sicherzustellen. Darüber hinaus ist die Versorgung der Gipfelteilnehmer, Polizeibeamten und Demonstranten zu gewährleisten. "Alles, was übers Tagesgeschäft der örtlichen Rettungsdienste und Feuerwehren hinausgeht, wird von uns geleistet. Und wenn es nur ist, dass ein Polizist Magenprobleme hat", erklärt der Landesbranddirektor.

Einsatzkräfte stehen in Gaggenau und Rheinau-Freistett bereit

Regierungspräsident Rudolf Kühner zeigte sich zufrieden mit den Einsatzvorbereitungen für den Bevölkerungsschutz: "Alle Beteiligten ziehen an einem Strang, um den Schutz und die Versorgung der Bevölkerung, Gipfelteilnehmer, Polizeibeamten und Demonstranten sicherzustellen." Dabei würden die Kräfte des Bevölkerungsschutzes von einer einheitlichen Einsatzleitung in Karlsruhe aus gesteuert. "Hierauf sind wir besonders stolz, denn das ist einzigartig", ergänzt Kühner.

Um während des NATO-Gipfels auch in größeren Schadensfällen handlungsfähig zu sein und flexibel reagieren zu können, wurden zwei Bereitstellungsräume in Gaggenau und Rheinau-Freistett (Ortenaukreis) eingereichtet, in denen ein Großteil der Gesamtkräfte der Hilfsorganisationen in Bereitschaft stehen. Über die Verteilung der Hilfskräfte entscheidet die Einsatzleitung im Regierungspräsidium.

Diese steht daher in ständiger Verbindung mit den Einsatzabschnitten der örtlichen Verwaltungsbehörden in Baden-Baden und Kehl, der BAO Atlantik und den französischen Behörden. 

"Einige Demonstranten wollen mit aller Gewalt den Gipfel verhindern"

Zusätzlich zu den Hilfskräften, die aus allen Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs zusammengezogen worden sind, reisen auch Helfer aus Nordrhein-Westfalen an. Für die Versorgung von Verletzten stehen sechs Großraumrettungswagen bereit, die aus ganz Deutschland nach Baden bestellt wurden. "Die weiteste Anreise hatte das Fahrzeug aus Hamburg", berichtet Schröder. Die Planung sieht vor, dass die Rettungskräfte 200 Menschen auf einmal versorgen können, dafür werden sogannte Behandlungsplätze eingerichtet, in denen jeweils 25 Verletzte behandelt werden können. "Im Notfall könnten wir natürlich auch noch mehr versorgen", so Schröder.

Man habe sich bei der Planung auf die Erfahrungswerte von ähnlichen Großereignissen, wie dem G8-Gipfel in Heiligendamm gestützt. Die Einsatzleitung hätte sich mit den Kollegen in Heiligendamm in Verbindung gesetzt, auch wenn der Einsatz aufgrund der Lage des Ortes nicht vergleichbar sei. "Das größte Problem sind jedoch auch hier die gewaltbereiten Demonstranten, die mit aller Gewalt den Gipfel verhindern wollen", so der Landesbranddirektor.

"Ich bin froh, wenn am Sonntag wieder aller Kräfte gesund zurück sind"

Die Stabsstelle im Regierungspräsidium ist seit Dienstag besetzt, mit stündlichen Lageberichten werden die 50 Mitarbeiter bereits jetzt auf dem Laufenden gehalten. Hier laufen während des Einsatzes alle "Drähte" zur Leitung der Einheiten des Bevölkerungsschutzes zusammen. Deshalb waren auch die Anforderungen an die Infrastruktur entsprechend hoch: Neben geeigneten Räumlichkeiten musste eine leistungsfähige Informations- und Kommunikationstechnik mit Telefonapparaten, PC, Funk- und Faxausstattung, Satellitentelefon sowie elektronischen Lagewänden aufgebaut werden.

Landesbranddirektor Schröder bezeichnete seine Stimmung als angespannt, der NATO-Gipfel sei für die Einsatzleitung eine große Herausforderung und vor allem eine "sehr große Verantwortung". Seit Dezember befänden sich die Beteiligten im Dauereinsatz, Wochenend- und Nachtschichten inklusive. "Ich bin froh, wenn Sonntag ist und alle Kräfte wieder gesund zurückgekehrt sind", so Schröder abschließend.

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    03.04.2009 10:56 Uhr
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